Audio & Video

Videos stapelweise per Drag&Drop konvertieren

Einfacher als jede GUI: Euer individueller 1-Klick-Videokonverter mit Avidemux.

Videodateien konvertiert man meist doch immer wieder in das persönliche Standardformat, also beispielsweise eigene Aufnahmen in MKV-Dateien mit den Codecs x264 und MP3. Vielleicht sind es auch mal 20 Dateien auf einmal. Selbst wenn es nur eine Datei ist, warum den Umweg über das Herumgeklicke in einem Fenster gehen? Und wenn es um Stapel geht, dann ist natürlich die Stapelverarbeitung von Windows gefragt. So bekommt Ihr Euren persönlichen Konverter.

Avidemux, aber individuell

Avidemux ist ein alteingesessenes Open-Source-Tool und dient zuverlässig als supereinfache grafische Schnittlösung und extrem schneller Konverter. Im Grunde ist die Arbeit damit schon ziemlich einfach: Video öffnen, Einstellungen setzen, Konvertierung starten – und beim nächsten Video sind die Einstellungen sogar schon gesetzt.

Dennoch: Man startet die GUI, öffnet das Video, klickt auf „Speichern“, wählt den Ordner, gibt einen Namen ein … viel Klickerei für ein Video. Und erst bei 20! Allein die Vergabe von Namen ist doch lästig, meist wird es doch eh etwas wie ORIGINALNAME_konvertiert.mkv oder so ähnlich.

Avidemux hat auch eine CLI-Schnittstelle, nach dem Motto:

avidemux Format:MKV Video:x264 Audio:MP3 Name:ORIGINALNAME_konvertiert meinvideo.avi

Dabei öffnet und schließt sich ein Terminal-Fenster selbständig und Ihr bekommt eine Datei ORIGINALNAME_konvertiert.mkv.

Aber natürlich hat niemand Lust, ständig den Terminal zu öffnen und sich an Syntax erinnern zu müssen. Also muss eine Batch-Datei her: Dann könnt Ihr einfach beliebige Videodateien per Drag&Drop auf das Icon ziehen. Hier eine Minimalversion eines solchen Skripts, etwa meinkonverter.bat:

set avidemux="C:\Program Files\Avidemux 2.6 - 64 bits\avidemux_cli.exe"
set videocodec=x264
set audiocodec=MP3
set outputformat=MATROSKA

if [%1]==[] goto :eof
:loop
%avidemux% --video-codec %videocodec% --audio-codec %audiocodec% --output-format %outputformat% --load "%1" --save "%1_normalized.mkv" --quit
shift
if not [%1]==[] goto loop

Erst mal zum Bereich set: Hier werden die Einstellungen gesetzt, zum einen für die Avidemux-EXE, zum anderen für Eure Konvertierungsvorlieben. So ausgelagert ist es einfach übersichtlicher und einfacher zu ändern – Ihr könnt Euch ja auch ganz viele Konverter anlegen, etwa für Messenger, für Youtube, Euer Mediacenter, den digitalen Bilderrahmen der Oma oder was auch immer.

Kurz zur Erklärung: Wenn Ihr ein Skript etwa mit

meinkonverter.bat video1.avi video2.avi video8.avi

aufruft, dann steckt erstmal video1.avi in der Variablen %1 und video2.avi in der Variablen %2 und so weiter. Avidemux kann aber nicht selbst mit mehreren Dateien umgehen, also müssen die Videodateien nacheinander in %1 geladen werden.

Die erste if-Abfrage schaut, ob sich ein Dateiname in %1 befindet – wenn nicht, ist das Skript zu Ende.

Falls doch, kommt die loop: Hier wird Avidemux mit der aktuellen Datei (%1 = video1.avi) und Euren vorher gesetzten Einstellungen ausgeführt.

shift verschiebt nun alle Variablen einen nach oben, sprich de %1 bekommt den Inhalt von %2 und ist nun somit video2.avi.

Die zweite if-Abfrage schaut wieder, ob noch ein Dateiname/Argument in %1 steckt – wenn nicht, ist das Skript wieder zu Ende. Falls doch, geht es zurück zur loop und der Spaß beginnt von vorne, nun mit video2.avi.

Damit ist das Skript fertig und Ihr könnt anfangen, Dateien im Windows-Explorer auf das meinkonverter.bat-Icon zu ziehen.

Ihr könnt an dem Skript freilich noch etliches hinzufügen und optimieren, aber das Skript funktioniert. Und natürlich gibt es für solche Aufgaben auch reine Kommandozeilenprogramme wie ffmpeg, aber mit Avidemux hat man eben auch einen grafischen Editor zur Verfügung.

Nachtrag: Nicht alle Avidemux-Features lassen sich so einfach per CLI nutzen, auch wenn es laut Dokumentation so ist – hier die Lösung.

Mehr zum Thema Videobearbeitung.

Bildmaterial im Teaser-Bild: (c) copyright 2008, Blender Foundation / www.bigbuckbunny.org

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help

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