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Viele Äpfel (Bild: Pixabay/Pexels)

Anleitung: 32-Bit-Apps unter MacOS Catalina weiterbenutzen

MacOS Catalina unterstützt keine 32-Bit-Apps mehr. Das ist in manchen Fällen wirklich ärgerlich. Aber es gibt ein Workaround.

Mit MacOS 10.15 „Catalina“ hat Apple den Support für 32-Bit-Software gestrichen. Das ist zwar in vielen Fällen verkraftbar, trotzdem wird der ein oder andere User zähneknirschend festgestellt haben, dass ein Lieblingsspiel oder eine wichtige Software nicht mehr unter MacOS 10.15 läuft. Besonders ärgerlich ist das, wenn der Hersteller auch keinerlei Anstalten macht, das Problem zu beheben. Mit einem Umweg über eine praktische virtuelle Maschine bekommt Ihr die alten 32-Bit-Programme aber trotzdem auf Eurem Catalina-Mac zum Laufen.

Altes MacOS nutzen: Einfacher geht’s mit Parallels

Für die, die es noch nicht wissen: Virtuelle Maschinen sind sozusagen Computer-Simulationen innerhalb Eures Computers. Die lassen sich mit wenigen Handgriffen installieren, es gibt es drei wichtige Programme für diesen Zweck: Parallels Desktop, VMWare Fusion und VirtualBox. Letzteres ist kostenlos. Alle drei können, sofern sie auf einem Mac laufen, auch ein MacOS-System virtualisieren. Ich denke, Ihr ahnt, wo der Hase hin läuft? Gut: Wir nehmen Parallels, weil das Programm am einfachsten zu bedienen ist: Hier gibt es nämlich die wunderbare Funktion, MacOS zu installieren. Das passiert standardmäßig aber in der Version, die gerade auf dem Mac installiert ist, was bei Catalina im Hinblick auf 32-Bit-Apps natürlich Quatsch ist.

Catalina in Catalina ergibt natürlich wenig Sinn.
Catalina in Catalina ergibt natürlich wenig Sinn.

MacOS Mojave – woher nehmen?

Bevor Ihr loslegt, braucht Ihr zuerst eine ältere MacOS-Version. Da Ihr Euren Rechner ja bereits auf Catalina aktualisiert habt, habt Ihr zwangsläufig auch eine ältere MacOS-Version zur Hand, etwa MacOS 10.14 „Mojave“. Ältere MacOS-Versionen findet Ihr entweder im App-Store oder direkt auf der Apple-Website. Am besten ladet Ihr direkt das Vorgänger-OS „Mojave“, da dieses am modernsten ist, aber noch 32-Bit-Apps unterstützt. Für den Fall, dass Ihr eine noch ältere Version sucht, findet Ihr hier die Download-Links:

Mojave ist noch da – man muss es nur finden.
Mojave ist noch da – man muss es nur finden.
MacOS Mojave wird über die Software-Update-Funktion geladen.
MacOS Mojave wird über die Software-Update-Funktion geladen.

Nicht erschrecken: MacOS öffnet zunächst den Software-Updater und sucht eine Weile. Danach fragt das System, ob Ihr „MacOS Mojave wirklich laden“ wollt. Bestätigt das mit „Download“. Das Installationsprogramm landet daraufhin im „Programme“-Ordner Eures Macs. Wir empfehlen Euch dringend, es irgendwo zu archivieren – bei Apple ist nie sicher, wie lange solche Downloads noch erreichbar sind. Mit diesem Installer könnt Ihr dann bequem die ältere MacOS-Version in Parallels installieren.

Die Datei landet über den Updater im Programme-Ordner.
Die Datei landet über den Updater im Programme-Ordner.

Älteres MacOS in Parallels installieren

Praktischerweise muss man bei Parallels Desktop keine weiteren Schritte mehr anwenden: Das Programm erkennt automatisch, wenn MacOS-Installer auf dem Mac liegen! Ihr könnt den Installer also direkt verwenden, um MacOS Mojave in einer virtuellen Maschine zu installieren. Klickt dazu zunächst im Kontrollcenter auf das „Plus“-Symbol und wählt anschließend „Windows oder ein anderes OS von DVD oder Image-Datei installieren“. Anschließend zeigt Euch das Programm eine Liste möglicher Betriebssysteme. Wählt hier „Install MacOS Mojave.app“ und klickt auf „Fortfahren“.

Zackfertig: Parallels kann den Installer direkt nutzen.
Zackfertig: Parallels kann den Installer direkt nutzen.

Praktischerweise erstellt Parallels dabei auch direkt eine MacOS-Image-Datei, die für allerlei andere Dinge gut ist. Lasst die MacOS-Mojave-Installation im Parallels-Fenster einfach durchlaufen: Anschließend besitzt Ihr einen voll funktionsfähigen Mac im Mac, der mit MacOS Mojave läuft – und dementsprechend alte 32-Bit-MacOS-Anwendungen ausführen kann. Denkt daran, die Parallels-Tools zu installieren, damit Ihr den virtuellen Mac mit maximaler Leistung nutzen könnt.

Mojave wird in der virtuellen Maschine installiert.
Mojave wird in der virtuellen Maschine installiert.

Optional: MacOS-ISO-Datei erstellen

Alternativ könnt auch direkt aus dem MacOS-Installer eine startfähige MacOS-ISO-Datei erstellen. Die ist zum Beispiel wichtig, wenn Ihr nicht Parallels, sondern VirtualBox nutzen wollt. Das ist mit dem Terminal mit wenigen Handgriffen zu bewerkstelligen. Da der Mojave-Installer ja im Programme-Ordner liegt, könnt Ihr mit den folgenden Terminal-Befehlen eine ISO-Datei daraus extrahieren. Gebt die Zeilen nacheinander im Terminal ein und gebt gegebenfalls Euer Administrator-Passwort ein, wenn das Terminal es verlangt:


hdiutil create -o ~/Desktop/Mojave.cdr -size 6g -layout SPUD -fs HFS+J
hdiutil attach ~/Desktop/Mojave.cdr.dmg -noverify -mountpoint /Volumes/install_build
sudo /Applications/Install\ macOS\ Mojave.app/Contents/Resources/createinstallmedia --volume /Volumes/install_build --nointeraction
hdiutil detach "/Volumes/Install macOS Mojave"
hdiutil convert ~/Desktop/Mojave.cdr.dmg -format UDTO -o ~/Desktop/Mojave.iso
mv ~/Desktop/Mojave.iso.cdr ~/Desktop/Mojave.iso
rm ~/Desktop/Mojave.cdr.dmg

Anschließend liegt auf Eurem Desktop eine ISO-Datei namens „Mojave.iso“. Diese könnt Ihr zum Beispiel nutzen, um einen bootfähigen USB-Stick oder, falls Ihr so masochistisch veranlagt seid, ein optisches Medium zu erstellen, um den Mac zu starten. Gleichzeitig ist die ISO-Datei natürlich auch wunderbar geeignet, um das System ohne großes Gefummel für spätere mögliche Einsatzzwecke zu archivieren.

Christian Rentrop

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und mit der Vespa GTS 300 oder meinem Hund in der echten Welt unterwegs.
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