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Gaming

PS3-Spiele auf dem PC – taugt das?

Playstation-Emulatoren sind längst erwachsen geworden, Titel wie Skate 3 laufen sogar auf älteren Rechnern. Geradeso.

Konsolenemulatoren waren früher ein ziemlicher Pain in the Ass – wer noch heute von den frustrierenden Erfahrungen zerrt, sollte der Technik eine neue Chance geben. Drei simple Schritte genügen, um ein erstes Spiel zu zocken, ganz ohne Config-Dateien und Dateien-in-Verzeichnisse-kopieren-Orgie. Eine nervige Kleinigkeit hat sich freilich nicht geändert, das Spiel an sich muss irgendwo her kommen …

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RPCS3 und ROMs

Der Playstation-3-Emulator RPCS3 ist nicht nur Open-Source-Software, sondern auch verdammt komfortabel und für alle großen Plattformen erhältlich: Windows, macOS, Linux und FreeBSD. Das Projekt ist bereits stolze 11 Jahre alt! Laut Website sind 67,16 Prozent der insgesamt 3286 gelisteten Titel ohne große Abstriche spielbar, der Rest läuft kaum bis gar nicht.

Die Nutzung ist völlig trivial: RPCS3 öffnen, die Playstation-3-Firmware installieren, das gewünschte Spiel hinzufügen, fertig. Die Firmware gibt es bei Sony selbst. Klar weist Sony darauf hin, dass die Firmware nur für offizielle Update-Wege gedacht ist und es ansonsten zum Verlust der Garantie der PS3 führen kann. Rechtliche Hinweise, dass der Download für die Nutzung abseits der PS3-Hardware nicht gestattet wäre, konnte ich auf der Seite nicht finden. Auch muss für den Download keinerlei explizite EULA oder dergleichen akzeptiert werden.

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Links zu Spielen bleiben hier freilich aus! Im Grunde gibt es keine legale Möglichkeit, Konsolentitel in einem Emulator zu spielen, die meisten Lizenzvereinbarungen dürften die Nutzung abseits der vorgesehenen Plattform verbieten. Der Gedanke „Steht im Schrank, ist gekauft, also darf ich doch.“ funktioniert nicht, alles, was Ihr aus dem Netz saugt ist nicht legal (abgelaufene und vielleicht super seltene Lizenzen vielleicht ausgenommen). Das Anfertigen einer Privatkopie aus dem Originaldatenträger dürfte hierzulande auch meist schon nicht legal sein, da man dabei in der Regel einen Kopierschutz umgeht – auch wenn dieser „Schutz“ so armselig ist, dass man ihn gar nicht bemerkt …

Zur rechtlichen Realität gehört aber freilich auch, dass Unternehmen in der Regel nur die Distributoren illegaler ROMs ins Visier nehmen. Privatnutzer, die ihre eigenen Backups nutzen, dürften wohl kaum verfolgenswert sein. Wirtschaftliches Interesse haben Unternehmen aber natürlich, auch an älteren Titeln: Retro-Gaming ist längst Teil der Popkultur, in Warenhäusern stehen Mini-Versionen von Uraltrechnern wie dem C64 herum – inklusive etlicher Titel, die PS1 gibt es als Playstation Classic sogar selbst in Form eines Emulators und Titel der vorherigen Konsolengeneration können eh noch häufig gekauft und auf den Nachfolgern gezockt werden. Aber über Rechtliches informiert Ihr Euch immer noch besser bei Juristen:

Insofern, liebes EA Games, bitte nicht aufregen, dass ich Skate 3 als Testobjekt verwendet habe – ich habe alle Skate-Teile gekauft, Skate 3 sogar zweimal. Und Skate 4 wird sich dazugesellen ;)

RPCS3 in der Praxis

Firmware und Spiel sind fix installiert: Firmware-Datei und Spiel-Ordner werden schlicht über das Datei-Menü hinzugefügt. Das Einspielen der Firmware dauert dabei eine ganze Weile. Anschließend wird noch das lokale Gamepad gewählt – im Falle eines Xbox-Gamepads ist das der Eintrag Xinput.

rpcs3-einstellungen.
Xbox-Gamepads werden voll unterstützt

Über einen Rechtsklick auf ein Spiel lassen sich individuelle Einstellungen vornehmen, etwa um die Auflösung zu vergrößern. Hier hat es bei Skate 3 geholfen, die Option Enable SPU loop detection zu aktivieren, um das Spiel zu beschleunigen – zum Preis einiger Beeinträchtigungen beim Sound. Auf einem rund 7 Jahre alten (!) i7-Prozessor läuft Skate 3 hier mit rund 45 bis 60 FPS in 1080p. Manche Areale besser, andere schlechter und wenn in einem Contest mehrere NPCs unterwegs sind, verkommt es dann doch zur Diashow. Beim ersten Start dauerte es eine Weile, bis allerhand Berechnungen durchlaufen sind und auch die ersten Minuten im Spiel waren noch arg ruckelig – das legte sich aber nach einer Weile.

rpcs3-tuning.
Bei den Optionen wird es doch etwas technischer ;)

Fazit: RPCS3 ist supereinfach zu nutzen, lediglich das Feintuning über die komplexen Optionen ist nicht trivial. Hardware-hungrig ist der Emulator durchaus, aber mit den empfohlenen 6 Kernen und 12 Threads oder 8 Kernen dürfte es keine Probleme geben – mein 4-Kern-i7 ist definitiv leicht überfordert. Aber es geht noch. Die Grafikkarte spielt übrigens keine große Rolle, empfohlen wird ein Modell ab GTX 900 aufwärts.

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Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help

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