Eine schnelle, kleine Distri für den USB-Stick. Eine praktische Angelegenheit mit recht hübschem Fenstermanager und guten Erweiterungsmöglichkeiten.

Manchmal kommt es anders: Bei Slax dachte ich an ein Slackware-Derivat. War es mal, ist es aber seit einigen Jahren nicht mehr. Nun ist es ein weiteres Debian-Kind. Vorfreude-Faktor: Groß. Denn Slax ist als mobiles System für USB-Sticks gedacht. Mal was anderes. Und im Quartett gibts dafür sogar einen Bestwert.

Über Linux-Distri-Impressionen

Ausführliche Infos: Quartett-Artikel und Distri-Impressionen-Übersicht. Hier nur ganz kurz zur Einordnung: Die Distri-Impressionen sind für das Quartett quasi „nebenher“ entstanden und sind keine tiefschürfen oder technischen Analysen. Es geht hier um das, was mir bei Installation, Einrichtung und Herumspielerei mit Desktop, Einstellungen und Tools aufgefallen ist. Was mich langweilt, was mich begeistert.

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Die Startzeit solltet Ihr im Quartett ausspielen!

Slax mit Fluxbox

Slax startet vom USB-Stick, kann im Gegensatz zu anderen Live-Systemen aber auch Änderungen speichern. Sprich, man hat ein komplettes System samt persönlicher Einstellungen und Daten auf einem Stick. Das ist echte Mobilität. Wie die Überschrift schon andeutet, verzichtet Slax auf ein komplexes Desktop-System und begnügt sich dafür mit dem Fenstermanager Fluxbox. Das dürfte einer der Gründe für die sensationelle Startzeit von gerade einmal 17 Sekunden sein.

Da Slax auf Debian aufbaut, lässt sich über apt natürlich nach Belieben nachrüsten, falls Ihr doch einen vollwertigen Desktop haben wollt. Aber für so ein mobiles Betriebssystem ist Fluxbox eine super Wahl. Werkzeuge erreicht man über einen Apps-Screen und das Kontextmenü, was will man mehr? Erfreulicherweise sieht der Light-Desktop auch noch ziemlich gut aus. Vorinstalliert sind nur ein paar Tools, etwa Chromium als Browser, ein Dateimanager, Archivprogramm, Taschenrechner, Terminal und so weiter.

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So hübsch kann ein Fenstermanager sein.

Für Einsteiger ist es vielleicht nicht so toll, dass es standardmäßig nur den root-User gibt und dessen Passwort auch direkt im Terminal angezeigt wird. Für Diebe ist es unter Umständen der Hit! Als Minimalsystem macht Slax freilich alles richtig. Für Nicht-Techies wäre aber ein winzig kleines Tool zum Nachinstallieren einer kompletten Desktop-Umgebung samt Display-Manager nett gewesen. Und für alle anderen auch. So muss man nun mit dem Terminal beginnen – und da kennt sich eben nicht jeder aus. Andererseits: Wer braucht/will/nutzt schon ein Betriebssystem vom Stick? Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher werden vermutlich nicht mal von so einer Möglichkeit wissen. Und waschechte Linuxer l(i)eben den Terminal sowieso.

Trotzdem macht Slax Spaß, zumal man es optional in den RAM laden kann – auch dafür gibt es viele hübsche Anwendungsszenarien.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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