USB-C ist nicht gleich USB-C: Wir erklären, ob Ihr Euer Handy am Macbook-Netzteil laden könnt – und umgekehrt.

Mit den neuen USB-C-Macbooks gibt es eine wunderbare neue Option, die Geräte zu laden: Dank günstiger USB-C-Netzteile und -ladekabel für das Macbook gibt es preiswerten Ersatz, wenn das Original wegkommt – oder Ihr es einfach mal vergessen habt. Allerdings ist USB-C nicht gleich USB-C: Es ist ein Unterschied, ob Ihr an der Schnittstelle ein Handy oder ein MacBook Pro ladet. Denn das braucht ordentlich Leistung.

Wieviel Watt hat mein Netzteil?

So sind handelsübliche Handys in aller Regel mit „Billignetzteilen“ zufrieden: 2,4 Ampere bei 5 Volt ergeben die üblichen 12 Watt, die auch für Tablets ausreichen. Jedoch nicht für Apples Macbooks und andere Thunderbolt- und USB-C-Notebooks: Die haben deutlich dickere Akkus – und brauchen dementsprechend mehr Leistung, um effizient zu laden. Hat der Hersteller gut geplant, ist das Serien-Netzteil so ausgelegt, dass es den Rechner auch unter Last laden kann, sprich: Der Verbrauch im Betrieb ist niedriger als die Leistung des Ladegeräts. Vielleicht ist Euch schon aufgefallen, dass ein Macbook deutlich schneller aufgeladen ist, wenn es ausgeschaltet ist? Genau das ist der Effekt. So hat das aktuelle MacBook Air mit 50,3-Wattstunden-Akku ein 30-Watt-Netzteil dabei, wodurch es trotz kleinerem Akku langsamer lädt als das 15″-Macbook-Pro, das mit seinem 83,6-Wattstunden-Akku mit einem 87-Watt-Brocken von Netzteil ausgeliefert wird.

Das MacBook Pro kommt mit einem dicken 87-Watt-Netzteil. (Bild: Screenshot Apple.de)

Das MacBook Pro kommt mit einem dicken 87-Watt-Netzteil. (Bild: Screenshot Apple.de)

Kann ich Macbook-Netzteile tauschen?

Da stellt sich freilich die Frage: Kann ich das dicke Macbook-Pro-Netzteil am MacBook Air nutzen. Oder das „kleine“ Air-Netzteil am Pro? Oder ein Handy-Netzteil, um das Air zu laden? Die Antwort ist grundsätzlich: Ja, man kann jedes USB-C-Netzteil an jedem Gerät verwenden. Allerdings ist das nicht immer sinnvoll. Wer versucht, ein MacBook Pro im Betrieb mit Netzteil seines Google Pixel zu laden, wird sich nicht nur darüber ärgern, dass das Laden ewig dauert (oder der Akku sich sogar entlädt, nur eben langsamer, als ohne Netzteil), nein. Auf Dauer wird ein nicht passendes, weil zu kleines USB-C-Netzteil auch den Akku unnötig schnell abnutzen. Ist das Netzteil zu schwach, wird das Macbook aber einfach nicht laden. Ist der Energieverbrauch des Systems niedriger als die zugeführte Leistung, ist das egal – ist er höher, entlädt sich der Akku.

Ihr könnt die aktuelle Ladestrom-Leistung im System-Profiler nachschauen.

Ihr könnt die aktuelle Ladestrom-Leistung im System-Profiler nachschauen.

12-Watt-Netzteil am MacBook Air: Das Gerät wird mit Strom versorgt, lädt aber nicht.

12-Watt-Netzteil am MacBook Air: Das Gerät wird mit Strom versorgt, lädt aber nicht.

Handy-Netzteil ist nichts für MacBooks

Umgekehrt ist das einfacher: Ist das Ladegerät „zu stark“, wird entweder schneller geladen – oder das Gerät nimmt sich nur die Leistung, den es wirklich braucht. Nachschauen kann man das alles übrigens im System-Profiler. Den erreicht Ihr unter dem Apfel-Logo in der Menüzeile -> Über diesen Mac -> Systembericht. Im Unterpunkt „Stromversorgung“ gibt es ganz unten die Option „Ladegerät“. Hier könnt Ihr nachsehen, ob Euer Macbook geladen wird – und mit welcher Leistung. Grundsätzlich gilt: Je höher die Leistung des Ladegeräts, desto schneller sollte der Akku aufgeladen sein.

Über den Autor

Christian Rentrop

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und manchmal in der echten Welt unterwegs.
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