OpenShot ist ein super Tool zum Erstellen von Filmen: Schnitt, Effekte, Übergänge, alles dabei. Hier seht und lest Ihr, wie das im Detail funktioniert.

Seit OpenShot auch für Windows zur Verfügung steht, dürften den kommerziellen Videoschnitt-Software-Anbietern einige Kunden abgekommen sein – es ist einfach zu gut. OpenShot ist Open Source Software, extrem einfach zu bedienen und bietet alle wichtigen Werkzeuge zum Arrangieren, Schneiden und Anreichern von Filmprojekten. Hier seht Ihr im Video und im Text, wie es geht.

OpenShot

OK, OpenShot kann bezüglich der Filter und Möglichkeiten nicht mit den kommerziellen Dickschiffen für private Nutzer mithalten, Magix & Co. bieten da traditionell etwas mehr – allerdings fällt dieses Mehr eher in den Bereich der Spielerei. Klar, das macht Spaß, aber in aufwändigen, halbwegs seriösen Projekten ist das alles nicht sonderlich relevant. Mit Dingen wie Lightworks kann das Tool selbstverständlich nicht mithalten – damit wurde unter anderem Wolf of Wallstreet produziert und es richtet sich entsprechend an professionelle Anwender. Und man braucht auch professionelle Fähigkeiten ;)

Was OpenShot im Wesentlichen leistet:

  • Clips schneiden
  • Clip arrangieren
  • Übergänge
  • Effekte über Zeit
  • Videofilter
  • Titelgenerator
  • Bedienung ohne Tastenkürzel möglich

Soll heißen: Ihr könnt aus diversem Videomaterial einen Film zusammenschneiden – mit Übergängen, Effekten (Bild-in-Bild, Bewegungen etc.), Filtern (Sepia, Farbverschiebung etc.) und eigens generierten Titeln.

Beispielprojekt: Im Video und auch hier geht es um ein simples Beispielprojekt, das ganz kurz die wichtigsten Grundlagen bis zum fertigen Projekt zeigt. Im Einzelnen:

1. Clips arrangieren
2. Clips schneiden
3. Titel generieren
4. Übergänge einfügen
5. Effekte einsetzen
6. Finalisieren/Kleinkram
7. Video rendern

Folgende Elemente werden im Projekt verwendet (einfach per Drag&Drop auf OpenShot ziehen):

  • Intro 1 – zum Beispiel ein animiertes Logo
  • Intro 2 – Collage zur Einführung
  • Audiodatei – Audiospur für Intro 2
  • Hauptfilm – der eigentliche Clip
  • (Titel – wird später in OpenShot generiert)
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Die Projektdateien.

Wenn Ihr das Ganze nur mal sehen wollt oder Euch grundsätzlich mit Videoschnitt auskennt, schaut Euch das Video an – das genügt oft schon. Zum Schritt-für-Schritt-Abarbeiten ist dann die Textvariante hilfreich.

1. Clips arrangieren

Das Arrangieren fertiger Clips, hier die beiden Intros und die Audiospur, ist denkbar simpel: Zieht sie einfach mit der Maus auf die Spuren. Standardmäßig ist das Magnet-Icon aktiviert, so dass Clips einrasten. Das heißt, sobald beim Draufziehen Anfang/Ende eines neuen Clips mit dem Anfang/Ende eines vorhandenen Clips in einer beliebigen Spur übereinstimmen seht Ihr eine blaue Linie und der Clip dockt mit einem Magneteffekt an.

Hier im Beispiel platziert Ihr zunächst die beiden Intros (Spur 5 und 4) nacheinander und die Audiospur unter Intro 2 mit demselben Startpunkt (Spur 3).

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Die blaue Linie zeigt beim Draggen, dass Anfänge oder Enden von Clips aufeinander liegen.

2. Clips schneiden

In der Regel werden Clips aber nicht fertig geschnitten sein. Dazu öffnet Ihr die Funktion Film aufteilen … aus dem Kontextmenü der jeweiligen Datei.

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Aufruf des Schnitt-Tools.

Setzt in dem Schnittdialog einfach einen Anfang und ein Ende, vergebt einen Namen und per Klick auf Erstellen landet der neue, geschnittene Clip bei den Projektdateien. Der neue Clip kommt dann wieder in eine eigene Spur und dockt hinten an Intro 2 an.

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Geschnittene Teile landen als neue Clips im Projekt.

Alternativ könnt Ihr auch Qick&Dirty über das Schere-Icon direkt in der Spur per Mausklick schneiden.

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Quick&Dirty-Schnitt direkt in der Timeline.

3. Titel generieren

Mit Titel sind hier Ab- und Vorspänne gemeint sowie etwaige zwischenzeitliche Texteinblendungen. Für einen Abspann wählt oben im Menü Titel/Titel und dann eine der (statischen) Vorlagen. Füllt die vorhandenen Zeilen und speichert – wieder landet ein neues Objekt bei den Projektdateien. Der Titel wird als schlichtes Bild (SVG) realisiert. Zieht es als letzten Bestandteil in eine Spur und lasst es hinten am Hauptfilm andocken.

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Statische Titel gibt es direkt in OpenShot.

4. Übergänge einfügen

Das Arrangement steht nun, aber noch gibt es überall nur harte Übergänge. Die schnellste Lösung: Überblendungen. Klickt einfach auf den gewünschten Clips und fügt Ein- und Ausblendung über Ausblenden/Ganzer Film/Ein- und ausblenden (schnell) ein. Wenn Ihr das mit allen Clips macht, sind die Übergänge dezent und brauchbar.

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Übergänge sind schnell gesetzt.

Alternativ stehen Euch die Übergänge zur Verfügung: Zieht eines der Symbole direkt auf einen Clip, egal ob Video oder Bild, und schon seht Ihr den Effekt in Aktion (sofern der Slider in der Zeitleiste entsprechend steht). Gegebenenfalls bietet es sich hier an, zwei Clips in einer Spur direkt aneinander zu legen und solch einen Übergang dann entsprechend über die Schnittstelle zu legen.

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Übergänge lassen sich auf einzelne Clips oder Übergänge zwischen Clips anwenden.

5. Effekte einsetzen

Bei den Effekten könnt Ihr einerseits aus der Effekte-Palette einen Eintrag wählen und wie einen Übergang auf einen Clip ziehen, den Effekt konfigurieren und fertig. Interessanter sind aber Effekte über die Zeitleiste, sprich manuelle Animationen.

Als Beispiel soll hier ein Bild-in-Bild-Effekt auftauchen. Das Video mit dem Panda soll unten rechts starten und sich dann drehenderweise nach oben links begeben. Fügt zunächst also ein Video in einer Spur über dem Hintergrund-Clip ein und setzt den Slider auf den Anfangspunkt des Bild-in-Bild-Clips. Standardmäßig seht Ihr dann zunächst nur das Bild des neuen Clips im Vollbild.

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Eingefügter Clip vor dessen Animation.

Ändert nun Skalierung, Ort und eventuell noch Drehung links in den Eigenschaften des Clips. Damit ist der Startpunkt definiert.

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Hier setzt Ihr den Anfang der Animation.

Um den Endpunkt zu definieren, zieht den Slider auf das Ende des Bild-in-Bild-Clips. Hier seht Ihr, dass der Clip an derselben Stelle läuft wie zu beginn.

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Slider auf das Ende des Clips setzen.

Ändert nun wieder Skalierung, Ort und Drehung um den Endpunkt fertig zu stellen.

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Ende der Animation.

Das Coole daran: Zwischen Start- und Endpunkt verändern sich die Werte von Skalierung, Ort und Drehung gleichmäßig, so dass Ihr eine saubere Animation habt – hier mal ein Bild mit dem Slider in der Mitte des Bild-in-Bild-Clips:

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Inmitten der Animation.

6. Finalisieren/Kleinkram

Zum Schluss ist noch Feintuning angesagt. Beispielsweise ist die MP3-Datei in Spur 3 deutlich lauter als der Ton in den Videospuren – was beim Mischen mehrerer Inhalte durchaus regelmäßig vorkommt. In solchen Fällen lohnt es sich, die Lautstärke über das Kontextmenü zu reduzieren.

Die professionelle Lösung wäre natürlich das Abtrennen und separate Bearbeiten (Normalisieren) der Tonspur, aber so geht es meistens auch.

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Lautstärke anpassen.

Auch anderer Kleinkram lohnt sich zu checken: Sind Ein- und Ausblendung an Anfang und Ende des Projekts OK? Ist der Abspann lang genug zu sehen? Sind die Schnitte gelungen? Und so weiter … – das Rendern dauert zu lang, um Fehler erst später zu erkenne.

7. Video rendern

Wenn Ihr fertig seid, klickt auf den roten Punkt zum Exportieren. Hier stehen genügend Voreinstellungen zur Verfügung, Ihr dürft aber auch manuell in die Einstellungen eingreifen. Achtet vor allem auch auf die Framerates (fps): Wenn Ihr zum Beispiel mit 24 Bildern pro Sekunde aufgenommen habt und dann mit 25 fps rendert, wird das Ergebnis entsprechend zu schnell ablaufen.

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Beim Exportieren genügen meist die Voreinstellungen.

Ein letzter Tipp, der gut für den Anfang wäre: Speichert regelmäßig! Zwar hat OpenShot auch eine Funktion zum automatischen Backuppen, aber Ihr stopft am Ende doch verdammt viel Arbeit in größere Filmprojekte, von daher sollte ein schnelles STRG+S ins Automatismenreportoire einfließen. OpenShot ist in der aktuellen Version aber ziemlich stabil, also kein Grund zur Panik.

Übrigens: Die obigen Beispieldateien stammen aus unserer kleinen (Versuchs-)Serie Feature Picking, in der wir einzelne spannende Features von Tools präsentieren:

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Stichwortschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler.

Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds.

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