Ein startfähiger Linux-USB-Stick für PC-Systeme kann auf Mac und PC im Handumdrehen erstellt werden. Booten lässt er sich am PC. Wir zeigen, wie es geht.

Es gibt zahlreiche Gründe für ein Linux auf dem USB-Stick. Einer der wichtigsten Gründe für ein solches System ist aber wohl der Einsatz als Rettungsumgebung, wenn Windows oder Linux durch einen Fehler im Betriebssystem nicht mehr starten will. Doch auch der Einsatz als mobiler PC auf USB-Stick ist denkbar – statt zusätzlich zum Tablet noch ein Notebook für „echtes“ Arbeiten herumzuschleppen, kann ein Stick-Linux für die Hosentasche jederzeit an beliebigen PCs genutzt werden, sofern diese nur den Start von USB-Sticks erlauben. Oder Ihr verwendet es, um Linux ausgiebig an Eurem PC zu testen, ohne dabei Euer Windows-System in Gefahr zu bringen. Im folgenden Workshop zeigen wir Euch, wie Ihr ein Linux-System auf einen USB-Stick installieren könnt.

1. Linux-Distribution auswählen und herunterladen

Linux-Varianten gibt es wie Sand am Meer. Grundsätzlich handelt es sich dabei immer um das gleiche „Kernsystem“, den sogenannten Kernel, der noch immer vom Linux-Erfinder Linus Torvalds freigegeben wird. Der Rest – Treiber, Programme, Oberflächen – wird von Enthusiasten und Unternehmen ergänzt und als „Distribution“ herausgegeben. Das klingt komplex, ist für Laien auch schwer nachvollziehbar, bedeutet aber unter dem Strich, das es nicht „das Linux“ gibt, sondern eben ganz viele verschiedene Linuxe. Genau deshalb empfehlen wir für den Einstieg Ubuntu-Linux – das ist weit verbreitet, gut zusammengestellt und vor allem relativ einsteigerfreundlich. Genau wie die meisten anderen Linux-Distributionen könnt Ihr es auf der Ubuntu-Website gratis herunterladen. Linux-Distributionen werden üblicherweise als CD/DVD-Imagedateien im ISO-Format geliefert, so auch Ubuntu.

Linux herunterladen…

2. UNetbootin herunterladen und installieren

Zwar kann Linux grundsätzlich auch direkt aus dem Internet auf einem USB-Stick installiert werden, das ist jedoch mit tiefergehenden Kenntnissen der Materie verbunden. Deutlich einfach geht es, wenn Ihr die heruntergeladene DVD-Imagedatei mit dem Programm Unetbootin mit Hilfe Eures PCs oder eines Macs auf den USB-Stick „brennt“. Ladet das Programm von der UNetbootin-Website und installiert es auf Eurem System.

… UNetbootin installieren…

3. USB-Stick im FAT/FAT32-Format formatieren

Zuguterletzt müsst Ihr noch einen USB-Stick im FAT-Format formatieren. Dieser sollte idealerweise 8 Gigabyte oder mehr Kapazität haben, damit Euer Test- und Rettungssystem genug Platz hat, um sie auszubreiten. Das kann unter Windows mit dem normalen „Formatieren“-Dialog erledigt werden, Mac-User müssen das Festplatten-Dienstprogramm bemühen. Lasst den Stick danach einfach stecken und entfernt alle anderen USB-Sticks und SD-Karten aus dem System.

… USB-Stick im FAT/FAT32-Format formatieren…

4. UNetbootin starten und Ubuntu auswählen

Öffnet jetzt UNetbootin und klickt den Punkt „Diskimage“ an. Wählt anschließend aus der Liste „ISO“ und klickt auf das Feld mit den drei Punkten, um die in Schritt 1 heruntergeladene Linux-Distribution auszuwählen. Unter „Type“ muss „USB-Drive“ ausgewählt sein, als Drive ist dann Euer Stick ausgewählt. Ein Klick auf „OK“ startet den Kopiervorgang.

… Linux in UNetbootin einrichten..

5. Ubuntu-Stick fertigstellen

Der Kopiervorgang dauert eine Weile. Anschließend müsst Ihr nur noch auf „Exit“ klicken, Euer Stick ist fertig. Ihr könnt Euren PC jetzt mit diesem Stick starten. Macs lassen sich mit diesem Stick nicht booten, was jedoch kein Problem ist: Hier haben wir die Anleitung, wie Ihr einen bootfähigen Linux-USB-Stick für Macs erstellen könnt.

… und auf den Stick kopieren.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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