Google Chrome zeigt leider keine Historie der Website-Push-Mitteilungen – aber eine Log-Datei schafft zumindest ein wenig Abhilfe.

Push Notifications von Webseiten poppen meist nur kurz auf und werden durch die nächste verdrängt. Wenn Ihr die Historie einsehen wollt, könnt Ihr Euch nur über eine Log-Datei behelfen. So könnt Ihr sehen, ob Ihr etwas Wichtiges verpasst habt, Blogger können nachschauen, ob sie einen Artikel auch wirklich gepusht haben.

Log-Datei aufrufen

Ihr findet die Datei unter Windows unter %LocalAppData%\Google\Chrome\User Data\Default\Platform Notifications. Das Default ist der Profilordner, der kann bei Euch natürlich anders heißen. Ihr könnt die Datei einfach in einem Texteditor öffnen – das sieht mit Verlaub scheiße aus, aber man erkennt zumindest, nun, etwas. Aber mit guten Augen sieht man bereits die URLs. (Was genau und für wie lange in dieser Datei geloggt wird, gilt es noch herauszufinden ;) )

google chrome log file

Die hässlichste Log-Datei der Welt, oder? Aber die Infos werden sichtbar.

Log-Datei aufbereiten

Wenn Ihr häufiger in den Log schauen wollt, könnt Ihr den Text auch noch ein wenig aufbereiten, entweder unter Linux oder unter Windows mit den richtigen Tools:

cat 000003.log |egrep -a -o 'www\..*?.\/.*\"'

cat gibt die Log-Datei aus und egrep durchsucht den Inhalt, wobei -a angibt, dass es sich um eine Binärdatei handelt, die wie eine Textdatei behandelt werden soll, und -o beschränkt die Ausgabe auf den exakten Treffer. Und dann kommt ein Regulärer Ausdruck, der Webadressen in sehr rudimentärer Form findet: Am Anfang muss www. stehen, dann eine beliebige Zeichenfolge mit greedy-Quantifizierer via .*?, dann ein / gefolgt von wieder einer beliebigen Zeichenfolge (.*) und abgeschlossen durch .

Das ist keine saubere RegEx für URLs, aber in diesem Kontext scheint es zu funktionieren – aber es soll nur ein Beispiel sein, wenn Ihr selbst aufbereiten wollt, solltet Ihr Euch sowieso mit Regulären Ausdrücken und tools wie grep, tr, sed, awk und so weiter auseinandersetzen. Macht einen Heidenspaß! Nun, vielleicht nicht jedem … Ein paar Artikel aus diesem Kontext haben wir hier.

push

Weder sauber noch hübsch, aber es gibt einen schnellen Überblick.

P.S. Wenn Ihr wissen wollt, wie Ihr Push-Mitteilungen wieder los werdet, schaut mal hier nach.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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