Eine Rufnummer-Mitnahme von einem Mobilfunk-Anbieter zum anderen ist ein echter Stressfaktor. Zum Glück kann das heutzutage absolut reibungslos vonstatten gehen. Wir zeigen Euch, was Ihr dabei beachten solltet, damit es so problemlos klappt wie bei meinem Wechsel von Congstar zu Simply.

Eigentlich bin ich ja niemand, der viel auf seinen Smartphone-Tarif achtet. Billig muss er sein und genügend Gesprächsminuten und Datenvolumen haben, das sind so meine Kriterien, zumal ich meine iPhones lieber direkt kaufe. Nach einem längeren Ausflug zu O2 war ich letztlich bei Congstar gelandet, war mit deren Performance im „Besten Netz“ aber nicht mehr zufrieden: Zu lahm, zu teuer und tatsächlich an vielen Stellen in Köln und Bonn tatsächlich kein vernünftiges Netz. Also stand ein Wechsel mit Rufnummer-Mitnahme zum neuen Anbieter an.

Handynummer umziehen? So einfach ist das nicht…?

Der neue Anbieter ist Simply. Die Tarife im O2-Netz sind derzeit sehr günstig und für meine Zwecke völlig ausreichend. Der große Vorteil gegenüber Congstar ist, dass LTE im Tarif drin ist, während die T-Mobile-Tochter nur HSDPA+ anbietet. Bislang war jeder Providerwechsel bei mit mit einem großen Zittern verbunden, zumal die Provider nicht nur 25 Euro kassieren, wenn man die Nummer mitnehmen will, sondern früher auch noch allerlei Papierkram wie eine Verzichtserklärung benötigten. Die fand ich zwar auf der Congstar-Website, weshalb ich den Support kontaktierte. Der teilte mir mit, dass ich ganz einfach per Mail bescheid sagen solle, wenn es so weit wäre. Die Nummer würde dann freigegeben. Das ist nur fair – und deutlich einfacher, als ich es in der Vergangenheit erlebt hatte.

Sim-Wechsel

Es reicht, die SIM-Karte am Austausch-Tag zu wechseln.

Rufnummer-Mitnahme: Die richtige Reihenfolge beachten

Die Rufnummer-Mitnahme von Congstar zu Simply ist natürlich wie jeder Umzug einer Telefonnummer eine Zitterpartie: Klappt es so, wie man sich das vorstellt? Wird die Rufnummer übertragen? Gibt es Probleme? Nun: Die Chance, dass Probleme auftreten – und bei mir sind diesmal tatsächlich gar keine Probleme aufgetreten – sinkt massiv mit der richtigen Reihenfolge der Schritte.

Simply

Der SIM-Stapel wächst. Die Tarif-Wunderlichkeit vieler Provider ist Schuld daran.

So klappt der Handynummer-Umzug reibungslos

  1. Kündigt Eurem alten Provider zunächst über die Hotline oder den Mailsupport an, dass Ihr die Rufnummer vor Vertragsende zu einem neuen Provider übernehmen wollt. Anschließend erhaltet Ihr ein Freigabeformular oder eine einfache Bestätigung durch den Kundenservice. Wartet aber auf jeden Fall ab, bis die Freigabe durch Euren alten Provider bestätigt ist. Bei Congstar hat das ein paar Tage gedauert.
  2. Jetzt könnt Ihr den neuen Vertrag oder Tarif bei Eurem neuen Provider abschließen. Im Rahmen der Registrierung werdet Ihr auch gefragt, ob Ihr eine bestehende Rufnummer mitnehmen wollt. Wichtig: Die Kundendaten – also Name, Adresse, Geburtstdatum etc. – müssen beim neuen Provider genau so angegeben werden, wie sie beim alten Provider hinterlegt sind. Habt Ihr da zum Beispiel Euren zweiten Vornamen eingetragen, tragt ihn auch beim neuen Provider ein. Sonst kann es zu Problemen bei der Rufnummer-Mitnahme kommen.
  3. Das war es dann auch schon für’s erste: Wartet ab, bis Ihr die neue SIM-Karte von Eurem neuen Provider erhaltet. Im gleichen Zeitraum – rund eine Woche – sollten die beiden Provider auch miteinander kommuniziert haben und die Rufnummermitnahme bestätigt haben. Die Info darüber erhaltet Ihr per E-Mail oder SMS.
  4. Wenn alle Infos korrekt waren, habt Ihr jetzt ein Mitnahmedatum, an dem die Rufnummer übertragen wird, sowie die alte SIM im Smartphone und die neue in Eurem Briefkasten. In meinem Fall hatte Simply die neue Karte bereits mit einer neuen Nummer aktiviert. Sie konnte direkt benutzt werden, natürlich noch mit dieser Übergangsnummer. Andere Provider verfahren ähnlich, gegebenenfalls müsst Ihr die Karte aber noch aktivieren. Wie das geht, erklärt Euch Euer neuer Provider in den mitgelieferten Unterlagen.
  5. Jetzt heißt es abwarten. Ich habe die alte Congstar-Karte bis zum Tag der Rufnummer-Übertragung im Handy gelassen. Am Tag der Übernahme habe ich abgewartet, bis ich mit dem alten Handy nicht mehr telefonieren und über das Mobilfunknetz surfen konnte. Geht nichts mehr, ist die Rufnummer-Übernahme im Gange und der alte Provider gibt der alten Karte eine neue Nummer. Congstar informierte mich am Stichtag bereits um 00:15 Uhr darüber, dass ich die alte Karte jetzt mit einer neuen Nummer nutzen könnte. Das war für mich dann der Zeitpunkt, die neue SIM ins iPhone einzulegen.
  6. Die eigentliche Rufnummer-Übernahme kann einige Stunden dauern. Ich konnte mich jedenfalls nicht direkt unter der alten Nummer selbst auf dem iPhone anrufen. Ich ging ins Bett und ließ das iPhone mit der neuen SIM über Nacht eingeschaltet am Strom.
  7. Am nächsten Morgen konnte ich mich immer noch nicht selbst auf dem iPhone unter der übertragenen Nummer anrufen. Die Ursache für das Problem war schnell gefunden: Erst ein Neustart des iPhones sorgte für eine Neueinbuchung im Mobilfunknetz und die Übernahme der neuen alten Rufnummer ins iPhone-System. Anschließend war ich unter meiner übertragenen Nummer auf der neuen Simply-SIM erreichbar. Weitere Einstellungen – von einer wahrscheinlich überflüssigen WhatsApp-Neuinstallation abgesehen – waren nicht nötig.
  8. Fertig! Die Simply-SIM ist jetzt mit der neuen Rufnummer ausgestattet, die Übergangs-Rufnummer ist nicht mehr vorhanden. Gleichzeitig hat die alte Congstar-Karte eine neue Rufnummer bekommen. Wer will, kann jetzt seinen Vertrag beim alten Anbieter kündigen, sofern das noch nicht geschehen ist. Ich werde die Congstar-Karte mit der (hübschen) neuen Rufnummer jedoch erst einmal für Notfälle in einem grundkostenfreien Basis-Tarif weiterlaufen lassen.

Rufnummermitnahme problemlos bewältigt

Für mich waren zwei Dinge erstaunlich: Wie einfach es inzwischen ist, eine Rufnummer mitzunehmen. Und wie schnell und problemlos das vonstatten ging. Die Serviceabteilungen von Congstar und Simply haben hier ganze Arbeit geleistet. Meine Nervosität, ob alles klappt, war also im Grunde überflüssig. Berechtigt war sie aber trotzdem: Nichts ist nerviger, als wegen eines Fehlers bei der Rufnummermitnahme tage- oder sogar wochenlang mit einer der Übergangs-Rufnummern zu leben. Der Wechsel war übrigens bisher aus meiner Sicht die richtige Entscheidung: Ich bin inzwischen alle Spots abgelaufen, an denen ich mit Congstar keinen oder nur sehr schlechten Empfang hatte: Überall ist Simply-LTE deutlich zuverlässiger. Vermutlich auch, weil der Tarif das bessere LTE-Netz nutzt, während Congstar die ollen UMTS-Masten verwendet. Übrigens war ich – bis auf das fehlende LTE und die damit verbundene Empfangsproblematik – immer sehr zufrieden mit Congstar. Und werde möglicherweise wohl auch zurück wechseln, wenn sich Congstar dazu durchringt, endlich LTE anzubieten. So einfach, wie der Rufnummer-Umzug vonstatten geht, scheint das ja künftig keine Schwierigkeiten mehr zu machen.

LTE

LTE ist mein einziger Grund, von Congstar weg zu gehen.

Psst: Sag's Deinen Freunden.

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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1 Kommentar

  • Leider habe ich natürlich voll daneben gegriffen. Meine Umstellung (Portierung) von discotel zu simply (also im Unternehmen) ging bis heute schief, was an mir lag, da ich bei Portierung meiner Nummer eine Zahl vergessen hatte. Vom 29.03. Tag der Portierung, bis heute mehrmals per E-Mail und telefonischen Kontakt ! Leider bis heute keine positive Lösung zu verzeichnen. Keine Nummer=Kein Handyempfang.

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