Linux & Co.Windows

Windows-Software unter Linux nutzen

Mehr ist manchmal eben doch besser: Windows wird besser, wenn Ihr dort auch Linux-Tools nutzen könnt und Linux wird besser, wenn eben Windows-Programme laufen. Mal ist es ein Spiel, auf das man nicht verzichten möchte, mal ein einzigartiger Musik-Player wie foobar2000 und nicht selten irgendein Spezialprogramm, etwa zum Katalogisieren von Briefmarken oder Bürosoftware. Play on Linux macht so etwas sehr einfach möglich.

Wine und Play on Linux

Wine ist das Standardwerkzeug für Windows-Programme unter Linux. Kurz gesagt ist Wine eine Ebene zwischen Linux-Betriebssystem und Windows-Anwendungssoftware. Es empfängt quasi Windows-Kram und übersetzt für Linux. Das gibt es schon ewig, war aber vor einigen Jahren noch mit viel Frust verbunden.

Play on Linux ist eine grafische Oberfläche für/basierend auf Wine, die es Euch zweifach einfach macht: Zum einen könnt Ihr direkt aus einem Katalog Anwendungen wie zum Beispiel Adobe-Programme installieren (die CDs benötigt Ihr natürlich dennoch), zum anderen aber auch eigene Programme über ihre normalen Windows-Installer.

Im Folgenden seht Ihr Schritt für Schritt, wie Ihr Play on Linux einrichtet, aus dem Katalog und ein Programm manuell installiert, hier am Beispiel foobar2000 – und zwar unter Ubuntu 18.04 (mit Xfce-Desktop).

1. Play on Linux installieren

Öffnet das Ubuntu Software Center und sucht dort nach Play on Linux – Wine werdet Ihr auch in dessen Nähe finden. Installiert und startet Play on Linux.

play on linux
Ubuntu Software

2. Aus Katalog installieren

Nach dem ersten Start läuft eine kurze Aktualisierung, dann könnt Ihr über Installiere ein Programm im Katalog stöbern und von dort einfach per Klick installieren.

foobar2000 findet Ihr zwar auch im Katalog, aber für das Beispiel benötigt Ihr zunächst die Installationsdatei, aktuell also die foobar2000_v1.5.exe von der Downloadseite. Klickt im Katalogfenster auf Installiere ein Programm, das nicht aufgelistet ist.

3. foobar2000 installieren

Jetzt startet der Play-on-Linux-Installationsassistent. Die nächsten 6 Fenster könnt Ihr einfach mit den vorgegebenen Einstellungen durchklicken, das sind nur Infos und Rahmenbedingungen, die hier und meist nicht benötigt werden.

Im nächsten Fenster solltet Ihr 64 bits windows installation wählen, sofern Ihr nicht explizit eine 32-Bit-Anwendung installieren wollt.

play on linux
Mehr Bit bitte.

Anschließend könnt Ihr über Durchsuchen und die zwei folgenden Dialoge die heruntergeladene foobar2000-EXE-Datei auswählen und bestätigen.

Nun startet die reguläre foobar2000-Installationsroutine – die folgenden Dialoge könnt Ihr also wie gewohnt durchklicken. Zwei wichtige Dinge dabei: foobar2000 bietet eine portable Installation an – wenn ein Programm das tut, nutzt es! So werden keine Daten in die Registry geschrieben, alles bleibt in einem Ordner und das macht es Wine einfacher. Zweitens: Installiert immer in das vorgegebene C:-Verzeichnis, das nämlich stellt Wine dafür bereit.

Schlussendlich erstellt Ihr noch einen Starter für foobar2000.

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Ein starter noch zum Starten doch.

Starten könnt Ihr es dann über die Play-on-Linux-Oberfläche oder das Icon auf dem Desktop.

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foobar2000 für Windows unter Ubuntu.

4. Aaaaber …

So reibungslos wie mit foobar2000 funktioniert das nicht immer. Bevor Ihr etwas manuell installiert, solltet Ihr auf jeden Fall schauen, ob es nicht irgendwo bereites fertige Installationsskripte gibt, sei es im Play-on-Linux-Katalog oder in irgendwelchen Foren.

Einzustellen gibt es jedenfalls einiges, wie Ihr etwa unter Konfigurieren/Wine/Wine konfigurieren sehen könnt.

play on linux
Manchmal ist es einfach viel Frickelei bis alles läuft.

Und wenn Ihr damit nicht zum Ziel kommt: Setzt eben eine virtuelle Maschine auf – genügend Rechenleistung und eine Windows-Lizenz vorausgesetzt, ist das oft die einfachere Lösung.

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Du hier mehr über Open Source, Linux, Bastelkram oder auch Windows-Basics lesen und Tutonaut unterstützen möchtest: Spendier mir einen Kaffee via Paypal. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help

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