Telegram ist die Bastelbude unter den Messengern – neueste Features: Gute verschlüsselte Telefonie (auch vom Desktop) und Video-Nachrichten samt Mini-Editor

Telegram hat sich zum großen Spielzeug für Chat-wütige gemausert. Wir haben schon Titten-und-Katzen-Bots vorgestellt, gezeigt, wie man eigene Sticker-Packs baut oder gar eigene Bots erstellt – und noch einiges mehr. Zwei neue Funktionen dürften jetzt eine deutlich breitere Masse interessieren: Man kann Video-Clips direkt über Telegram aufnehmen und sogar zurecht schneiden und verschlüsselte Telefonie gibt’s auch noch.

Telefonieren mit Telegram

Zu der Telefonie gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer: Es ist da! Bei den vielen Telegram-Updates kann man das aber schnell übersehen. Wenn Ihr die aktuelle Version nutzt, solltet Ihr jedenfalls ein Telefonhörersymbol sehen. Bei unseren bisherigen Tests war an der Sprachqualität nichts auszusetzen, Echos, Verzögerungen oder Rauschen gab es auch nicht zu hören. Und das Beste: Die Gespräche sind verschlüsselt – und da bekommt man überhaupt nichts von mit. Daa funktioniert hier deutlich besser als zum Beispiel der Signal-Vorgänger Redphone. Wirklich praktisch wird die Telefonfunktion aber erst auf dem Desktop; zumindest der Windows-Client unterstützt die Redrei.

Ah – eine Sache gibt es doch noch zu erzählen: Nachdem ein Telefonat aufgebaut wurde, seht Ihr vier Icons auf dem Bildschirm – und Euer Gegenüber sieht dieselben. Nun, sollte es – falls nicht, hört Euch wohl jemand ab. Soll heißen: Paranoidere Menschen können die Symbole abgleichen, um zu prüfen, ob sich jemand – der berühmte Man in the Middle – in die Verbindung geklinkt hat.

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Telefonieren unter Windows – mit sehr guter Sprachqualität.

Video-Nachrichten

Ebenfalls neu, allerdings nur auf Smartphone/Tablet: Das Mikrofonsymbol ist einem Kamerasymbol gewichen. Einmal drauf getappt kommt wieder das alte Mikro zum Vorschein. Haltet Ihr den Button gedrückt, wird ein kreisrundes Video aufgenommen und nach dem Loslassen verschickt; ein Wisch zur Seite bricht die Aufnahme ab. Ein Wisch nach oben lässt die Kamera auch ohne Berührung weiterlaufen – und damit lassen sich nicht bloß längere Clips aufnehmen, sie lassen sich auch auf den gewünschten Ausschnitt zurecht stutzen.

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Links: Dauerhafte Aufnahme.
Rechts: Kurzaufnahme.

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Die minimalistische Schnittfunktion genügt, um vorne und hinten Ballast zu entfernen.

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Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule …

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn – als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und „Hundedinger“ steht – und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, Ex-BSI’ler, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 26 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch …

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