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MultimediaWindows

Mehrere Audio-Ausgänge mit VoiceMeeter gleichzeitig nutzen

Windows ist zickig, wenn man etwa TV und PC-Lautsprecher parallel mit Ton versorgen will - VoiceMeeter schafft aber fix Abhilfe.

Eine sehr beliebte Anleitung bei uns ist das gleichzeitige Nutzen mehrerer Audio-Ausgänge mit Windows-eigenen Einstellungen – das ist aber leider etwas instabil, und funktionsarm. Mit der Software VoiceMeeter geht das etwas eleganter, es läuft stabiler, verträgt auch mehr als zwei Ausgänge und kann zudem noch Eingänge hinzu mischen, Latenzen angleichen und mehr.

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Was macht VoiceMeeter?

Die Basisversion von VoiceMeeter ist fix erklärt: Es mischt zwei physische Eingänge (etwa Mikrofone) und einen virtuellen Eingang, der den Systemklang abgreift, also Musik, Youtube, Spiele oder was auch immer gerade läuft. Diese drei Eingänge werden auf zwei Ausgängen/Bussen ausgegeben. Bei jedem Eingang könnt Ihr den Klang manipulieren (Höhen, Bässe, Farben etc.), bei den Bussen die Lautstärke und ein paar weitere Mischereinstellungen. Darüber hinaus gibt es noch etliche Funktionen, die vor allem für Musiker, Live-Einsätze und sonstige aufwändigere Zwecke nützlich sind.

Hier geht es aber nur darum, den kompletten wiedergegebenen Sound vom Rechner schlicht auf zwei Ausgängen auszugeben – den PC-Lautsprechern und dem TV.

VoiceMeeter gibt es auch noch in den (deutlich komplexeren) Versionen Banana und Potato, die mehr von allem bieten: Inputs, Outputs, Routing, Audio-Netzwerk, Karaoke, Recording und so weiter. Damit sollten sich auch mehrere Outputs ansprechen lassen – sollte, weil es zumindest hier partout nicht funktionieren will. Das kann allerdings am Windows-Setup liegen, hier laufen sehr sehr viele Audiotreiber, von Steam, einer virtuellen Webcam, Soundblaster, Realtek und und und – da sind die Fehlerquellen arg reichhaltig. Zumal VoiceMeeter selbst auch als Audiotreiber fungiert.

VoiceMeeter ist übrigens Donationware: Ihr könnt es kostenlos nutzen, aber wenn es nützlich ist, wird erwartet, dass man dafür zahlt.

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VoiceMeeter einrichten

Zunächst installiert Ihr die reguläre Version von VoiceMeeter, startet den Rechner anschließend neu und startet dann VoiceMeeter selbst. Danach ruft zunächst mal die Sound-Einstellungen von Windows auf, zum Beispiel über das Kontextmenü des Sound-Icons in der Taskleiste. Hier seht Ihr dann sowohl unter Aufnahme als auch unter Wiedergabe neue Geräte, die VoiceMeeter heißen – beide sollten als Standardgeräte festgelegt sein/werden. Das Aufnahme-Gerät frisst entsprechend alles, was auf dem Rechner läuft und das Wiedergabe-Gerät spuckt es wieder aus.

Was das Wiedergabe-Gerät ausspuckt, findet Ihr in der VoiceMeeter-Oberfläche als Virtual Input wieder – was standardmäßig auf den beiden Bussen A und B wiedergegeben wird. Hier im Beispiel wird allerdings nur Bus A genutzt.

voicemeeter screenshot
VoiceMeeter nistet sich als Audiotreiber ein und übernimmt sämtliche In- und Outputs.

Nun könnt Ihr über die beiden Dropdown-Menüs A1 und A2 die beiden gewünschten Ausgänge wählen: In der Regel solltet Ihr hier die ersten WDM-Geräte Eurer Endgeräte wählen – oder die ASIO-Varianten, sofern vorhanden. Ab sofort läuft der Ton eben über Lautsprecher und TV oder Lautsprecher und Kopfhörer oder Bluetooth-Headset und Fernseher … – was auch immer Ihr angeschlossen habt.

voicemeeter screenshot
Zwei Ausgänge sind fix gesetzt – mehr geht leider nur in den erweiterten Versionen.

Tipp: Wenn wie hier zum Beispiel Lautsprecher via Klinke und ein TV via HDMI gleichzeitig dudeln, gibt es ein Echo – die Latenzen sind unterschiedlich. Über die VoiceMeeter-Systemeinstellungen könnt Ihr für die Ausgänge A1 und A2 jeweils eine Verzögerung einstellen – damit klappt dann auch sowas wie Multiroom-Audio im Kleinen.

Die erweiterten Versionen von VoiceMeeter bieten wie gesagt wesentlich mehr, sind aber auch deutlich komplexer. Das fängt schon damit an, dass sich jeweils drei unterschiedliche Wiedergabe- und Aufnahme-Geräte unter Windows einnisten. Der Versuch mit der Potato-Version drei Ausgänge zu beschallen ist hier jedenfalls gescheitert. Aber wer weiß, ob es überhaupt dafür gedacht ist, der Name sagt es ja schon: Im Grunde ist VoiceMeeter eher für das Mixen von System- und externem Sound konzipiert und daher im Grunde völlig überfrachtet, wenn man einfach nur zwei Audio-Ausgänge gleichzeitig nutzen möchte …

Wenn Ihr Spiele streamt, Multiplayer-Titel zockt, Podcasts erstellt, mit MIDI arbeitet oder einfach sehr komplexe Anforderungen an das Verhalten von mehreren Audio-Ein- und Ausgängen habt, solltet Ihr dringend einen Blick in das VoiceMeeter-Handbuch werfen!

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help

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