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Anleitung: Raspberry Pi per USB-Boot von externem Laufwerk starten

Der Raspberry Pi unterstützt inzwischen den USB-Boot von SSD, Festplatte oder USB-Stick. Ihr müsst das nur schnell einstellen.

Stecken aktuelle Raspberry Pis in einem Gehäuse, ist der SD-Card-Wechsel nicht selten ausgesprochen schwierig. Zumal die kleinen SD-Karten auch schnell verloren gehen – und mit ihnen möglicherweise euer schön eingerichtetes NAS, Euer Darknet-Server oder Eure Retro-Konsole. Was also tun, wenn Ihr einfach ein neues Betriebssystem für den Kleinstrechner ausprobieren wollt? Ganz einfach: Startet ihn doch von einem USB-Laufwerk, etwa einem Stick, einer SSD oder einer Festplatte! In der aktuellen Firmware ist der USB-Boot kein Problem mehr.

Raspberry Pi OS muss auf dem neuesten Stand sein

Bevor ihr loslegt, solltet ihr Raspberry Pi OS aktualisieren: Ruft im Pi-System einfach ein Terminal-Fenster auf oder loggt euch per SSH von einem anderen Rechner aus auf dem Raspberry Pi ein.

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Raspberry Pi OS aktualisieren

Anschließend gebt ihr den Befehl
sudo apt-get update
ein, um die Paketquellen zu aktualisieren. Mit
sudo apt full-upgrade
bringt ihr Raspberry Pi OS dann auf den letzten Stand, dabei wird auch die aktuelle Firmware aufgesetzt. Bestätigt Nachfragen des Updaters immer mit „J“ für „Ja“ bzw. „Y“ für „Yes“, wenn ihr noch eine englische Version benutzt.

... und ein Upgrade auf die aktuellste Version von Raspberry Pi OS durchführen.
… und ein Upgrade auf die aktuellste Version von Raspberry Pi OS durchführen.

Raspberry Pi für USB-Boot konfigurieren

Das war es im Grunde auch schon: Euer Raspberry Pi ist jetzt für den USB-Boot vorbereitet. Allerdings startet er noch nicht automatisch von angeschlossenen Laufwerken, vielmehr bleibt es bei der internen SD-Karte. Das könnt ihr ändern, indem ihr im Terminal oder per SSH den Befehl
sudo raspi-config
eingebt. Hier findet ihr die Konfiguration des gerade aktiven Pi-Systems, also des Raspberry Pi OS auf eurer internen SD-Karte. Hier müsst ihr euch nun durch das Menü hangeln, um den USB-Boot zu aktivieren: Wählt den Menüpunkt „6. Advanced Options“. Hier findet ihr den Eintrag „A6 Boot Order“. Wählt in diesem Menü die zweite Option „USB-Boot: Boot from USB if available, otherwise boot from SD-Card“ aus: Dadurch schaut der Pi beim Start erst einmal, ob ein USB-Laufwerk mit einem Betriebssystem vorhanden ist. Findet er keines, verwendet er das System auf der internen SD-Karte.

Ist das System aktuell, findet ihr in der Raspi-Konfiguration den USB-Boot.
Ist das System aktuell, findet ihr in der Raspi-Konfiguration den USB-Boot.

Was nützt USB-Boot am Raspberry Pi?

Der USB-Boot des Raspberry Pi hat zwei gewichtige Vorteile: Einerseits könnt ihr natürlich beliebig Betriebssysteme testen, ohne die im Pi verbaute Festplatte anzurühren. Andererseits könnt ihr den Pi aber jetzt auch direkt von einem schnellen und zuverlässigen Medium wie einer USB-SSD oder einer USB-Festplatte starten. Daraus ergeben sich enorme Vorteile in Sachen Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit, etwa wenn ihr den Pi als NAS-System verwenden wollt. Doch auch im normalen Betrieb als Bastelrechner bringen externe Medien diese Vorteile mit. Und mit dem Fallback auf die SD-Karte ist es natürlich im Fall der Fälle auch kein Problem, schnell wieder auf das Basissystem zu wechseln.

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Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und mit der Vespa GTS 300 oder meinem Hund in der echten Welt unterwegs. Neuerdings Tochtervater. Spendier‘ mir einen Kaffee.

4 Kommentare

  1. System ist aktuell, bekomme aber folgende Meldungen:
    No EEPROM bin file found for version 2021-01-16 – │
    │ aborting

    und danach:
    There was an error running option A6 Boot Order

    Vorherige Eingaben:
    sudo apt update
    sudo apt full-upgrade

    Was läuft da falsch?
    Modell rpi 400

      1. Hatte auch schon mal davon gelesen, ich kann es mir nicht erklären, aber mittlerweile funktioniert es mit dem USB-Boot. Steckt man nicht immer drin. Den Tipp von Raspler werde ich mal ausprobieren.

  2. Was mir noch wichtig erscheint: Auch wenn der Raspi vollständig von einem USB-Gerät startet, sollte trotzdem immer eine SD-Karte eingesteckt sein. Dies Karte kann leer sein, sie sollte kein lauffähiges OS enthalten.

    Der Raspi fragt immer ab, ob es eine SD-Karte gibt. Findet er keine, fragt er alle paar Sekunden erneut – erkennbar an der flackernden Status-LED. Diese Abfrage frisst spürbar Leistung.

    Daher leere Karte rein, und Ruhe ist.

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