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Nitter: Twitter ohne Werbung und Algorithmen durchforsten

Per alternativem Frontend könnt Ihr Twitter deutlich effizienter nutzen

Hach, Twitter, du merkwürdiges Konstrukt… Unter den „sozialen“ Netzwerken finde ich Twitter aus diversen Gründen immer noch am besten, auch wenn mir die Entwicklungen der vergangenen Jahre viel Spaß an der Nutzung genommen haben. Hauptgrund dafür sind wie so oft die ach so tollen Algorithmen, die für mich entscheiden, was mich interessiert – und dabei so gut wie immer daneben liegen. Da ich Twitter vor allem als schnelle, ungefilterte Infoquelle zu tagesaktuellen Themen und für Nischeninhalte mag, geht mir dieser Trend zunehmend auf den Senkel. Umso erfreuter war ich, als ich kürzlich über das Open-Source-Projekt Nitter gestolpert bin.

Nitter: Alternative Twitter-Oberfläche auf Open-Source-Basis

Nitter ist eine alternative Twitter-Oberfläche, über die Ihr das Netzwerk frei von Werbung und JavaScript-Funktionen durchforsten könnt. Tatsächlich ist es aktuell nur möglich, über Nitter nach Twitter-Nutzern oder eben aktuellen Hashtags oder sonstigen Suchen zu stöbern. Aufgrund des fragwürdigen Umgangs mit Drittanbieter-Clients ist Nitter daher nicht als vollwertiger Twitter-Client geeignet. Dennoch ist der Dienst eine große Hilfe für die Recherche bei Twitter. Das beginnt schon damit, dass Ihr Twitter via Nitter auch ohne Anmeldung und ohne Account durchsuchen könnt.

nitter_vs_twitter
Twitter ohne Anmeldung durchsuchen? Dank Nitter kein Problem!

Zu den Hauptzielen hinter dem Nitter-Projekt gehört laut Entwicklerstatement der Aspekt Privatsphäre, vor allem vor dem Hintergrund personalisierter Werbung und getrackten Interessen. Während ich damit sogar noch einigermaßen leben kann, ist es für allem bei Suchen in anderen Sprachen Gold wert. Beispielsweise spült die  offizielle Twitter-Suche bei englischsprachigen Suchafragen irgendwelche deutschsprachigen Inhalte – meist von reichweitenstarken Medienseiten – in die Ergebnisse. Nitter hingegen zeigt seine Suchtreffer ungefiltert und ohne Pseudo-Interessensoptimierung oder ungewollten Regional-Fokus an. Nebenher kommen die Ergebnisse chronologisch in den Browser – und zwar ohne umständliche Umstellungen.

Unser Twitter-Account in der Nitter-Ansicht – die gleichen Inhalte, nur eben ohne Twitter-Algorithmen-Quatsch drumherum.

Wichtig ist zu wissen, dass hinter Nitter nicht „ein“ Dienst steht, der irgendwo seine Inhalte anbietet. Stattdessen ist das Open-Source-Projekt darauf ausgelegt, selbst gehostet zu werden. Sollte die Hauptstartseite Nitter.net einmal nicht verfügbar sein, findet Ihr unter diesem Link weitere Instanzen des Dienstes. Auch einige Darknet-Instanzen sind dabei, sodass Ihr Twitter auch über das Onion-Netzwerk nutzen könnt. Falls Ihr einen eigenen Server betreibt, könnt Ihr auch eine eigene Nitter-Instanz aufsetzen. Die Instruktionen dazu findet Ihr auf der GitHub-Seite des Projekts.

Nitter Fehler
Twitter blockt eine Nitter-Instanz, wenn zu viele Anfragen eintrudeln. Das könnt Ihr aber in der Regel durch den Wechsel auf eine andere Nitter-Instanz umgehen.

Das Nitter-Twitter effektiver nutzen

Die Nutzung von Nitter ist vor allem am Desktop mehr oder weniger selbsterklärend: Tippt auf der Startseite des Dienstes einfach den Twitter-Namen ein, dessen Tweets Ihr lesen möchtet. Alternativ dazu klickt Ihr oben rechts auf die Lupe, um einen beliebigen Suchbegriff einzugeben.

Die Navigation durch die Twitter-Sucherergebnisse funktioniert praktisch genauso wie beim Original. Klickt einen Tweet an, um die erweiterte Ansicht inklusive Antworten etc. zu wechseln. Auch könnt Ihr direkt auf Nutzernamen, Hashtags etc. klicken, um die entsprechenden Suchergebnisse anzuzeigen.

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Die Tweet-Ansicht von Nitter entspricht der des Desktop-Twitters.

Sehr schön sind auch die erweiterten Filter für die Twitter-Suche. Klickt Ihr neben der Eingabemaske auf den Pfeil, könnt Ihr über die Optionen bei Filter die Suchergebnisse auf bestimmte Inhalte (etwa Fotos) beschränken oder auch diese via Exclude aus den Ergebnissen ausschließen. Besonders praktisch ist die Option Time Range, mit der Ihr ganz gezielt Tweets aus beliebigen Zeiträumen durchforsten könnt. Last but not least dürft Ihr die Nitter-Suchen auch als RSS-Feed abonnieren, um per passenden RSS-Reader stets einen Blick in aktuelle Ergebnisse werfen zu können.

Vor allem die komplexen Suchfilter sind ein großes Plus von Nitter.

So schön Nitter am Desktop ist, auf dem Smartphone funktioniert der Service leider eher halbgar. Zwar ist die Webseite komplett responsiv aufgebaut und gut in mobilen Browsern zu bedienen, vollwertige Apps für Android oder iOS gibt es aber – zumindest Stand dieses Tutos – noch nicht. Immerhin gibt es bereits einige Erweiterungen für Desktop- und Mobile-Browser.

Verantwortlich für die Entwicklung von Nitter ist der Entwickler zedeus. Wer mag, kann dem guten Mann über seine Librepay-Webseite einen Kaffee oder auch mehr für seine Arbeit spendieren – meiner Meinung nach hat er es mehr als verdient. Langfristig soll Nitter noch um ein Account-System erweitert werden, über das Ihr beispielsweise Nitter-Suchen speichern oder Nutzer abonnieren könnt. Bis dahin ist die RSS-Funktion aber eine nette Alternative. Noch mehr Themen rund ums Web findet Ihr hier, weitere Open-Source-Themen sammeln wir hier für Euch.

(Der Screenshot aus dem Einstiegsbild kommt aus unserem Twitter-Feed in der Nitter-Ansicht, das ergänzende Vögelchen stammt aus der kostenlosen Sammlung Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay)

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Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, am Desktop Apple- und unterwegs Android-Fan, zockt unter Windows, kann nicht ohne Musik (von Classic Rock über Ska bis Punk) und Hörbücher, schießt gerne Postkarten-Fotos, hat immer mindestens zwei Handys dabei und freut sich riesig über eine Kaffeespende ;-)

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für diese Infos zu Nitter. Ich gebe zu, dass ich bislang noch nie davon gehört habe. Erst nachdem ich (via Ahrefs) sah, dass es von dieser Plattform einen Backlink zu meiner Domain trusted-blogs.com gibt, wurde ich neugierig.

    Was es nicht alles gibt… :-)

    Herzliche Grüße aus Bremen,
    Eddy

      1. Vielen Dank für Dein Vertrauen, Christian!

        Richtig: schaden kann es nicht, bei uns registriet zu sein. Im „schlimmsten Fall“ passiert… nix ;-)

        Melde Dich jederzeit bei mir, falls ich irgendetwas für dich tun kann.

        BG, Eddy

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