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Windows: Text per Open-Source-Tool aus Fotos kopieren

Mit dem Textextraktor der PowerToys kopiert Ihr unter Windows 10 und Windows 11 ganz einfach Texte aus Fotos oder Screenshots

Text aus Fotos kopieren ist nicht nur im Blogger-Alltag praktisch! Ich nutze die Funktion auf dem iPhone oder meinem MacBook fast täglich, um beispielsweise Telefonnummern zu sichern und mehr. Dank der hervorragenden Microsoft-Toolsammlung PowerToys könnt Ihr nun auch unter Windows mit minimalem Aufwand OCR auf Fotos oder Screenshots anwenden und den Text in eine andere Anwendung kopieren. Möglich macht es ein neues Tool, das in Version 0.62 zu den PowerToys hinzugestoßen ist.


PowerToys-Textextraktor kopiert Text aus Bildern

Mit dem Update auf PowerToys Version 0.62, das Ihr wie immer via GitHub herunterladen könnt, bekommt Ihr über den neuen Textextraktor die Möglichkeit, Texte aus Fotos zu kopieren. Das funktioniert ähnlich wie das Mac-OCR-Tool Trex, das wir Euch hier vorstellen: Per Tastenkombination (standardmäßig Windows-Taste + Shift + T) erstellt Ihr einen Quasi-Screenshot. Der darin enthaltene Text landet in der Zwischenablage von Windows. Von hier kopiert Ihr ihn einfach in eine andere Anwendung, etwa den Texteditor.

Text aus Bildern extrahieren Windows
Praktisch ist der Textextraktor unter anderem, wenn Ihr Texte aus Bildschirmfotos kopieren möchtet.

Die Texterkennung funktioniert nach meinen Tests recht gut, wenn auch nicht ganz so toll, wie es die Fotos-App am Mac hinbekommt. So extrahiert das Tool vor saubere Druckschrift problemlos, mit Handschrift oder anderen Schnörkelschriften hat es aber etwas Probleme.


Textextraktor Tastenkombination einstellen
Die Tastenkombination für das kostenlose OCR-Tool könnt Ihr in den PowerToys-Einstellungen anpassen.

Laut Microsoft-Entwicklern basiert der neue Gratis-OCR-Textextraktor der PowerToys übrigens auf dem ebenfalls quelloffenen TextGrab, das Ihr Euch als Alternative ebenfalls einmal anschauen könnt.

PowerToys lernen ständig dazu

Wie schon im etwas älteren Tuto zu den Microsoft PowerToys beschrieben lohnt es sich, die Werkzeugsammlung im Auge zu behalten. Microsoft bleibt hier tatsächlich dran und erweitert die Sammlung laufend um neue Funktionen.

So gibt es mittlerweile unter anderem einen Auto-Updater für die PowerToys, eine Reihe neuer Werkzeuge wie der Text-Extraktor oder auch ein praktisches Bildschirmlineal sind hinzugekommen, die vorhandenen PowerToys bekommen neue Funktionen und sogar die lange Zeit verbuggte Sicherheitsfunktion für Webcam-Konferenzen funktioniert mittlerweile stabil. Ach ja: Auch eine Version für Windows-on-ARM gibt es mittlerweile von PowerToys, von mir getestet in Windows 11 auf einem M1-MacBook. Sehr schön.

Microsoft PowerToys neue Funktionen
Neue Funktionen wie die Spotlight-Alternative PowerToys Run machen die PowerToys zunehmend interessanter.

Was sagt Ihr eigentlich zu den PowerToys? Ich finde die Sammlung mittlerweile wirklich solide und packe sie mir auf jede Windows-Installation, die ich so betreibe – fairerweise sind das als Mac-Mensch nicht mehr wirklich viele ;-) Sagt doch mal in den Kommentaren, ob Ihr die Dinger auch so praktisch findet wie ich.

Noch mehr rund um Windows findet Ihr hier, noch mehr aus der wunderbaren Welt der quelloffenen Software sammeln wir hier für Euch.

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, am Desktop Apple- und unterwegs Android-Fan, zockt unter Windows, kann nicht ohne Musik (von Classic Rock über Ska bis Punk) und Hörbücher, schießt gerne Postkarten-Fotos, hat immer mindestens zwei Handys dabei und freut sich riesig über eine Kaffeespende ;-)

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5 Kommentare

  1. Zum Artikel: Sehr schön, danke! Ich hatte die neuen Power Toys vor längerer Zeit mal ausprobiert und dann aber etwas vergessen. Jetzt habe ich sie nochmal installiert und da hat tatsächlich viel getan. Das vorgestellte Programm finde ich auf jeden Fall sehr hilfreich und kann mir vorstellen, es häufiger zu verwenden, für Adressen, Telefonnummern etc.

    Zur Diskussion über mir eine Frage: Ist Power Toys denn nicht Open Source? Zumindest habe ich es auch so verstanden. Aber ich bin auch nicht so sehr in der Materie drin. Laut Homepage steht es unter „MIT License“, aber keine Ahnung, was das heißen soll. Oder können Windows-Programme allgemein nicht Open Source sein? Das ist ein interessantes Thema, wie ich finde.

  2. Ich habe diese Kommentare, wie den meinen, meistens blöd gefunden. Nun schreibe ich selbst einen.
    Muss ein Artikel über ein Windowsprogramm (inklusiver Amazon Werbung) wirklich über osbn gehen?
    Das ist so weit weg von Open-Source, dass man den Hintern des Gnus schon gar nicht mehr erkennen kann.

    Nicht verwechseln: Toller Blog und ich hege keinen Groll, ich möchte nur einfach mal nachfragen, ob der Verfasser nicht findet, dass der Artikel ein bisschen in der falschen Kategorie steckt.

    1. Ich bin zwar nicht der Autor des Artikels, aber der Open-Source-Onkel von Tutonaut, daher bin ich mal so frei.

      Ich verstehe den Einwand, würde mich aber nicht so ganz anschließen. Blöd finde ich den Kommentar ganz und gar nicht, ich habe durchaus ein Herz für Purismus, FSF, Free Software und ein gewisses Maß an Abgrenzung.

      Um die Werbung auf der Seite kommen wir nicht drum herum, wir machen das hauptberuflich. Trotzdem geht es ja um Open Source.

      Bezüglich der Kategorie: In eine Open-Source-Kategorie würde ich den Artikel in der Tat auch nicht packen – er ist aber auch in der Kategorie „Windows“! Bei OSBN landet der Artikel schlicht über eines der gesetzten Schlagworte, die man freilich deutlich freigiebiger und beiläufiger setzt. Aber das ist vermutlich nicht der Kern der Frage, sondern nur technischer Firlefanz ;)

      Was den fehlenden Huftierhintern angeht: Das ist sogar ein Punkt, der mir persönlich sehr wichtig ist – bei Open Source geht es eben nicht nur um Linux. Ich für meinen Teil möchte Open Source möglichst vielen Menschen nahe bringen. In dem ich Grundlagenartikel schreibe, Lizenzen erkläre oder schlicht über Open-Source-Tools schreibe. Wenn ich das aber immer nur im Linux-Kontext mache, ignoriere ich genau die Menschen, die ich eigentlich erreichen möchte – Otto Normalverbraucher vor ihren Windows-Kisten. (Ein wenig Pragmatismus, daher habe ich auch aufgehört von Free Software zu reden und lasse es meist beim üblicheren Open Source – obwohl ich es als FLOSS-Fanatiker da halte wie die originalen Gnu-Jockeys und einen gewissen Unterschied sehe.)

      Aber ja, manchmal kommen dann natürlich Artikel in den OSBN-Stream, die zwar formell passen, aber etwas aus dem üblichen Rahmen fallen. Da wird es von uns bestimmt noch ein paar Kandidaten geben. Man sehe es uns nach.

      Und um nochmal kurz abzuschweifen, weil es mich nach wir vor ärgert: Wenn ich mich recht entsinne, war das „Open Source Magazin“ von Data Becker, das ich als Projektleiter geführt habe, die einzige wirkliche Open-Source-Zeitschrift auf dem Markt – alles andere waren (und sind) Linux-Zeitschriften. Auch die „Linux Intern“ habe ich damals betreut und natürlich gab es Artikel, die in beiden Heften verwurstet wurden. Mein Herz hing aber immer am „Open Source Magazin“, eben weil ich da auch mal den Fokus auf Open Source für Windows legen konnte! Viele Dinge haben ja auch gar nichts mit Linux zu tun. Creative Commons, offene Standards, Lizenzen, Firefox, Gimp zum Beispiel oder selbst die Bash! Ich habe etwa versucht mir komplett abzugewöhnen, bei Terminal-Artikel von „Linux-Tools“ zu sprechen – bash, chmod, popdir, ls, sed, grep, curl … alles Tools, die ich ständig nutze, unter Windows genauso wie unter Linux. Auch heute noch würde ich mir ein echtes Open-Source-Medium wünschen, bei dem es nicht zu 80 Prozent um ein einziges Open-Source-Projekt, eben Linux, geht.

      Windows-Nutzer kaufen sich kein Linux-Heft und besuchen tendenziell keine Linux-Seiten – und somit wird ihnen das Thema Open Source weitestgehend am A… vorbeigehen. In Windows-Medien kommen zwar hier und da freie Tools vor, aber auf die Quelloffenheit selbst und die einhergehenden Freiheiten wird meist gar nicht eingegangen. Naja, egal, nur ein alter Mensch, der einer Zeitschrift nachtrauert und gerne wieder mal eine allgemeine Open-Source-Zeitschrift kaufen würde.

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