Kodi bringt eine richtig hübsche und funktionale Web-Oberfläche mit, die Ihr auch als Desktop-App nutzen könnt – mit Google Chrome oder Windows-Bordmitteln.

Wenn Ihr Kodi im Netzwerk betreibt und es auch auf einem Windows-Rechner nutzen wollt, könnt Ihr entweder einfach ein Kodi installieren und es als Client einsetzen oder Ihr ruft die hervorragende Web-Oberfläche auf. Seit Kodi 17 zeigt hier Chorus2, wie gut ein Mediacenter im Browser aussehen kann. Wenn Euch Kodis Web-Oberfläche sogar genügt, Ihr es aber lieber als Anwendung statt als Seite im Browser nutzen wollt: Kein Problem!

Kodi als Chrome-App

Die einfachste Variante läuft über Google Chrome: Ruft die Kodi-Oberfläche im Browser auf und klickt dann auf Einstellungen/Weitere Tools/Zu Desktop hinzufügen – eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu haben wir hier. Chrome legt dann eine Verknüpfung auf dem Desktop ab. Startet Ihr diese, wird einfach ein separates (Chrome-) Fenster mit der Chorus2-Oberfläche gezeigt. Letztlich ist das auch nur eine Chrome-Instanz, aber ohne Fensterdekoration, Steuerelemente und sonstigen Ballast – also auch deutlich schlanker.

kodis web-oberfläche chorus2

Kodis Web-Oberfläche als Google-Chrome-App – erstellt mit genau einem Klick!

Kodi mit Windows-Boardmitteln

Ja, auch der Windows selbst kann es – mit Abzügen. Das Tool der Wahl heißt hier „mshta.exe“, was für Microsoft HTML Application Host steht. Dazu erzeugt man Hybriddateien, halb Batch-Skript, halb HTML-Datei. Klingt aber komplizierter, als es ist. Hier mal der Code für eine solche Datei, etwa kodi.bat:

<!-- :
@echo off
mshta.exe "%~f0"
exit /b %errorlevel%
-->

<html>
 <head>
  <title>Mircos Kodi</title>
  <meta http-equiv="refresh" content="3; URL=http://192.168.178.20:8080"/>
 </head>
 <body>
  <script language='javascript' type="text/javascript">
    window.resizeTo(1920,1080)
  </script>
 </body>
</html>

Im ersten Teil wird einfach mshta.exe aufgerufen, die über f0 schlicht eben diese Bat-Datei kodi.bat aufruft – im Grunde ruft sich das Skript also selbst auf. Könnt Ihr einfach ignorieren, da der gesamte Teil immer so aussieht. Im HTML-Teil gibt es nur zwei wesentliche Elemente: Im Meta-Tag wird eine Weiterleitung nach 3 Sekunden auf die Kodi-URL im Heimnetz gesetzt – hier müsst Ihr nur Eure eigene Kodi-IP eingeben. Und im Body-Bereich gibt es nur die JavaScript-Anweisung, das Fenster auf eine bestimmte Größe zu skalieren. Das ist die wohl einfachste Variante.

Das Gute daran: Mit diesem Hilfsmittel lassen sich die unterschiedlichsten Dinge bauen und als native Windows-Skripte abspeichern. Zudem lassen sich auch die Fenster weiter manipulieren. Wenn Euch das interessiert, schaut mal hier im Developer Network vorbei. Das Miese daran: Es hagelt erstmal Warnungen – bestätigen sollte hier aber genügen. Leider will die HTA hier aber weder über VLC noch DIVX noch HTML5 direkt im Browser abspielen – vo daher: Nehmt lieber Chrome. Zum Steuern der Ausgabe auf einem anderen Gerät, taugt diese Variante aber allemal.

kodis web-oberfläche

Kodis Web-Oberfläche als HTML Application mit mshta.exe – die Fenster-Deko kann man auch entfernen.

Ihr müsst aber nicht unbedingt bei einer Seite pro Fenster bleiben. Erstellt einfach eigene Seiten, die Ihr dann zu Desktop-Apps umwandelt. Wie man sich zum Beispiel ein komplettes Twitter-Dashboard mit 10 Timelines erstellt, sehr Ihr hier.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule …

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn – als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und „Hundedinger“ steht – und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, Ex-BSI’ler, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 26 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch …

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