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Anleitung: Schnell und einfach Wikipedia-Alternative aufsetzen

Das Weltwissen sammelt sich in der Wikipedia? Nicht immer! Für spezifische Themenbereiche oder die interne Nutzung bietet sich ein eigenes Online-Lexikon an.

Viele Leute halten die Wikipedia für tendenziös. Schon vor 10 Jahren bezeichnete jemand die Wikipedia als „Diktatur der Zeitreichen“. Übrigens eine Bezeichnung, die durchaus auch für Twitter zutrifft. So oder so gibt es gute Gründe, sich ein eigenes Online-Lexikon aufzusetzen. So können Informationen ohne Edit-Wars und ähnlichen Nerv verbreitet werden – auch im Darknet. Ein solches Wiki ist für vieles gut, von der Erstellung einer alternativen Enzyklopädie über Fandom-Seiten bis hin zu unternehmensinternen Knowledge-Bases. Mit der Open-Source-Software DokuWiki ist das im Handumdrehen erledigt.

WikiDocs: Flat-File-Wiki-System ohne Datenbank

Natürlich gibt es auch die mächtige Media-Wiki-Software, die von der Wikipedia eingesetzt wird. Allerdings ist die für die meisten Wiki-Anwendungsfälle überkandidelt. Wenn es darum geht, einfach Wissen auf einer Internet- oder Intranet-Seite zu sammeln, ist WikiDocs genau das Richtige: Es benötigt keine Datenbank und unterstützt Markdown. Dadurch ist es, ähnlich wie die Wordpress-Alternative Grav sehr leicht auf einen anderen Webspace übertragbar. Möglich wird das durch das Flat-File-System: DokuWiki baut im Prinzip seine eigene Datenbank in Form einer Textdatei. Für kleine und mittlere Wikis ist das völlig ausreichend.

Mit DokuWiki erstellt Ihr im Handumdrehen ein eigenes Online-Lexikon.
Mit DokuWiki erstellt Ihr im Handumdrehen ein eigenes Online-Lexikon.

DokuWiki installieren

Die Installation von DokuWiki ist denkbar einfach: Ihr benötigt nur einen einfachen Webspace, der in der Lage ist, PHP auszuführen (was die heutzutage fast alle Webspaces leisten). Alternativ tut es auch ein lokaler Webserver auf Eurem Rechner oder einer NAS. Danach könnt Ihr DokuWiki installieren:

Die Einrichtung von DokuWiki ist ein Kinderspiel.
Die Einrichtung von DokuWiki ist ein Kinderspiel.
  1. Zunächst müsst Ihr das Stable-Release von DokuWiki hier herunterladen.
  2. Entpackt das TGZ-Archiv (Windows-Nutzer brauchen dafür ein Tool wie 7-zip).
  3. Verschiebt jetzt den entpackten Ordner in einen Unterordner auf Euren Webspace und benennt ihn, wenn Ihr möchtet, noch um.
  4. Das war es auch schon: DokuWiki ist auf Eurem Webserver installiert.
  5. Ruft nun die install.php im Ordner DokuWiki auf Eurem Webspace auf: http://(meine-server-URL)/dokuwiki/install.php.
  6. Wählt oben rechts als Sprache „Deutsch“ aus.
  7. Nun müsst Ihr einen Superuser – den Administrator – erstellen. Wichtig ist, dass Ihr Eure Mailadresse angebt, damit Ihr das Passwort zurücksetzen könnt. Wählt außerdem einen Namen für das Wiki und die User-Policy (Öffentlich, halböffentlich, privat) an. Bei der Lizenz könnt Ihr überlegen, welche Ihr nehmen wollt. Die voreingestellte CC Attribution-Share Alike 4.0 International ist sicherlich brauchbar.
  8. Mit einem Klick auf „Speichern“ setzt Ihr die Einstellungen.
  9. Ganz wichtig: Löscht jetzt die install.php aus dem Dokuwiki-Ordner auf Eurem Webspace. Zwar ist diese jetzt gesichert, stellt aber gegebenenfalls ein Sicherheitsrisiko dar. Also weg damit!
  10. Das war es auch schon: Wenn Ihr jetzt http://(meine-server-URL)/dokuwiki/ aufruft, seht Ihr (je nach Einstellung erst nach dem Login) das leere Wiki vor Euch.
  11. Ihr könnt jetzt mit der Bearbeitung beginnen.
Über die Plugin-Suche könnt Ihr Euer DokuWiki um Funktionen erweitern.
Über die Plugin-Suche könnt Ihr Euer DokuWiki um Funktionen erweitern.

DokuWiki bearbeiten

Die Bearbeitung der DokuWiki-Seiten ist denkbar einfach: Um zum Beispiel eine Startseite anzulegen, könnt Ihr zunächst das Stiftsymbol der ersten Seite anklicken. Gebt hier Text ein, wie Ihr es haben wollt. Oben im Editor seht Ihr Symbole für die Bearbeitung, etwa um Text fett zu setzen oder Links und Bilder einzufügen. DokuWiki besitzt eine eigene Markdown-Syntax, die es Euch erlaubt, Einträge auch ohne Klickorgien zu erstellen. Leider ist diese nicht vollständig identisch mit dem beliebten Markdown, wie es zum Beispiel bei vielen Text-Editoren zum Einsatz kommt. Das war es auch schon: Ihr könnt Eure eigene Online-Encyklopädie jetzt mit Inhalten füllen und der Welt präsentieren.

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und mit der Vespa GTS 300 oder meinem Hund in der echten Welt unterwegs. Neuerdings Girldad. Spendier‘ mir einen Kaffee.

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