Der Roborock S6 kann nicht nur staubsaugen, sondern auch wischen. Wir prüfen, ob sich der Kauf des Staubsaugerroboters lohnt.

Zurzeit dreht der Nachfolger des Roborock S50 (wir testeten) die Runden durch unsere Wohnung. Mit Laserscanner und Wischfunktion ausgestattet, wie schon der Vorgänger, soll der neue Roboter seinen Weg noch intelligenter finden und dabei leiser sein. Wir testen die Neuerungen und sagen Euch in diesem Test ob sich die Anschaffung lohnt.

Lieferumfang und Einrichtung

Der Roborock S6 kommt mit einer Ladestation, die etwas größer als die des Vorgängers ist, sowie europäischem Stromkabel, Wasserschutzmatte, Ersatzfilter und Bedienungsanleitung in einem edel anmutenden Karton. Eine Fernbedienung liegt immer noch nicht bei. Nach Installation der MI-Home App muss der Roboter dem 2,4 GHz WLAN Netzwerk hinzugefügt werden. 5Ghz Netze werden auch mit dem S6 nicht unterstäützt. Dazu habe ich in meiner FritzBox ein Gast-WLAN eröffnet und bei diesem lediglich das 2,4 GHz Band freigegeben. Danach ist der Roboter einsetzbar und muss nur einmal aufgeladen werden. Schön ist die Integration von europäischen Servern, was den Umweg über chinesische Einstellungen wie bei den Vorgängern obsolet macht.

Die neue Bürste hat eine um ca. 50 Prozent vergrößerte Fläche und schiebt die Krümel und den Staub vor die Ansaugfläche. Natürlich ist die Bürste kompatibel mit dem S50, mittels Nachbestellung kann dieser also auch von der Weiterentwicklung profitieren. Wie schon der S50 kommt der S6 mit nur einer Bürste aus. Einfachere Modelle, wie der eufy RoboVac 30C gleichen mit zwei Bürsten eine mangelnde Intelligenz bei der Routenplanung aus.

Roborock S6 im Test

Der Roborock S6 kann im Praxistest überzeugen.

Roborock S6: Saugleistung

Die adaptive Raummessung und die Erkennung von Räumen in der App ist wahrlich eine Verbesserung zum schon guten Vorgänger. Nun müssen nicht mehr Reinigungszonen hakelig gesetzt werden, sondern es können direkt Räume gewählt werden. Das funktionierte in unserem Test prima! Endlich kann man mal schnell das Wohnzimmer saugen lassen, ohne erst die Reinigungszone hinfummeln zu müssen. Dies führte beim Vorgänger zuweilen zu frustierenden Erlebnissen.

Trotz leiserem Quiet-Mode saugt der S6 immer noch mit 2000 hPa (wie schon der S50). Die Teppicherkennung funktioniert gewohnt gut, aber immer noch wird die Information dass Teppich liegt nicht an den Wassertank weitergeben. Schön ist die Möglichkeit verschiedene Etagen im S6 zu speichern. Somit kann mehr als eine Karte gespeichert und hinterlegt werden. Dies funktioniert jedoch nur mit der App, eine Hardware Auswahl der Karten ist nicht vorgesehen.

Xiaomi Roborock App Raummessung

Ein Blick in die App zeigt: Der Roborock misst die Wohnung sehr exakt aus.

Roborock S6: Wischleistung

Der Wischtank kann bei Bedarf untergesetzt werden. Im Lieferumfang sind zwei Mop-Tücher und zwei Einmalwischtücher (à la Swiffer) enthalten. Letztere machen in meinen Augen leider keinen Sinn. Verbessert wurde der einstellbare Wasserdurchsatz (mittels Schalter am Tank). In der App kann nicht mehr explizit auf Wischen gestellt werden. Somit saugt der Roborock S6 immer erst, bevor er nass drüber wischt. Dies verbessert jedoch die Leistung enorm und erzeugt ein saubereres Gesamtbild.

Preis-Leistungs-Meister

Mit einer Preisempfehlung von knapp 550 Euro ist der Roborock S6 in meinen Augen das beste und zugleich günstigste Gerät der intelligenten Oberklasse! Für dieselbe Leistung müssen bei der Konkurrenz gern 800 – 900 Euro hingelegt werden. Wer einen Roboter mit Laserscanner kaufen möchte, dem sei dieses Gerät ans Herz gelegt. Gerade durch die Verfügbarkeit von günstigen Verbrauchswaren, wie Filtern und Bürsten, kann der Roborock S6 nun noch mehr überzeugen als der S50. Der Vertrieb in Europa (in Deutschland beispielsweise über Cyberport) nimmt langsam aber sicher Fahrt auf, was dazu führt dass die Angst vor einem möglichen Defekt und Rückversand nach China, die noch bei den Xiaomi gebrandeten Vorgängern stets präsent war.

Roborock S6 Staubsaugerroboter in Deutschland (Quelle Roborock)

Der Roborock S6 bietet angesichts seiner Fähigkeiten ein wirklich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (Bild: Roborock).

Fazit

Der Roborock S6 ist eine absolut gelungene Weiterentwicklung des S50. Besitzer des Vorgängers müssen nicht upgraden, dafür sind die Änderungen zu gering. Neukäufer sollten jedoch den S6 kaufen. Hier gibt es die meisten Neuerungen direkt ab Werk und das Gerät erledigt seine Aufgaben gewissenhaft und zur vollsten Zufriedenheit. Die Wischfunktion ist eine nette Zugabe, die den Einsatzbereich des Roboters noch stark erweitert.

Über den Autor

Benjamin Mewes

Benjamin Mewes

Technikbegeistert und programmieraffin seit den wilden Jugendtagen (QBasic, Delphi, R, Python, Fortran 77, Java). Heim-Automatisierung mit HomeKit und alles rund um macOS und iOS sind meine Steckenpferde!

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4 Kommentare

    • Getestet wurde vorrangig die Alltagstauglichkeit über knapp 4 Wochen. Zur Zeit ist das Gerät im Langzeittest (seit knapp 3 Monaten). Einrichtung, Saugleistung, Zugänglichkeit abseits von Smart Home affinen Personen, etc. wurde alles untersucht. Das könnte ich noch mal gut in einem weiteren Beitrag zusammenfassen.

  • Ich finde es wichtig darauf hinzuweisen dass die Software bzw. verbesserte Raum und Zonenerkennung des S6 obwohl versprochen nicht im S55 ausgeliefert wird. Sprich bei xiaumi wird die Software der Vorgängermodelle nach Veröffentlichung des Nachfolgers nicht weiter entwickelt. Das nervt! Da lobe ich mir AVM.