Apple schneidet im kommenden macOS 10.14 mal wieder alte Zöpfe ab: 64-bit wird Pflicht. Viele ältere Programme werden dann nicht mehr funktionieren.

Apple macht bald wieder einmal Tabula Rasa: In künftigen Versionen von macOS ist die Unterstützung der 64-bit-Architektur Voraussetzung dafür, dass Programme unter macOS starten. Bedeutet im Klartext: Das aktuelle macOS 10.13 High Sierra ist die letzte Version des Mac-Systems, die noch 32-bit-Software unterstützt. Noch dauert es ein wenig, bis der Nachfolger von High Sierra auf MacBook, iMac und co. ankommt. Doch Ihr könnt schon heute herausfinden, welche Programme in künftigen Mac-Versionen ihren Dienst verweigern. 

64-bit wird Pflicht

Apple hat die 64-bit-Pflicht für Mac-Apps bereits im Sommer 2017 angekündigt. Der Wechsel auf die modernere Architektur soll vor allem für mehr Stabilität und bessere Performance sorgen. Das Mobilsystem iOS hat den Wechsel auf 64-bit-Apps bereits im vergangenen Jahr vollzogen. Auch hier blieben diverse Apps auf der Strecke, die auf iPhones und iPads mit iOS 11 schlichtweg nicht mehr funktionieren. Im Mac App Store erlaubt Apple bereits seit Januar 2018 keine Programme mehr, die auf 32-bit-Architektur setzen.

Apple 64-bit

Die Ankündigung, dass macOS künftig komplett auf 64-bit setzt, kam bereits im Sommer 2017 (Bild: Apple)

64- oder 32-bit-Programme? So macht Ihr den Test

Was bedeutet das nun für Euch? Im Idealfall ein rundlaufendes, modernes System. Realistisch aber eher, dass ein Haufen Mac-Programme, die Ihr bislang problemlos nutzen konntet, ab macOS 10.14 nicht mehr laufen – es sei denn, sie erhalten ein Update durch die Entwickler. Immerhin könnt Ihr bereits checken, um welche Programme es sich dabei handelt. Das geht ganz einfach:

  1. Klickt auf das Apfel-Symbol in der Menüleiste und wählt Über diesen Mac.
  2. Im nun erscheinenden Menü klickt Ihr auf die Schaltfläche Systembericht.
  3. Im Systembericht navigiert Ihr im Menü auf der linken Seite zum Untermenü Software -> Programme.

Hier listet macOS alle installierten Programme auf Eurem Mac auf. Interessant in der Übersicht ist die Spalte 64-bit (Intel). Steht hier ein Ja, handelt es sich um eine 64-bit-Software, die auch künftig ganz normal funktioniert. Ein Nein bedeutet hingegen aktuell das Abstellgleis für künftige macOS-Updates. Um einen besseren Überblick zu bekommen, könnt Ihr die Liste auch durch einen Klick auf den Spaltenkopf nach Ja/Nein sortieren. Klickt Ihr einen Eintrag an, seht Ihr unten noch mehr Infos zum jeweiligen Programm.

Systembericht macOS

Der Systembericht von macOS liefert ausführliche Infos über alle installierten Programme.

32-bit-Programme unter macOS: Was könnt Ihr tun?

Was also tun, wenn ein Programm nur 32-bit unterstützt und künftig nicht mehr unter macOS funktioniert? Ehrlich gesagt habt Ihr nur drei Optionen:

  1. Ihr kontaktiert die Entwickler der Tools und fragt nach einem Update.
  2. Ihr verzichtet auf das Update auf macOS 10.14 – schließlich bekommt auch High Sierra noch eine ganze Weile Sicherheitspatches etc.
  3. Ihr beißt in den sauren Apfel und sucht eine moderne Alternative.

Noch ist es eine Weile hin, bis Apple sich mit dem neuen macOS mal wieder in guter Tradition von alten Zöpfen trennt. Tendenziell erscheint macOS 10.14 im Herbst 2018. Bis dahin wird sicher auch das eine oder andere Programm-Update erscheinen, das dafür sorgt, dass Eure Programme weiter laufen. In meinem Fall sind vor allem einige ältere Casual-Games von Steam betroffen. Ach ja, und das gute, alte Disk Inventory X. Das wurde zuletzt 2005 aktualisiert, läuft aber noch wie geschmiert – doch leider nur in 32-bit. Schade drum ;)

Disk Inventory X 32-bit

Disk Inventory X ist eine 32-bit-Software, die unter macOS bald nicht mehr läuft.

In diesem Sinne: Seid Ihr betroffen? Gibt es eine 32-bit-Software, auf die Ihr auf gar keinen Fall verzichten möchtet? Würdet Ihr gar auf das modernere macOS verzichten? Wir freuen uns auf Eure Kommentare! Noch mehr Tipps, Tricks, Anleitungen und Rants rund um den Mac jibbet laufend aktuell in unserer Apple-Ecke.

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Über den Autor

Boris Hofferbert

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, am Desktop Apple- und unterwegs Android-Fan, zockt unter Windows, kann nicht ohne Musik (von Classic Rock über Ska bis Punk) und Hörbücher, schießt gerne Postkarten-Fotos, hat immer mindestens zwei Handys dabei und freut sich riesig über eine Kaffeespende ;-)

Wie und womit ich tagtäglich arbeite, erfahrt Ihr hier.

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Kommentare

  • Das hat ja noch etwas Zeit… Sofern 10.14 mal wieder keine nennenswerten Features bereithält und stattdessen – wie in der Vergangenheit – als Beta auf die breite Masse losgelassen wird, sollte man das Update m.E. ohnehin nicht direkt nach Release machen.

  • Danke für den nützlichen Tip. Habe gerade festgestellt, daß ich dann auf einige liebgewordene und oft benutzte Apps verzichten muß. Besonders schmerzlich, mein guter alter Canon Scanner wird dann nicht mehr laufen. :(

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