Mit wenigen Klicks könnt Ihr Windows 10 sicher machen – ganz ohne teure und lästige Drittanbieter-Programme. Wir zeigen Euch, worauf Ihr achten müsst.

Vorbei die Zeiten, in denen die Verwendung von Windows automatisch eine katastrophale Sicherheitslage bedeutete. Spätestens seit Windows 10 legt Microsoft nämlich gehörigen Wert auf die Systemsicherheit – und stattet Windows mit praktischen Sicherheitstools aus. Die ersetzen Virenscanner, Firewall und viele andere Tools, die früher separat gekauft und installiert werden mussten. Das muss heute nicht mehr sein: Ihr könnt mit Bordmitteln Windows 10 sicher machen.

Windows Defender reicht als einziger Virenscanner

Die wohl interessanteste Entwicklung hat der Windows Defender durchgemacht: Vor einigen Jahren bestenfalls noch als Ergänzung zu bestehenden Antiviren-Suiten zu gebrauchen, hat sich das Programm inzwischen zu einem vollwertigen Virenschutz gemausert, der in Tests gut abschneidet. Macht es also gut, Avira, Symantec, McAfee und wie Ihr alle heißt – wer sich nicht ständig im Darknet und auf illegalen Angeboten herumtreibt, dürfte mit dieser Lösung mehr als genug Schutz in sein System bringen.

Windows 10 besitzt eine umfangreiche eingebaute Sicherheits-Suite.

Windows 10 besitzt eine umfangreiche eingebaute Sicherheits-Suite.

Windows Defender aktivieren

Ohne die feisten, teuren Drittanbieter-Virenscanner. Und ohne Angst, dass doch etwas passieren könnte, macht der Windows-PC gleich doppelt so viel Spaß – und ist sogar flotter! Nach der Installation von Windows 10 oder auf neuen Geräten sollte der Defender übrigens standardmäßig aktiv sein. Es sei denn, es ist noch eine andere Antivirus-Lösung installiert. Oft werden die obengenannten Tools bei den Herstellern vorinstalliert. Also weg damit!

  1. Gebt in der Cortana-Suchleiste „Software“ ein und wählt aus den Ergebnissen „Programme hinzufügen oder entfernen“
  2. Deinstalliert jetzt Euren Zusatz-Virenscanner, etwa McAfee oder Avira, indem Ihr den Eintrag in der Liste anklickt und „Deinstallieren“ wählt. Der Rechner startet wahrscheinlich neu.
  3. Schließt die Systemsteuerung und gebt in der Cortana-Leiste „Windows Defender“ und wählt „Windows Defender Security Center“ aus den Treffern.
  4. Klickt auf „Viren und Bedrohungsschutz“ und dort auf „Einstellungren für Viren- und Bedrohungsschutz“.
  5. Schaltet hier die Schalter „Echtzeitschutz“ und „Cloudbasierter Schutz“ ein. Ihr seid jetzt vom Windows Defender geschützt, weitere Aktionen sind nicht erforderlich.
Der Virenschutz sollte aktiv sein. Andere Scanner braucht Ihr nicht mehr!

Der Virenschutz sollte aktiv sein. Andere Scanner braucht Ihr nicht mehr!

Firewall und mehr

Der Windows Defender ist aber nicht das einzige leistungsstarke Sicherheitstool in den Windows-Einstellungen. Wenn Ihr zurück zur „Startseite“ des Windows Defender Security Centers geht, könnt Ihr auch gleich prüfen, ob die anderen Schutzfunktionen aktiv sind. Vor allem den „Firewall & Netzwerkschutz“ solltet Ihr überprüfen und gegebenenfalls aktivieren, falls Ihr noch kein anderes Tool dieser Art verwendet. Grundsätzlich braucht Ihr das auch nicht, es sei denn, Ihr wünscht Euch feinere Einstelloptionen. Denn die Windows-Firewall ist traditionell sehr rudimentär – auch wenn sie dabei gut funktioniert. Außerdem gilt es zu bedenken, dass Ihr neben der Windows-Firewall natürlich auch Euren Router als Firewall besitzt. Die Firewall sollte in aller Regel sowohl im Domänennetzwerk, als auch im privaten- und öffentlichen Netzwerk aktiv sein. Falls ihr übrigens nicht wollt, dass Windows 10 nach Hause telefoniert, müsst Ihr noch diesem Tuto hier folgen.

Die Windows-Firewall ist nützlich – und reicht in den meisten Fällen aus.

Die Windows-Firewall ist nützlich – und reicht in den meisten Fällen aus.

Windows 10 sicher gemacht

Das war es im Grunde auch schon: Euer PC ist kostenlos und mit schlanker Software gegen Bedrohungen abgesichert. Und das ohne unnötig Ressourcen zu verschwenden. Heutzutage ist Windows zum Glück nicht mehr so eine Sicherheitslücken-Schleuder wie früher Windows XP, trotzdem gibt es natürlich Bedrohungen, die Windows-PCs allein schon deshalb betreffen, weil sie so weit verbreitet sind. Würmer zum Beispiel, die sich automatisch per Sicherheitslücke fortpflanzen, können, im rechten Moment gesetzt, an allen Schutzmaßnahmen vorbei Rechner infizieren. Trotzdem sitzt die wohl größte Gefahr für jeden Rechner vor dem Gerät: Wer unbedarft Zeug aus sinistren Quellen lädt, wild auf unbekannte EXE-Dateien klickt oder auf Phishing-Mails hereinfällt, ist höchstwahrscheinlich auch mit dem besten Virenscanner in Gefahr. Von daher gilt auch am Windows-PC, wie überall im Leben: Nachdenken, dann handeln!

Über den Autor

Christian Rentrop

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und manchmal in der echten Welt unterwegs.
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