Vernetzte Überwachungskameras sind toll – aber warum zum Geier bestehen die Hersteller auf die Cloud-Speicherung?!? Ein Appell für die Offline-Sicherung.

Sie ist so schön die neue Welt der Dienste: Sicherheitskamera mit HomeKit-Anbindung? Gibt es mittlerweile ausreichend viele. Doch der wahre Preis steht oft im Kleingedruckten: 30 Tage Testzugang zum Abo, sonst teurer Elektroschrott. Amazons Blink Kameras sind toll vom Formfaktor, aber lokal können die Aufnahmen gar nicht mehr gespeichert werden, was wenn Amazon doch mal Geld für die Aufnahmen haben will? Dann haben wir wieder mehr Elektroschrott… Logitechs Circle 2 (wir testeten…) ist eine super Kamera, aber auch hier, keine lokale Speicherung vorgesehen.

Wenn ich lokal speichern will, dann soll ich halt eine verdrahtete Variante vom Ubiquiti nehmen, höre ich die Kritiker sprechen. Ja, da habt ihr recht! Tolle Systeme, wenn das Ambiente passt! Ich kann in einer größeren Mietwohnung nicht kilometerweise Kabel legen, um zwei Kameras auf die Terrasse zu richten. Dazu käme dann noch teures Equipment um das Video zu speichern. Klar ist aber auch, habe ich das Geld und die Zeit ist eine Ubiquiti-Lösung technisch sehr elegant und sauber gelöst.

Was tun? Eine Synology hilft!

Mit Surveillance Station kann ich eine der knapp 4.000 IP basierte Kameras an meine Synology NAS anschließen. Das ist ein wenig mehr fummelige Kleinarbeit als die Logitech Circle in meinem HomeKit Setup anzumelden. Danach stehen die Kameras auch nicht in Apples Home oder der eve App zur Verfügung. Das ist mir zu unkomfortabel. Zwar lässt sich, wiederum mit Fummelarbeit und einem Raspberry Pi, per HomeBridge die Kamera manuell in Apples System nachpflegen, aber schön ist das nicht.

Synology Surveillance Station (Bild: Synology)

Mit Synology Surveillance Station wird das NAS-System zur Überwachungszentrale.

Ein weiterer Nachteil einer beliebigen 20-Euro-IP-Kamera ist, dass manche von denen eher dem Internet of Shit angehören, als dem Internet of Things. Bitte vorab informieren, ob die Kamera schon mal negativ aufgefallen ist, oder ob es noch Updates der Firmware gibt!

Ankers eufyCam zeigt, wie man es besser macht

Der Zubehörhersteller Anker zeigt mit seiner eufyCam in meinen Augen den Weg zu einer besseren Alternative. Neben einer kostenfreien Cloud, kann das Gerät auch lokal auf eine SD-Karte aufnehmen und zudem auch auf lokale FTP-Server oder Synology-NASen schreiben. Hier verbinden sich Komfort mit Einstellungsoptionen. Das würde ich mir von Platzhirschen wie Netgear, Amazon und co auch wünschen. Nachteilig ist jedoch die fehlende HomeKit-Zertifizierung. Vielleicht ändert sich da aber auch noch mal was. Ansonsten ist die mobile iOS-App vielversprechend, die Verbindung mit den kleinen batterie-gestützten Kameras aufbaut.

Anker Eufy Cam

Jep, es geht auch anders – Anker zeigt, wie!

Noch ein Nachtrag zu den Batterien: Die Kamera fängt erst an zu funken, wenn sie geweckt wird (vom Nutzer per App oder von einer Bewegung). Damit können die Kamerasatelliten bis zu einem Jahr ohne Batterietausch betrieben werden. Nachteilig an diesem Konzept: Es kommt eine weitere Basisstation zu unserem Smart-Home-Sammelsurium hinzu.

Fazit

Liebe Hersteller, verschont mich mit eurem persönlichen Cloud Service! Baut gute Hardware, kümmert euch um die Apps, aber bietet bitte die Möglichkeit die Kamera auch dann noch zu nutzen, wenn ihr das Produkt nicht mehr so interessant findet. Nehmt euch ein Beispiel an Anker, die machen das schon sehr richtig. An Ubiquiti meine Bitte: Baut mehr Consumer-Geräte, besonders im Videobereich. Eure Netzwerkhardware ist klasse, also nehmt euch ein Herz und baut eine tolle Netzwerkkamera für den Heimbedarf!

Über den Autor

Benjamin Mewes

Benjamin Mewes

Technikbegeistert und programmieraffin seit den wilden Jugendtagen (QBasic, Delphi, R, Python, Fortran 77, Java). Heim-Automatisierung mit HomeKit und alles rund um macOS und iOS sind meine Steckenpferde!

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