Philips Hue lässt sich auch via Windows steuern. Sogar mit Ambilight-Effekt für den Monitor.

Viele Philips-Hue-Nutzer werden lediglich die Hue-App auf Mobilgeräten nutzen, viele weitere die Philips-eigenen Schalter. Aber Ihr verpasst was! Mit Hue Sync könnt Ihr Euer komplettes Hue-System steuern und sogar Ambilight realisieren – perfekt für’s Zocken! Leider läuft Philips Hue Sync nur (!) auf Win 10 64 Bit, alle anderen können die Open-Source-Lösung WinHue nutzen.

Win 10 only

Danke Philips! Danke für diese völlig bescheuerte Entscheidung. Hue Sync läuft nur auf Windows 10 in der 64-Bit-Variante. Und auf MacOS High Sierra, aber wen juckt’s. Windows 10 kommt unter den Windows-Installationen weltweit auf einen Marktanteil von gut 47 Prozent. Davon dürften die meisten – bei weitem nicht alle – Systeme mit 64 Bit laufen. Kein Linux, kein Win 7, kein Win 8, kein Win 8.1 – somit haben die meisten Menschen gar keine Möglichkeit Hue Sync zu nutzen. Für ein Unternehmen, das mit 50-Euro-Glühbirnen die erste wirklich großflächige Smart-Home-Invasion starten will kann das eigentlich nicht im eigenen Interesse liegen. Clevere Entscheidung Philips, richtig clever. Ach egal, vielleicht hatte ich auch nur keinen Bock extra für die Software eine neue Win-10-VM aufzuziehen …

Wenn Ihr also zu den vielen Millionen Windows-7-Nutzern gehört, bleibt Euch lediglich die Alternative WinHue – die allerdings keinen Ambilight-Effekt fabriziert. Aber immerhin. Danke Open Source. Und trotzdem bin ich tierisch angepisst …

Philips Hue Sync einrichten

Die Einrichtung ist gewohnt simpel: Installiert und startet Hue Sync und klickt auf Suche nach Bridge.

hue sync philips winhue

Bridge suchen.

Wählt die gewünschte gefundene Bridge aus und klickt auf Verbinden.

hue sync philips winhue

Bridge verbinden.

Zum Abschluss klickt nach Aufforderung auf den Schalter an der Hue Bridge.

hue sync philips winhue

Bridge drücken.

Hue Sync startet sofort und Ihr könnt ähnlich wie in der Android-App mit Euren Lampen und Einstellungen spielen.

hue sync philips winhue

Hue Sync – der App nicht unähnlich.

Ambilight einrichten

Für den Ambilight-Effekt wählt den Reiter Video, den gewünschten Entertainment Bereich und startet die Synchronisierung. Falls Ihr noch keinen Entertainment-Bereich habt, hier haben mehr dazu.

hue sync philips winhue

Synchronisierung mit dem Bildschirminhalt (Video) = Ambilight Light.

Und so sieht das Ganze dann aus, nur mal kurz als GIF:

WinHue einrichten

Die Einrichtung von WinHue ist genauso simpel: Startet das Programm und anschließend die Erkennung über File/Detect and Pair bridges. Hier lasst Ihr zunächst über Detect Bridges die Hue Bridge suchen, markiert die gefundene Bridge und koppelt sie dann über Pair.

winhue

Bridge verbinden.

WinHue importiert Eure Einstellungen und Ihr könnt sofort Lampen, Räume, Szenen und so weiter steuern – ein Doppelklick auf eine Lampe genügt zum Ein-/Ausschalten. Die Oberfläche von WinHue ist nicht unbedingt hübsch, ermöglicht aber deutlich fixeren Zugriff auf die einzelnen Elemente als es die optisch poliertere Philips-Software tut.

hue sync philips winhue

Für große Hue-Systeme ist WinHue definitiv übersichtlicher – auf den zweiten Blick.

Weitere Artikel zu Philips Hue findet Ihr hier. Und wenn Ihr Euch Hues zulegen wollt, gerne über diesen Link bei Amazon, dann verdienen wir auch noch ein wenig mit ;)

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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Kommentare

  • Es ist völlig legitim, Windows 7 nicht mehr zu unterstützten. Hue Sync erschien im Juni 2018. Warum soll sich Phillips dann bitte noch um ein System kümmern, das in weniger als 18 Monaten endgültig den Support-Tod stirbt und dann von niemanden mit gesundem Menschenverstand mehr eingesetzt werden sollte? Verschwendete Ressourcen.

    Ich weiß, es schmeckt dir nicht, aber an Windows 10 geht mittelfristig kein Weg vorbei, wenn man sich unbedingt an Microsoft ketten will (…was du ja trotz deiner Open-Source-Tiraden nach wie vor tust ;) )

    • Tue ich, zwangsläufig. Arbeit. Zocken. Aber wenn Win 7 ausläuft bin ich raus. Ob das aber in 18 Monaten soweit ist, bleibt mal dahingestellt. XP wurde irgendwann um 7 Jahre verlängert und der Support läuft noch bis April 2019 (für Embedded-Systeme und solche, die sich dafür ausgeben). Gut, das Beispiel hinkt etwas, die Zeiten haben sich geändert, aber noch stehen da 39 Prozent Marktanteil für Win 7. 18 Monate sind lang, aber wenn Marktanteil oder wichtige Kunden nach Mehr schreien, wer weiß …

      Und ja, klar ist das legitim. Aber die Hue-Nachahmer finden sich an jeder Ecke und der Smart-Home-Markt ist ja nun noch recht jung und übersichtlich. Und da würde ich erwarten, dass man versucht, sich möglichst breitflächig in die Haushalte zu bringen. Gibt es in ein paar Jahren mal etliche Konkurrenzsysteme und Nachahmer, warum dann die doch recht teuren Philips-Originale kaufen?`Man kann auch jetzt schon andere (ZigBee-)Geräte nutzen, aber noch nicht sooo viele. Hat man erstmal einen Fuß in der Tür, kann man später zusätzliche Hardware verticken. Hue-Kameras, Hue-Türsprechanlagen, Hue-Garagentüröffner, Hue-Wasweißichwas. Und da würde sich doch eine Win-7-/-8-Version lohnen – und sei es eine mit weniger Funktionen. So wie Microsoft ganz ganz damals: Als Dos/Windows erst einmal überall „gesetzt“ waren, konnte man später wunderbar Word, Excel und Co. verticken, Wartungsverträge und Tools wie Browser vorgeben; First to Market und so. Das Produkt muss nicht perfekt, aber ein Wechsel mieser sein, als mit den Bugs zu leben. Wenn Philips der Aufwand zu groß war und man nur mit „perfekten“ Produkten an den Markt wollte, ist das zwar ein symphatischer Zug, in meinen Augen aber nicht unbedingt markteroberrungsförderlich (ist Deutsch nicht eine hübsche Sprache?).

      Derzeit sind 53 Prozent aller Windows-Systeme ausgeschlossen – und noch ein paar Win-10-32-Bit-Systeme, da habe ich aber gerade keine Zahlen zur Hand. Auch 51 Prozent der MacOS-Systeme sind raus! Selbst wenn die Zahlen in den vielleicht interessanteren Ländern und Kontinenten noch etwas rosiger aussehen mögen und viele Windowse irgendwo in Unternehmen laufen, dürfte Philips noch allerhand potenzielle Kunden ausschließen. Also wenn man denn Hue unbedingt mit dem PC steuern/Ambilight haben will. Ich für meinen Teil muss das nicht, WinHue erledigt die Basics. Aber kein Ambilight ist schon gemein.

      Andererseits, wie bereits im Artikel geschrieben: Vielleicht hatte ich auch nur keinen Bock, zum Testen eine neue Win-10-VM aufzusetzen (zumal das diesen würdelosen Prozess des ISO-Bekommens mit einschließt) und argumentiere gerne ;) Vielleicht hat Philips auch Marktforschung betrieben und meint, es gäbe nicht viele Hue-Nutzer, die via PC steuern wollen. Wobei, wenn das so viel Aufwand ist …, dann hätte man es vielleicht ganz gelassen, wenn’s keiner will. Ich weiß auch nicht – aber mögen, mögen tu‘ ich’s nich‘, so!