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Anleitung: Von FreeDOS zu Windows 10 wechseln

So werdet Ihr das vorinstallierte Open-Source-DOS auf neuen Laptops los

Habt Ihr schon einmal einen Laptop „ohne“ Betriebssystem gekauft? Falls ja, seid Ihr beim Einschalten eventuell auf der klassischen DOS-Oberfläche samt ikonischen „C:“-Prompt gelandet. In diesem Fall: Willkommen bei FreeDOS! Der Open-Source-DOS-Nachfolger wird von vielen Händlern als Platzhalter für Windows oder auch Linux vorinstalliert. Doch kein Problem: Ihr könnt mit wenigen Handgriffen von FreeDOS auf Windows 10 umstellen – wir zeigen Euch, wie es geht.

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FreeDOS: Top für Klassiker, schlecht für Windows 10

Das FreeDOS-Project befindet sich nach wie vor in aktiver Entwicklung. Ziel des Systems ist die Kompatibilität zum klassischen MS-DOS, um etwa alte Spiele auf aktueller Hardware laufen zu lassen. Somit ist FreeDOS vor allem eine interessante Alternative zum DOS-Emulator DOSBox.

Soweit, so gut – aber als Hauptsystem werden wohl selbst die hardcorigsten Hardcore-Nerds nicht allzu lange mit FeeDOS auskommen. Der Wechsel von FreeDOS zu Windows 10 ist glücklicherweise nur Formsache – wenn Ihr Euch nicht von einer Fehlermeldung aus dem Konzept bringen lasst ;-)

Lenovo FreeDOS Cyberport
Ein solcher Hinweis in der Modellbezeichnung deutet auf ein vorinstalliertes FreeDOS-System hin (Bild: Cyberport.de)

1. Windows-10-Installationsmedium erstellen

Für die Installation von Windows 10 über ein vorinstalliertes FreeDOS benötigt Ihr natürlich ein passendes Bootmedium. Am einfachsten funktioniert es mit einem USB-Stick, alternativ könnt Ihr auch eine Windows-DVD erstellen. Wie Ihr einen Windows-10-Stick produziert, zeigen wir Euch unter anderem hier.

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WindowsMediaCreation3

2. PC vom Windows-Medium booten

Mit dem fertigen USB-Stick oder Win-10-DVD müsst Ihr nun den PC starten. Viele PCs und Laptops starten automatisch von verbundenen USB-Geräten. Ist das bei Euch nicht der Fall, müsst Ihr die Boot-Reihenfolge umstellen. Der Weg dazu führt über das PC-Bios. Um dieses aufzurufen, müsst Ihr direkt nach dem PC-Start eine Taste drücken, meist F2, F8 oder Entf/Del, auch die Enter-Taste führt gelegentlich ins BIOS oder erlaubt direkt den Start von einem USB-Stick. Dort angekommen müsst Ihr in den Bereich Boot wechseln und hier die Reihenfolge ändern, mit der der PC startet.

Thinpad Boot-reihenfolge
Bei Lenovo-Thinkpads könnt Ihr über die Enter-Taste eine alternative Boot-Methode auswählen. (Bild: Lenovo)

Das funktioniert in der Regel über die Tasten F5 und F6 oder auch über die die Pfeiltasten. Jedenfalls muss der Punkt USB oder Removable Devices vor den Punkt HDD/Hard Drive etc. geschoben werden, damit Ihr nicht wieder in FreeDOS landet.

Da wirklich jeder Hersteller sein eigenes Boot-Süppchen kocht, kann es sein, dass die Menüs bei Euch komplett anders aussehen. Googelt im Zweifelsfalls einfach den Hersteller in Kombination mit „USB-Boot“, um eine passende Anleitung für den Bootmodus zu erhalten.

3. FreeDOS-Partition löschen

Sobald der Windows-10-Installer startet, funktioniert die Installation des Systems wie gewohnt – mit einer Ausnahme: Ihr müsst die vorhandene FreeDOS-Partition löschen. Dazu geht Ihr folgendermaßen vor:

  1. Folgt dem Installationsassistenten von Windows 10, bis die Option Upgrade oder Benutzerdefiniert erscheint.
  2. Klickt auf Benutzerdefiniert: nur Windows installieren (für fortgeschrittene Benutzer).
    Wo Windows installieren
    Vorhandene FreeDOS-Partitionen können bei der Installation von Windows 10 zu Fehlermeldungen führen.
  3. Sobald der Assistent die Frage stellt Wo möchten Sie Windows installieren, wählt Ihr vorhandene FreeDOS-Partition aus und klickt auf Löschen.
  4. Bestätigt den Vorgang und löscht gegebenenfalls vorhandene weitere Partitionen auf Eurem PC.
    FreeDOS Partition löschen Windows 10
    Löscht alle vorhandenen Partitionen, um eine saubere Installation von Windows 10 durchzuführen.

4. Windows 10 installieren

Sobald die Partitionen entfernt sind, könnt Ihr mit einem Klick auf Weiter die Installation von Windows 10 starten. Das System muss sich nun keinen Platz mehr mit FreeDOS teilen. Wenn Ihr nun noch viele weitere tolle Sachen rund um Windows 10 entdecken wollt, schaut doch bei unseren Windows-Tutos vorbei. Alternativ könnt Ihr einen Haufen allgemeiner Software-Tipps durchstöbern.

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, am Desktop Apple- und unterwegs Android-Fan, zockt unter Windows, kann nicht ohne Musik (von Classic Rock über Ska bis Punk) und Hörbücher, schießt gerne Postkarten-Fotos, hat immer mindestens zwei Handys dabei und freut sich riesig über eine Kaffeespende ;-)

8 Kommentare

    1. USB Livestick machen, starten, mit GParted die Platte platt machen (ext4 formstieren) und Linux installieren. wo ist jetzt dein Problem?

  1. – mit einer Ausnahme: Ihr müsst die vorhandene FreeDOS-Partition löschen.

    Warum das? Kann man das nicht parallel laufen lassen, daneben noch Linux? Dann hätte man 3 Systeme auf dem Rechner.

    1. Hmmm, das ist zumindest nicht ganz ohne ;-) Windows 10 und FreeDOS mit Bordmitteln funktioniert wohl nicht als Dual-Boot, weil der Windows-Bootmanager seit Vista keine 16-Bit-Systeme mehr unterstützt. Es gibt diverse Forenthreads, denen zufolge es mit dem alternativen Bootmanager EasyBCD gehen soll. Der kann zumindest sowohl Linux- als auch DOS-Systeme starten.

      Meine Erfahrungen mit EasyBCD waren in der Vergangenheit aber eher durchwachsen. Falls du es ausprobierst, würde ich mich aber über einen Erfahrungsbericht freuen :)

      1. Danke für die Antwort, ob ich das mal probiere..Gute frage, ich glaube nicht. Ich hatte nur die Erklärung, warum es nicht geht in deinem Beitrag vermisst.

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