Jugendschutz im NetzNetzwerk & IP

DNS-Server Jugendschutz in der FritzBox einstellen

Verhindern, dass die Kinder ungeeignete Inhalte im Netz zu sehen bekommen, ist nicht schwer: Jugendschutz-DNS-Server in der FritzBox helfen.

Auch Kinder sind online. Und trotz aller Schutzmaßnahmen besteht immer die Möglichkeit, dass ein Kind oder Jugendlicher im Netz auf Dinge stößt, die er oder sie besser nicht sehen sollte. Richtig verhindern lässt sich das nur mit Jugenschutz-Einstellungen auf dem Endgerät, doch ein zusätzliches Sicherheitsnetz bietet ein separater DNS-Jugendschutz im Router: So lassen sich bestimmte Inhalte global im Heimnetz mit wenigen Handgriffen blockieren.

Ein zentraler Jugendschutz im heimischen WLAN ist schon deshalb sinnvoll, weil er alle eingebuchten Endgeräte davon abhält, bestimmte Websites aufzurufen: Egal, mit welchem Computer der Nachwuchs und seine Freunde versuchen, Schweinkram, Gewalt und Glücksspiel aufzurufen: Es wird – zumindest im Heimnetz – nicht funktionieren.

Doch wie genau funktioniert eine DNS-basierte Website-Sperrung? Ganz einfach: Um eine Website unter einer URL wie www.google.com aufzurufen, muss diese mit einer IP-Adresse des Servers verknüpft sein, auf dem sie läuft. Die IP-Adresse ist die Adresse des Servers im Netzwerk, aber weil die sich keiner merken kann, gibt es Domains wie www.tutonaut.de.

Genau hier kommt der Domain Name Service (DNS) ins Spiel: Er "übersetzt" zwischen dem Namen der Seite und der IP-Adresse. Ruft Ihr tutonaut.de auf, schnappt sich der DNS-Server diese Eingabe und ruft im Hintergrund eigentlich die IP-Adresse auf. Und genau hier setzen DNS-Sperren an: Der DNS-Server sperrt einfach die Website-URL samt der IP-Adresse. Die Seite ist dadurch aus dem Heimnetz nicht mehr erreichbar.

Jugendschutz im Heimnetz per DNS-Server

Normalerweise hat jeder Internet-Anschluss einen eigenen DNS: Der soll allerdings dafür sorgen, dass alle Seiten schnell aufgerufen werden können. Jugendschutz-Sperren oder andere Sicherheitsmaßnahmen – soweit nicht gesetzlich vorgeschrieben – finden auf diesen Standard-DNS-Servern der Provider nicht statt.

Genau deshalb haben einige Netz-Unternehmen wie Cloudflare oder Organisationen wie OpenDNS eigene DNS im Angebot, die bestimmte Schwerpunkt haben, etwa Jugendschutz oder Werbeblockade. Um das zu ermöglichen, pflegen die Anbieter intern Listen zu sperrender Dienste und Websites. So können sie Gewalt, Pornografie und andere nicht für minderjährige Augen gedachten Inhalte komplett für einen Rechner oder ein ganzes Heimnetz sperren.

Nutzer profitieren dadurch, dass sie diese Listen nicht selbst pflegen und aktuell halten oder im System einpflegen müssen: Es reicht, einmalig den DNS-Server im Router anzugeben, schon nutzt der gesamte Internetverkehr samt aller Computer, Smartphones und Tablets im gleichen WLAN diesen DNS. Jugendgefährdende Inhalte lassen sich deshalb per DNS-Einstellung im Router sehr effektiv blockieren.

Übersicht beliebter Jugendschutz-DNS-Server-Anbieter

Es gibt verschiedene Anbieter von Jugendschutz-DNS. Hier eine Liste der Wichtigsten samt der IP-Adressen, die Ihr in den DNS-Einstellungen Eures Routers eingeben müsst:

AnbieterLandPrimärer IPv4-ServerAlternativer IPv4-ServerPrimärer IPv6-ServerAlternativer IPv6-Server
CloudflareUSA1.1.1.31.0.0.32606:4700:4700::11132606:4700:4700::1003
OpenDNSUSA208.67.222.123208.67.220.1232620:119:35::1232620:119:53::123
CleanBrowsingUSA185.228.168.168185.228.169.1682a0d:2a00:1::2a0d:2a00:2::
dns0.euFrankreich (EU)193.110.81.1185.253.5.12a0f:d500:81::12a0f:d500:5::1
DNS4EUTschechien / EU86.54.11.1286.54.11.2122a13:1001::86:54:11:122a13:1001::86:54:11:212

Jugendschutz per DNS-Server in der FritzBox einbauen

Um den DNS in Eurem Netzwerk zu verwenden, müsst Ihr nur die Administrationsoberfläche Eurer FritzBox unter http://192.168.178.1 öffnen und Euch einloggen. Falls Ihr das noch nie gemacht haben solltet, findet Ihr das Passwort auf der Unterseite Eurer FritzBox.

Klickt anschließend auf Internet -> Zugangsdaten und wählt hier den Reiter "DNS-Server". Hier findet Ihr standardmäßig zwei Felder: "DNSv4-Server" und "DNSv6-Server". Beide sind typischerweise als "vom Internetanbieter zugewiesene..." eingestellt. Genau hier müsst Ihr jetzt die Änderung eintragen.

Die FreitzBox-DNS-Einstellungen sind leicht zu finden.

Wir nehmen im Beispiel den DNS von Cloudflare: Der Dienst ist zuständig für große Teile der Internet-Infrastruktur, weshalb die Ausfallquoten vergleichsweise gering sind. Zudem ist Cloudflare dank seiner weltweiten Server sehr schnell in der Abwicklung der DNS-Abfragen.

Klickt in beiden Feldern auf "Andere DNS...-Server verwenden" und gebt die passenden Werte von Cloudflare ein:

  • IPv4: 1.1.1.3 und 1.0.0.3
  • IPv6: 2606:4700:4700::1113 und 2606:4700:4700::1003

Das war es dann auch schon: Mit Klick auf "Übernehmen" nutzt Eure FritzBox künftig die Jugendschutz-DNS-Server von Cloudflare. "Schweinkram" kann so nicht mehr über Endgeräte ausgespielt werden, die sich im heimischen WLAN befinden.

Screenshot

Grenzen der DNS-Sperre: VPN und Private Relay

Leider ist die DNS-Sperre kein 100-prozentiger Schutz, und das aus zwei Gründen: Erstens wird sie außer Kraft gesetzt, wenn ein Endgerät ein VPN oder Apples Private Relay verwendet: Dann tunnelt das Endgeräte oder der Browser alle Daten am DNS des Routers vorbei. Stattdessen greift an dieser Stelle der DNS-Server des jeweiligen VPN-Anbieters. Ihr müsst die Endgeräte Eurer Kinder also entsprechend einstellen, damit weder VPN, noch Private Relay zum Einsatz kommen können.

Zweitens ersetzen die Jugendschutz-DNS-Server natürlich nicht die Aufsicht bei der Internetnutzung: Wenn Kinder zum Beispiel einen Browser wie Opera verwenden oder sich eine Gratis-VPN-App wie ProtonVPN auf ihren PC oder ihr Smartphone laden können, ist das ganze DNS-Fummelei für die Katz: Sperrt also App-Downloads beziehungsweise Installation auf den Endgeräten.

Drittens gilt die DNS-Sperre natürlich nur im heimischen WLAN. Verbindet sich ein Kind anderswo mit seinem Endgerät, greift die DNS-Sperre nicht mehr. Wir empfehlen daher, den DNS zusätzlich und unabänderbar im Smartphone zu hinterlegen und Jugendschutz-Funktionen der Geräte zu erlernen und im Blick zu behalten: Der Jugendschutz-DNS-Server ist nur ein Teil eines großen Jugendschutz-Puzzles, das Eltern heutzutage lösen müssen.

Christian Rentrop

Diplom-Journalist (FH), Baujahr 1979. Schreibt gerne das Internet voll. Noch lieber auf der Vespa oder mit dem Wohnwagen unterwegs, die Kamera immer dabei. Seit 2020 Tochtervater, dementsprechend immer sehr froh über eine kleine Kaffeespende.

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