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RaspAP: Raspberry Pi als Router, Accesspoint oder WLAN-Hotspot nutzen

Mit einer speziellen Linux-Software wird der Raspberry Pi in Windeseile zum Router oder Accesspoint – inklusive VPN-Unterstützung!

Nachdem ich Euch hier gezeigt habe, wie Ihr einen Raspberry Pi mittels OpenWRT zum Router machen könnt, lief mir noch eine einfachere Möglichkeit über den Weg: Die Software RaspAP, die auf dem regulären Raspberry Pi OS aufsetzt, verwandelt den Pi mit wenigen Handgriffen in einen kleinen Router oder Access-Point. Und das sogar inklusive OpenVPN-Client-Modus, was bedeutet, dass Ihr im Handumdrehen einen VPN-Router aufsetzen könnt.

Vorbereitung: Raspberry Pi aufsetzen und verbinden

Nehmt Euch zunächst eine Micro-SD-Speicherkarte zur Hand und bespielt sie mit Hilfe von Balena Etcher auf Eurem PC oder Mac mit der aktuellen Version von Raspberry Pi OS.

Anschließend nehmt Ihr die Speicherkarte einmal heraus und steckt sie wieder ein. Legt nun mit einem Editor eine leere Datei namens „ssh“ im Hauptverzeichnis an. Danach könnt Ihr die Karte auswerfen und in den Raspberry Pi stecken, den Pi per Ethernet-Kabel mit Eurem Router verbinden und zuletzt die Stromversorgung verbinden. Der Raspi startet jetzt.

Ihr könnt den Raspi per SSH-Verbindung als Router einrichten.
Ihr könnt den Raspi per SSH-Verbindung als Router einrichten.

RaspAP auf dem Raspberry Pi installieren

Verbindet Euch jetzt von der Kommandozeile (Windows) oder einem Terminal-Fenster (Linux & MacOS) aus per SSH mit dem Pi, indem Ihr
ssh pi@raspberrypi
eingebt. Die Meldung über den ECDSA-Key könnt Ihr mit „yes“ bestätigen. Falls Ihr nicht auf den Pi kommen solltet, liegt das daran, dass ein alter Key für das Gerät hinterlegt ist, etwa weil Ihr schon einmal ein anderes Betriebssystem auf dem Pi genutzt habt. In diesem Fall gibt Euch die Meldung Hinweis, was Ihr tun müsst, etwa unter MacOS die versteckte Datei .ssh aus dem Benutzerordner löschen oder mit einem Editor anpassen.

Das Passwort lautet standardmäßig „raspberry“. Das könnt Ihr bei Bedarf nach dem Login mit dem Befehl passwd das Systempasswort des Bastelrechners ändern.

Wenn Ihr „drin“ seid, solltet Ihr noch die üblichen Raspberry-Pi-Updates einspielen:
sudo apt-get update
sudo apt-get full-upgrade

Das Full Upgrade kann eine Weile dauern. Anschließend könnt Ihr den Pi mit
sudo reboot
einmal neu starten und Euch anschließend erneut über Kommandozeile/Terminal per SSH neu verbinden.

Wenn der RaspAP-Installer läuft, seid Ihr fast fertig!
Wenn der RaspAP-Installer läuft, seid Ihr fast fertig!

Nun geht es an die eigentliche Installation des Router-Tools RaspAP für Raspberry Pi. Das geht am einfachsten mit dem Quick Installer. Gebt dafür
curl -sL https://install.raspap.com | bash
ein. Die Installation von RaspAP startet jetzt und wird ein paar Minuten dauern. Meldungen könnt Ihr mit „Y“ für „Yes“ bestätigen.
Ist der Installer durchgelaufen, fragt er Euch nach einem Neustart. Bestätigt mit „y“ und wartet, bis der Pi wieder hochgefahren ist.

Den Raspberry Pi-Router fertig einrichten

Das war es auch schon: Der Raspberry Pi ist ein vollwertiger kleiner Router. Wenn Ihr einen Raspberry Pi 4 verwendet, unterstützt er sogar WiFi5, also flottes 5Ghz-WLAN nach dem AC-Standard. Schaut jetzt vom PC, Mac, Tablet oder Smartphone in die Liste verfügbarer WLANs: Hier sollte der Pi als WLAN namens „raspi-webgui“ auftauchen. Ihr könnt Euch mit dem Passwort „ChangeMe“ in das WLAN des Raspberry Pi verbinden.

Der Raspberry Pi taucht jetzt als WLAN namens raspi-webgui auf.
Der Raspberry Pi taucht jetzt als WLAN namens raspi-webgui auf.

Die vollständigen RaspAP-Zugangsdaten lauten standardmäßig:
WLAN-Name: raspi-webgui
Passwort: ChangeMe
IP-Adresse der Admin-Oberfläche: 10.3.141.1
Standardbenutzer: admin
Standard-Passwort: secret

Den Raspberry Pi als Router, Accesspoint oder WLAN-Hotspot nutzen

Seid Ihr mit dem WLAN verbunden, könnt Ihr die IP-Adresse 10.3.141.1 in der URL-Zeile Eures Browsers eingeben, um die Admin-Oberfläche aufzurufen. Hier könnt Ihr Euch mit dem Benutzernamen „admin“ und dem Passwort „secret“ einloggen. Achtung: Diese Zugangsdaten solltet Ihr schnellstmöglich ändern! Das war es auch schon: Ihr seid in der RaspAP-Router-Oberfläche des Pi und könnt euren neuen Pi-basierten Router einrichten, wie Ihr es von FritzBox und Co. gewohnt seid.

Raspberry-Pi-Router-Verwaltung: Wie bei jedem anderen Router.
Raspberry-Pi-Router-Verwaltung: Wie bei jedem anderen Router.

OpenVPN-Unterstützung und Werbeblocker

Der Pi kann jetzt als kleiner Router, Accesspoint oder Hotspot genutzt werden, etwa wenn Ihr unterwegs seid und nur Ethernet-Buchsen im Hotelzimmer findet. Oder Ihr verbindet einen UMTS- oder 5G-Stick mit dem Pi und richtet diesen ein – dann ist der Pi ein kleiner mobiler Router, der sich für Ferienhaus, Auto oder Campingplatz eignet.

Der Clou sind allerdings zwei besondere Funktionen: Zum Einen besitzt der RaspAP-Accesspoint einen integrierten Werbeblocker, mit dem Ihr ungestört von Werbebannern surfen könnt. Zum Anderen verfügt der kleine Raspberry-Pi-Accesspoint über eine OpenVPN-Client-Funktion. Mit dieser könnt Ihr Euren VPN-Anbieter, wie etwa NordVPN, im RaspAP-System hinterlegen – und surft über den Raspap automatisch anonym, selbst wenn dieser mit Eurem normalen DSL- oder Kabelrouter verbunden ist. Gerade beim Einsatz als mobiler Router ein sehr praktisches Detail. Und da alles auf dem normalen Pi-System läuft, könnt Ihr den Pi unterwegs natürlich auch noch als Mini-PC verwenden.

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Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und mit der Vespa GTS 300 oder meinem Hund in der echten Welt unterwegs. Neuerdings Tochtervater. Spendier‘ mir einen Kaffee.

4 Kommentare

  1. Leute wenn ihr Anleitungen schreiben wollt befreit euch von vermeintlichen Selbstverständlichkeiten oder lasst es sein. So hinterlasst Ihr mehr Fragen wie Antworten und stiftet mehr Verwirrung den ihr Hilfe bietet. Gleichzeitig bestätigt der Artikel wieder nun das Vorurteil „Linux ist nur was für Fachleute“
    ? Ab welchem Pi läuft der Router?
    ? „…mountet die SD-Karte…“ wie ist das möglich ohne die Karte zuvor entnommen zu haben?
    ? Wo soll die anzulegende SSH Datei abgelegt werden -> Pfad?
    ? warum wird immer zu von Raspap geschrieben aber nie die Schreibweise RaspAP verwendet?
    ? warum wird nicht darauf hingewiesen auch das standardmäßige Passwort vom Pi-OS „raspberry“ zu ändern ist.
    ? wenn es plötzlich heißt „Da ich die .ssh-Datei unter…“ stellt sich die Frage: wie soll die zu erstellende Dateiname aussehen -> xxx.ssh oder soll es eine versteckte Datei sein .ssh?
    usw. usw.
    Was habt ihr nur alle gegen Linux, dass ihr es den Leuten so schwer macht.

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