Neue Netzwerkgeräte? NAS, Router, Raspi, Mediaserver, Drucker, WLAN-Glühbirne oder Gadget? Der Zugriff funktioniert auf die immer gleichen vier Weisen.

Wenn Ihr neue neue Netzwerkgeräte im LAN anschließt, stellt sich immer die Frage: Wie greife ich jetzt darauf zu? Wie kann ich es konfigurieren? Und da gibt es erfreulicherweise die immer gleichen vier Optionen: Browser, Shell, Hersteller-Tool und – natürlich – böses Voodoo.

Der Hersteller-Weg

In den Handbüchern von NAS, Medienservern oder ähnlichen Netzwerkgeräten wird meist der Weg über Hersteller-eigene Methoden vorgegeben. Entweder liegt ein Verwaltungs- oder reines Finder-Tool bei, das Ihr auf dem (Windows-) Desktop startet. Und dieses Tool findet dann automatisch im Netzwerk vorhandene Geräte des zugehörigen Herstellers. Alternativ werden ab und an Adressen wie www.Hersteller-XY.de/mein-gerät vorgegeben – das kann natürlich nur funktionieren, wenn das Gerät mit den Hersteller-Servern kommuniziert und Euch dann auf die geräteeigene Oberfläche umleitet.

Das Blöde an den Finder-Tools: Sie sind völlig überflüssig und verstopfen nur Euer System, zudem dauert es viel zu lange. Und die zweite Methode ist generell unschön – da hat nichts nach Hause gefunkt zu werden. Außerdem könnt Ihr dasselbe auch manuell erreichen. Es kann aber auch sein, dass Geräte keine eigene Oberfläche im Netz anbieten, beispielsweise kleinere Gadgets wie WLAN-Leuchten. In dem Fall seid Ihr tatsächlich auf die Hersteller-Software angewiesen, sei es unter Windows oder auf dem Smartphone/Tablet. Diese sollten im Netzwerk vorhandene passende Geräte automatisch finden – falls nicht, müsst Ihr wie folgt beschrieben, die IP-Adresse selbst herausfinden.

netzwerkgeräte_qfinder

QNAPs Qfinder ist ein Beispiel für gute Finder-Tools – hier gibts auch viel zu steuern nach dem Finden.

Manueller Zugriff

Bei den meisten Geräten, die letztlich in die Kategorie „Server“ fallen, funktioniert der Zugriff grundsätzlich auch ohne Hersteller-Hilfe. Darunter fallen beispielsweise Netzwerkspeicher (NAS), Medienserver, Raspberry Pies, Router, gegebenenfalls Smartphones und Tablets und so weiter und so fort. Zunächst benötigt Ihr die IP-Adresse des Geräts – für die Ihr lustigerweise auch erstmal auf ein Netzwerkgerät zugreifen müsst: Öffnet die Oberfläche Eures Routers im Browser, bei der Fritzbox beispielsweise in aller Regel 192.168.178.1 oder fritz.box. Ruft dort Heimnetz/Übersicht (oder wie auch immer das auf Eurer Nicht-Fritzbox heißen mag) auf und sucht dort nach dem neuen Gerät.

netzwerkgeräte-fritzbox

Neue Geräte im LAN findet Ihr auf dem Router.

Über Details bekommt Ihr dann die IP-Adresse des Neulings. Diese könnt Ihr nun im Browser eingeben – in aller Regel taucht nun die Oberfläche auf. Finder-Tools und böser Hersteller-Voodoo machen exakt nichts anderes. Für Neugierige lohnt sich auch der Versuch, per Kommandozeile zuzugreifen: Auf etliche Geräte könnt Ihr Euch per SSH anmelden. Bei NAS könnt Ihr so zum Beispiel direkt auf das Betriebssystem zugreifen und unter Umständen noch viel mehr aus dem Gerät herausholen!

netzwerkgeräte

Alles „Server-mäßige“ sollte so im Browser aufgerufen werden könnnen.

Das ganze Prozedere hier mal Schritt für Schritt am Beispiel SSH-Zugriff auf einen Raspberry Pi.

Zugriff auf Netzwerkspeicher: Wenn Ihr reine Netzwerkspeicher ohne eigene Verwaltungsoberfläche anschließt oder sofort auf die Standardfreigabeordner einer NAS zugreifen wollt, findet Ihr hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule …

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn – als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und „Hundedinger“ steht – und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, Ex-BSI’ler, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 26 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch …

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