Im ersten Teil zu Audacity haben wir Platten ohne weitere Optimierung digitalisiert, jetzt geht’s ans optionale Feintuning. Manch ein Vinyl-Freund mag vielleicht sogar das leichte Rauschen und Knistern der kratzenden Nadel, doch spätestens auf dem PC wirkt es doch arg unpassend..

Im ersten Teil zu Audacity haben wir Platten ohne weitere Optimierung digitalisiert, jetzt geht’s ans optionale Feintuning. Manch ein Vinyl-Freund mag vielleicht sogar das leichte Rauschen und Knistern der kratzenden Nadel, doch spätestens auf dem PC wirkt es doch arg unpassend. Das gilt vor allem für das Rauschen im Sinne von Störgeräusch, entstehend durch Technik und Übertragung. Derlei Rauschen und leichtes Knistern kann Audacity automatisch entfernen – auch wenn der Workflow etwas unausgegoren ist. 

1. Das Rauschen
Die Ausgangssituation: Bei starkem Zoom lässt sich das unerwünschte Rauschen zwischen den Titeln einer Platte gut erkennen – und natürlich hören, zumal Audacity praktischerweise immer nur den markierten Bereich nach Klick auf den Play-Button abspielt.

2. Rauschentfernung starten
Zum Entfernen öffnet ihr zunächst Effekte/Rauschentfernung – wohlgemerkt ohne spezielle Markierung in der Spur.

3.  Kleiner Rückschlag …
Im Rausch-Dialog bekommen Sie nun die Anweisung, vorher etwas auszuwählen – sprich Sie brechen den Dialog erstmal ab. (Hätten Sie im vorigen Schritt bereits das richtige ausgewählt, wäre dieser unschöne Abbruch nicht nötig – aber woher soll man wissen, was man vor Aufruf des Tools hätte tun sollen … .)

4. Rauschen markieren
Markiert nun ein paar wenige Sekunden, wo nur das Rauschen zu finden ist.

5. Rauschentfernung erneut starten
Ruft wieder das Rausch-Tool auf und klickt nun auf den „Get Noise Profile“-Button – woraufhin Audacity lernt, welche Kurven in diesem Stück Rauschen entsprechen, als einziges Feedback aber leider schon wieder das Fenster schließt.

6. Rauschen zum dritten mal starten
Startet also schon wieder das Rausch-Tool, jetzt aber mit komplett markiertem Stück (oder ohne Markierung, dann markiert das Tool selbst alles).

7.  Abstimmung
Nun benötigt ihr den unteren Bereich und können mit den Schiebereglern bestimmen, inwieweit das Rauschen modifiziert wird – kurze Erklärungen finden sich direkt im Dialog. Die Default-Einstellungen sind aber für erste Versuche schon gut gewählt.

8. Vorhören
Nutzt auf jeden Fall die Vorhör-Funktion, denn die eigentliche Verarbeitung dauert bisweilen etwas, insbesondere, wenn Sie lange Alben mit hoher Qualität verarbeiten.

9. Warten
Mit dem OK-Button veranlasst ihr Audacity nun zu einiger Rechnerei und nach ein paar Minuten …

10. Heureka!
… erscheint das gesäuberte Stück. Hier seht ihr nun auch, warum das Rausch-Tool mit unterschiedlich gesetzten Markierungen gestartet wird: Zum Lernen, was hier überhaupt Rauschen ist, müsst ihr solches manuell markieren; einmal gelernt, wird dieses Wissen vom Rausch-Tool auf das komplette Werk angewandt. Die fehlende Rückmeldung vom Rauschentferner kann man vertrösten, sieht man sich das Ergebnis mal detaillierter an.

11. Das Ergebnis im Detail
Hier seht ihr nun, dass erstens der reine Rauschbereich komplett stumm ist, zweitens auch der Song an sich angetastet/optimiert/bearbeitet wurde und drittens, dass der Peak ganz links (ein Knackser vom Nadelauflegen) nicht angetastet wird, schließlich handelt es sich auch um eine andere Art von Störgeräusch.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, BSI-Mitarbeiter, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 24 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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