Wenn Ihr das Gefühl habt, dass Euer iPad nicht lange durchhält, ist möglicherweise hoher Akkuverbrauch schuld. Wir zeigen, wie Ihr die Ursachen eliminiert und für längere iPad-Akkulebensdauer sorgt.

Wenn das iPad oder iPad Pro, meist nach einem iOS-Update, plötzlich zu einem Stromfresser mutiert, ist das mehr als nur ärgerlich: Der höhere Akkuverbrauch verursacht einen schnelleren Verschleiß des Akkus. Und seine Ursache, zumeist ein außer Kontrolle geratener Prozess, nagt auch an der Lebensdauer der anderen Komponenten. Doch hoher Akkuverbrauch am iPad muss nicht sein. Wir helfen Euch aus der Patsche.

1. Stromfresser entlarven

Der erste Schritt auf der Suche nach dem Stromfresser sollte Euch immer in die Batterie-Einstellungen des iPads führen. Hier könnt Ihr sehen, welche Apps sich in letzter Zeit besonders stromfressend verhalten haben. Das können von Euch installierte Apps sein. Manchmal geraten aber auch System-Apps außer Kontrolle, wie in unserem Screenshot hier, der „Safari Audio“ als Stromfresser entlarvt. Da wir kein Audio laufen hatten, scheint hier ein Systemprozess außer Kontrolle geraten zu sein. In aller Regel wird so etwas durch ein unsauberes Over-the-Air-Update des iPad-Systems verursacht. Dazu mehr in Schritt 3 und 4.

Den Stromverbrauch könnt Ihr unter Einstellungen -> Batterie überprüfen.

Den Stromverbrauch könnt Ihr unter Einstellungen -> Batterie überprüfen.

2. Stromfresser-Apps löschen

Gehen wir aber zunächst davon aus, dass eine App die Ursache des hohen Akkuverbrauchs ist. In solchen Fällen kann es auch hier zu einem Update-Problem gekommen sein. Typische Verdächtige sind Apps wie Facebook oder irgendwelche Messenger, die sich „verklemmt“ haben. Die Lösung ist simpel: Löscht die App, startet das iPad einmal neu und installiert sie anschließend wieder aus dem App-Store. Behaltet sie danach im Auge: Frisst sie weiter exorbitant Strom, solltet Ihr künftig auf die App verzichten.

Löscht Apps, die einen unverhältnismäßig hohen Stromverbrauch haben.

Löscht Apps, die einen unverhältnismäßig hohen Stromverbrauch haben.

3. iPad Soft-Reset durchführen

Falls es sich um einen Systemprozess handelt, könnt Ihr folgenden Trick probieren: Startet das iPad mit einem sogenannten Soft-Reset neu. Dabei handelt es sich um das iPad-Äquivalent zum langen Druck auf den Einschaltknopf am PC oder Mac: Haltet dazu die Home-Taste und die Einschalttaste gedrückt, bis Ihr das Apfel-Symbol seht. Bei neueren iPads ohne Home-Button müsst Ihr kurz auf die „Lauter“-Taste tippen, dann auf die „Leiser“-Taste und das Gerät anschließend mit gedrücktem Einschaltknopf neu starten.

4. iPad per iTunes zurücksetzen und aus Backup neu installieren

Falls auch das nicht hilft, müsst Ihr zum sogenannten Hard-Reset greifen. Den erzielt Ihr am besten, indem Ihr das iPad direkt per iTunes zurücksetzt. Das Zurücksetzen des iPads löst zuverlässig Probleme, die durch das Over-the-Air-Update verursacht werden.

Mit iTunes könnt Ihr das iPad vollständig zurücksetzen.

Mit iTunes könnt Ihr das iPad vollständig zurücksetzen.

  1. Öffnet die iCloud-Einstellung und wählt hier „Backup“. Tippt auf „Backup jetzt erstellen“, um eine aktuelle Sicherung in der iCloud anzulegen.
  2. Öffnet auf dem iPad die iCloud-Einstellungen und deaktiviert „Mein iPad suchen“.
  3. Schließt das iPad per Kabel an einem PC oder Mac mit iTunes an.
  4. Wählt das iPad in iTunes aus und klickt im Reiter „Übersicht“ auf „iPad Wiederherstellen“.
  5. iTunes fragt Euch jetzt, ob Ihr das Gerät wirklich zurücksetzen wollt und ob Ihr ein Backup auf dem Rechner erstellen möchtet. Letzteres könnt Ihr verneinen, da Ihr ja ein iCloud-Backup habt.
  6. Die aktuelle Software-Version wird jetzt von Apple heruntergeladen und neu auf dem iPad installiert.
  7. Anschließend könnt Ihr das iPad wie ein Neugerät einrichten. Achtet darauf, dass Ihr dabei das iCloud-Backup wieder einspielt.

Akku-Zustand des iPads überprüfen

Falls Ihr anschließend immer noch Probleme mit der iPad-Akkulaufzeit haben solltet, werft am besten einen Blick in unsere Stromspartipps für iPad und iPhone. Zusätzlich solltet Ihr auch den Akku-Zustand des iPads checken: Das geht am einfachsten mit dem Tool Coconut Battery: Schließt das iPad an Eurem Mac an und klickt auf den Reiter „iOS-Device“. Hier erhaltet Ihr Infos über die ursprüngliche Kapazität („Design Capacity“) sowie den aktuellen Zustand („Full Charge Capacity“). Der Akku meines iPad Pro macht zum Beispiel bereits schlapp – gerade einmal 83,2 Prozent der Originalkapazität sind noch verfügbar. Falls die Full-Charge-Capacity auf unter 70% fällt, ist ein Akkuwechsel angeraten. Es soll übrigens helfen, den iPad-Akku häufiger mit dem mitgelieferten Netzteil des iPads zu trainieren, allerdings fällt das möglicherweise auch einfach unter die Kategorie „Apple-Voodoo“.

Der Batteriezustand dieses iPads ist nicht mehr so toll.

Der Batteriezustand dieses iPads ist nicht mehr so toll.

Übrigens: All diese Tricks funktionieren natürlich auch am iPhone oder iPod touch, falls diese Probleme mit dem Stromverbrauch haben sollten.

Über den Autor

Christian Rentrop

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979, und damit so alt wie Atari-400-Heimcomputer. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und manchmal in der echten Welt unterwegs.
Inzwischen Experte für alles, was 'nen Apfel, Fenster oder Pinguin hat.
Außerdem viel auf der Vespa unterwegs.
Spendier‘ mir einen Kaffee.

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