Eure Mediendateien liegen auf einer NAS? Dann liegt es doch auf der Hand, auch gleich Kodi auf der NAS zu installieren. Wir zeigen, wie es geht.

Kodi ist das Mediacenter unserer aller Wahl. In den meisten Wohnzimmern dürfte das Tool vermutlich dazu eingesetzt werden, Filme, Musik und Fotos von einem NAS-Server zu streamen. Doch warum nicht gleich Kodi auf der NAS nutzen? Aktuelle NASen von Qnap, Asustor und anderen Herstellern machen es möglich. Wir zeigen Euch exemplarisch am Beispiel der überraschend guten ASUSTOR AS6204T, wie Ihr Kodi ganz einfach installieren könnt.

Kodi auf der NAS: Was brauche ich dafür?

Um Kodi auf einem NAS-System zu installieren, bedarf es vor allem eins: Das passende NAS-System 😉 Sinnvoll auf ist das Ganze natürlich nur bei NASen, die per HDMI-Kabel direkt mit dem Fernseher verbundenen werden können. Ich habe derzeit diverse NAS-Systeme von Asustor im Test, die eben diesen Job hervorragend erledigen. Neben der bereits erwähnten Asutor 6204T gibt es mit der Asustor AS602T sowie der Asustor AS3102T auch günstigere Lösungen mit zwei Festplatten. Ich hatte die NAS-Systeme von Asustor vorher Null auf dem Schirm, bin aber begeistert: Neben Kodi bieten sie unter anderem Unterstützung für Netflix und Spotify. Zudem ist es möglich, per VirtualBox eine virtuelle Maschine auf der NAS laufen zu lassen – doch dazu kommen wir ein anderes Mal 😉

Immer mehr NAS-Hersteller wie QNAP bieten Kodi direkt für die NAS an (Quelle: QNAP)

Auch QNAP liefert mittlerweile diverse Multimedia-NAS-Systeme. So läuft Kodi beispielsweise auf der QNAP TS-251+-2G oder der durch die Bauform Wohnzimmer-kompatiblen QNAP HS-251. Synology-Fanboy, der ich leider nach wie vor bin, hoffe ich sehr, dass Kodi für Synology-NASen ebenfalls bald möglich ist. Mir ist hier allerdings noch keine Lösung bekannt – falls Ihr mehr wisst, lasst es uns wissen 😉

Doch genug der Vorrede, here we go:

1. Kodi auf der NAS installieren

Die eigentliche Installation von Kodi auf der NAS ist schnell erledigt: Bei Asustor loggt Ihr Euch über den Browser auf Eure NAS ein und öffnet hier die „App Central“. Hier sucht Ihr nach Kodi und klickt auf „Installieren“. Ich gehe an dieser Stelle davon aus, dass das Ganze bei QNAP und Co. genauso funktioniert 😉 .

Die Installation von Kodi erfolgt über das jeweilige Download-Portal Eures NAS-Systems

2. NAS am Fernseher anschließen

So nicht schon geschehen nutzt Ihr nun den HDMI-Anschluss, um die NAS mit dem Fernseher (oder Beamer oder Monitor oder wasauchimmer) zu verbinden.

Sinnvoll ist das Ganze natürlich nur einer NAS mit HDMI-Anschluss

3. Kodi auf der NAS starten

Nun müsst Ihr Kodi auf der NAS starten. Wie das geht, hängt von Eurem NAS-System ab. Die meisten Multimedia-NASen erlauben es beispielsweise, per USB-Anschluss Tastatur und Maus zu verbinden. Das ist vor allem für die erste Einrichtung von Kodi auf der Netzwerkfestplatte empfehlenswert. QNAP-NASen kommen zum Teil mit einer eigenen Fernbedienung, die für Kodi natürlich top ist. Alternativ nutzt Ihr eine Fernsteuerungs-App, um die NAS vom Smartphone aus zu steuern. Bei Asustor ist dies zum Beispiel die AiRemote für Android und iOS, bei Qnap nutzt Ihr die QRemote für Android oder iPhone.

Die Bedienung der NAS am Fernseher erfolgt per App, Fernbedienung oder Maus und Tastatur

4. Kodi auf der NAS bedienen

Für die Bedienung von Kodi auf der NAS gilt im Grunde genommen das selbe: Entweder steuert Ihr das System vom Sofa aus per Maus und Tastatur oder Ihr nutzt eine Fernbedienung bzw. eine App. Neben den NAS-Steuerungen könnt Ihr dabei natürlich dedizierte Kodi-Apps verwenden, beispielsweise die offizielle Kodi-Remote-App Kore (Download für Android und iOS). Mehr dazu, wie Ihr Kodi vom Smartphone aus steuert, zeigt Euch Mirco in diesem Tuto.

Kodi könnt Ihr ebenfalls per App bedienen

5. Kodi auf der NAS einrichten

Nun kommt der „einfache“ Teil: Ihr müsst Kodi auf der NAS einrichten. Also dem Programm mitteilen, wo Eure Filme, Fotos und Musik liegen, die Oberfläche anpassen etcpp. Das funktioniert im Grunde genauso, wie Ihr es vom PC oder anderen Kodi-Systemen her kennt. Der Vorteil: Liegen Eure Medien ohnehin auf der NAS, müsst Ihr in Kodi nur die entsprechenden Ordner einrichten. Alle Infos zur Einrichtung von Kodi liefert Mirco in der umfangreichen Kodi-Serie.

Ihr müsst Kodi nur noch mitteilen, in welchen Ordner auf der NAS Eure Medien liegen

Kodi auf der NAS in der Praxis

Ich habe Kodi auf der NAS mit zwei Asustor-Lösungen ausprobiert und war positiv überrascht. Das Mediacenter läuft nicht nur flott, es laufen auch alle Filme absolut ruckelfrei. So schaffen die verbauten Celeron-CPUs selbst die Wiedergabe von 4K-Filmen. Selbst vor- und zurückspielen war kein Problem. Ausprobiert habe ich das ganze unter anderem mit dem obligatorischen Big Buck Bunny und einer handgerippten, unkomprimierten Blu-ray. Erfreulicherweise waren meine Testgeräte bei der Wiedergabe auch flüsterleise, aus den 2,5 Metern Entfernung zwischen Couch und Fernseher waren sie während der Wiedergabe nicht mehr zu hören (und ja, ich bin bei sowas pingelig 😉 ). Toll: Auch die diversen Add-ons für Kodi funktionieren. Beim Betrieb von Kodi auf der NAS gibt es also im Grunde genommen keinen Unterschied zur PC-Version.

Vorne die ASUSTOR-Nas, hinten Big Buck Bunny in 4K – läuft absolut geschmeidig.

Ob sich diese Erfahrungen auf alle Kodi-NASen übertragen lassen, kann ich nicht sagen. Ich finde auf jeden Fall, dass die Richtung stimmt: Die Netzwerkfestplatten kommen direkt an den TV und passen sich gut ins Wohnzimmer ein. Wenn Eure Videos, Fotos und Musidateien ohnehin auf einer NAS liegen, spart Ihr Euch dann Streaming-Probleme und WLAN-Aussetzer. Meine Testgeräte von Asustor müssen leider bald zurück, langfristig kann ich mir eine solche Lösung aber durchaus vorstellen. Bis dahin dient meine treue Synology 213+ als Zuspieler für Kodi, das am TV auf dem grandiosen Nvidia Shield TV läuft.

 

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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