Ihr wollt unter Linux Systeminformationen über CPU, Festplatten, Distribution, Kernel etc. auslesen? Unser Skript fasst die wichtigsten Befehle zusammen.

Es gibt allerlei Systeminformationen, die man immer wieder braucht: Festplatten, Speicherplatz, Distribution, Kernel, CPU und so weiter. Ihr wollt alle Infos sauber formatiert auf einen Blick? Oder Euch einfach kein halbes Dutzend Befehle plus Optionen merken müssen? Dann nehmt eben eine GUI, oder unser Skript.

Die GUI-Variante

Wenn Ihr es Euch ganz einfach machen wollt, installiert Hardinfo über sudo apt install hardinfo und schon habt Ihr ein Fenster mit so ziemlich allem, was sich aus einem System ziehen lässt.

Im Terminal bekommt Ihr Systeminformationen über eine ganze Reihe Befehle, etwa lscpu, uname, df und viele weitere. Und damit deren Output einigermaßen aussieht und sich gegebenenfalls auf das Wichtige beschränkt, benötigt Ihr meist auch noch allerlei Optionen – und da soll unser TutoSysinfo-Skript ein wenig helfen.

systeminformationen

Die einfache Variante: Hardinfo dürfte den meisten genügen.

Systeminfo-Skript

Ganz wichtig: Das Skript ist natürlich kaum mehr als ein Beispiel – mit Informationen, die hier gerade nützlich erscheinen. Aber Ihr könnt es natürlich superleicht anpassen und erweitern. Ein paar Anregungen findet Ihr direkt am Ende der Skript-Ausgabe. Aber erstmal von vorne, beginnend mit dem Ende – hier das finale Ergebnis im Bild:

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Es geht hübscher und umfangreicher, aber als Startpunkt sollte es genügen.

Und hier das zugehörige Skript TutoSysinfo:

#!/bin/bash
    tput setaf 1
    echo Hardware
    tput sgr0
lscpu | egrep --color=never "Architecture|CPU op|Model name|CPU MHz"
    tput setaf 1
    echo Distribution
    tput sgr0
lsb_release -idrc
     tput setaf 1
    echo Kernel
    tput sgr0
uname -r
    tput setaf 1
    echo Speichergeräte
    tput sgr0
lsblk -o NAME,SIZE,MOUNTPOINT
    tput setaf 1
    echo Speicherplatz
    tput sgr0
df -h --output=source,size,used,avail,target --exclude-type=tmpfs
    tput setaf 1
    echo Weitere Infos
    tput sgr0
echo "sudo lshw -short  Ausführliche Hardware-Info"
echo "lsusb         USB-Geräte auflisten"
echo "sudo dmidecode -q BIOS-Informationen auslesen"
echo "ip a          IP-Infos anzeigen"
echo "cat /etc/passwd       Nutzer anzeigen"
echo "lspci         Ausführliche Infos über PCI-Geräte"

tput ist für die Auszeichnung der Ausgabe verantwortlich, sprich die rote Schrift. Über tput setaf 1 wird die Terminal-Schrift auf Rot gesetzt und mit tput sgr0 wird zurückgesetzt.

Bei lscpu | egrep werden zunächst CPU-Informationen ausgelesen und dann mit egrep auf die interssanten Zeilen begrenzt. Den egrep-Part könnt Ihr natürlich weglassen.

lsb_release gibt Euch die Basisinformationen zu Eurer Distribution, als etwa Namen und Version von Ubuntu.

uname gibt schlicht die Kernel-Version aus.

lsblk listet (ls) Informationen über Blockspeichergeräte (blk) aus. In der obigen Konfiguration wird der Output (-o) auf Namen, Größe und Einbindungspunkt beschränkt. Das Schöne hier ist die Darstellung als Baum, weil man so sofort sieht, welche Festplatten vorhanden sind und welche Partitionen dazu gehören.

df liefert dann die Speicherplatzbelegung nach, die bei lsblk leider fehlt – sowie bei df die schicke Baumdarstellung. Auch hier werden wieder nur einige Spalten ausgegeben und Dateisysteme vom Typ „tmpfs“ sind komplett ausgenommen.

Schlussendlich bekommt Ihr noch ein paar weitere Vorschläge für mehr Infos: lshw (listet/ls – hardware/hw – da malt sich ein Konzpt ab 😉 ) gibt ausführliche Hardware-Informationen aus, lsusb macht das gleiche für USB-Geräte, dmidecode kann Daten vom BIOS auslesen, ip zeigt unter anderem Eure eigene IP-Adresse, cat /etc/passwd listet existierende Nutzerkonten und lspci, Ihr könnt es Euch denken, listet Infos zu PCI-Geräten. Übrigens: Die Lücken bei den echo-Befehlen unten im Skript sind Tabs, daher sieht das im Code so doof aus.

Anpassen und nutzen

Ihr könnt das Skript dann einfach über ./tutosysinfo aufrufen (sollte es nicht laufen, versucht es mit chmod +x tutosysinfo, um die Datei ausführbar zu machen). Anschließend passt Ihr nach Bedarf an, bis es passt. Alle verwendeten Tools liefern Optionen über –help und Handbücher gibt es über man lsblk und so weiter. Und am besten benennt Ihr es danach um, in etwas, das Ihr Euch besser merken könnt als tutosysinfo. Wie wäre es schlicht mit systeminfo oder version?

In so ein Skript könnt Ihr noch etliche weitere Datenquellen einbauen, die Ausgaben noch viel weiter beschränken, bessere Formatierungen einbauen und so weiter. Wir hoffen, dass es für Einsteiger ein nützlicher Startpunkt ist. Über Lizenzkram müsst Ihr Euch übrigens keine Gedanken machen, das Skript ist viel zu trivial, um es überhaupt zu lizenzieren. Sicherheitshalber steht das Ding unter der Creative Commons Zero (CC0). Die CC0 ist tatsächlich dazu gedacht, formell klar zu machen, das ein Werk ohne jegliche Auflagen genutzt werden kann. Macht also einfach, was Ihr wollt.

RAM- und GraKa-Infos

Und noch ein paar Infos: Am Ende des Skripts stehen noch ein paar auskommentierte Zeilen. Über lshw werden hier die Größe des Arbeitsspeichers sowie Name und Hersteller verbauter Grafikchips ausgelesen. Allerdings müsst Ihr das Skript dann mit root-Rechten aufrufen, da ansonsten Warnmeldungen im schönen Output landen.

#tput setaf 1
#   echo Grafikkarten
#   tput sgr0
#lshw -quiet -class display|egrep "Produkt|Hersteller"
#   tput setaf 1
#   echo Arbeitsspeicher
#   tput sgr0
#lshw -quiet -class memory|egrep "Größe"

Zum Ausprobieren einfach auskommentierten, sprich die Rauten entfernen. Tipp: Natürlich könnt Ihr auch einzelne Befehle direkt per Drag&Drop auf ein Terminalfenster ziehen, um sie auszuprobieren.

Weitere Linux-Spielereien findet Ihr hier.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule ...

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn - als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und "Hundedinger" steht - und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, Ex-BSI'ler, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 26 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch ...

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