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Netzwerk

FritzNAS einrichten: Alles, was Ihr wissen müsst

Mit der FritzNAS-Funktion Eurer FritzBox könnt Ihr ganz einfach ein einfaches NAS-System aufsetzen. Das ist ausgesprochen praktisch.

Wenn Ihr einfach einen Netzwerkspeicher braucht, solltet Ihr hier weiterlesen: Statt eine teure Hardware-NAS zu kaufen, könnt Ihr nämlich einfach AVMs FritzBox mit FritzNAS als Netzwerkspeicher einsetzen. Die entsprechende Funktion ist bei jedem FritzBox-Modell an Bord. Alles, was Ihr für den Einsatz benötigt, ist ein USB-Datenträger – etwa ein USB-Stick, eine USB-Festplatte oder eine SSD – sowie einige Handgriffe im FritzBox-Administrationsbereich. Aber genug der Theorie: Wir zeigen Euch, wie Ihr die FritzBox als NAS einrichten könnt.

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FritzBox als NAS nutzen: Diese Hardware braucht Ihr

Zunächst solltet Ihr Euch überlegen, welche Art von Datenträger Ihr als Netzwerkspeicher einrichten möchtet. Das hängt vor allem davon ab, wo Eure FritzBox installiert ist – und wie Ihr den Netzwerkspeicher verwenden möchtet. Ein Beispiel: Steht die FritzBox präsent in der Wohnung, solltet Ihr einen möglichst leisen Datenträger, also einen USB-Stick oder eine SSD verwenden.

Ist die FritzBox hingegen irgendwo installiert, wo Lärm nicht stört, könnt Ihr eine klassische Festplatte einsetzen. Hier bietet sich eine dicke 3,5″-Platte an, weil es diese einerseits in höheren Kapazitäten gibt, diese andererseits aber auch über eine eigene Stromversorgung verfügen. Wenn Ihr alle Teile beisammen habt, könnt Ihr auch schon loslegen.

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Datenträger für FritzNAS einrichten

Um eine Festplatte, SSD oder einen Stick als NAS-Laufwerk an der FritzBox einzusetzen, müsst Ihr diese zunächst mit einem passenden Dateisystem formatieren. Die FritzBox unterstützt derzeit NTFS, FAT32 und die Linux-Dateisysteme ext2, ext3 und ext4. Mit dem kommenden FritzOS-Release 7.39 bzw. 7.50 soll noch exFAT hinzukommen, was vieles leichter machen wird: Alle aktuellen Betriebssysteme wie Windows, MacOS und Linux können mit exFAT umgehen.

Aktuell die einfachste Lösung: FritzBox-Laufwerk mit FAT/FAT32 formatieren. Wer kann, sollte aber ein Journaling-System einsetzen.

Allerdings bietet sich aus Gründen der Datensicherheit und Geschwindigkeit an, auf ein FAT zu verzichten und stattdessen ein modernes Journaling-Filesystem zu verwenden, also NTFS (Windows) oder ext3/ext4 (Linux). Beides könnt Ihr mit GParted für Windows und Linux erstellen, unter Windows müsst Ihr das für die FritzBox vorgesehene Laufwerk einfach mit NTFS formatieren, nur Mac-Nutzer schauen in die Röhre und müssen sich per Workaround behelfen, um NTFS auf den Stick oder die Festplatte zu bekommen. Anschließend könnt Ihr das Laufwerk einfach an den USB-Port Eurer FritzBox anschließen.

FritzBox als NAS aktivieren

Öffnet jetzt die Administrationsoberfläche Eurer FritzBox und klickt hier auf „Heimnetz“. Dort findet Ihr die Option „USB/Speicher“. Klickt diese an und setzt anschließend den Haken bei „Speicher-(NAS)-Funktion von FRITZ!Box XXX aktiv“. Mit Klick auf „Übernehmen“ wird die NAS-Funktion, sofern nicht bereits aktiv, aktiviert. In aller Regel ist die FritzNAS aber auf FritzBoxen bereits ab Werk aktiviert. Die Angeschlossene Festplatte sollte ebenfalls auftauchen: Damit ist die FritzBox als NAS eingerichtet.

Ein Häkchen und die FritzBox-NAS ist aktiv.

FritzBox-Benutzer für FritzNAS anlegen

Klickt jetzt in der Verwaltungsoberfläche Eurer FritzBox auf „System“ und dort auf „Benutzer“. Hier gibt es bereits einen eingestellten „Standard-Nutzer“, dessen Passwort dem Zugangspasswort zur FritzBox entspricht. Um die NAS-Funktion sinnvoll zu nutzen, solltet Ihr aber weitere Benutzer anlegen. Klickt auf „Benutzer hinzufügen“. Setzt hier den Haken bei „Benutzer aktiv“ und gebt einen Benutzernamen und ein Passwort ein. Die FritzBox analysiert das Passwort auf seine Sicherheit. Ihr könnt beliebig viele Benutzer erstellen, wir empfehlen aber einen pro Person in Eurem Haushalt.

Legt einen oder mehrere Benutzer für die FritzNAS an.
Legt einen oder mehrere Benutzer für die FritzNAS an.

Euren eigenen Account solltet Ihr als „Hauptnutzer“ für die NAS-Nutzung verwenden: So könnt Ihr Ordner anlegen und verwalten. Dazu braucht dieser Benutzer Zugriff auf den gesamten Speicher der FritzBox-NAS. Setzt also einen Haken bei „Zugang zu NAS-Inhalten“ und schaut, dass „Alle an der Fritz!Box verfügbaren Speicher“ aktiviert ist. Außerdem muss der Haken bei „Lesen“ und „Schreiben“ gesetzt sein. Speichert den neuen Nutzer anschließend mit „Übernehmen“ ab.

Der Haupt-Benutzer sollte Zugriff auf den gesamten FritzBox-Speicher haben.

FritzNAS: Funktion testen

Ihr könnt die FritzBox-NAS ausprobieren und Ordner-Strukturen anlegen, auf die Ihr anschließend weitere Nutzer setzt. FritzNAS ist ein SAMBA-Server und verwendet das SMB-Protokoll. Dazu müsst Ihr nur auf Eurem PC oder Mac das Netzwerk-Volume fritz.nas verbinden. Unter Windows müsst Ihr nur \\fritz.box oder \\fritz.nas ins Suchfeld in der Taskleiste eingeben und anschließend Benutzernamen und Passwort eingeben.

Wenn Ihr die Anmeldedaten speichert, könnt Ihr Euch beim nächsten Mal schneller verbinden.

Unter MacOS geht das ähnlich: Drückt (cmd)+(Leertaste) für die Spotlight-Suche und gebt smb://fritz.box oder smb://fritz.nas ein. Gebt hier jetzt als registrierter Nutzer Benutzernamen und Passwort des eben angelegten Benutzers ein und vergesst nicht, den Haken zu setzen, um das Passwort im Schlüsselbund zu speichern.

Auch unter MacOS ist die Verbindung ein Kinderspiel.

Ordner auf FritzBox-NAS anlegen

Jetzt wo Ihr „drin“ seid, seht Ihr eine ganz bestimmte Ordnerhierarchie: Im FritzBox-Speicher selbst liegen die Ordner „Bilder“, „Dokumente“, „FRITZ“, „Musik“ und „Videos“, außerdem seht Ihr hier einen Ordner mit dem Namen Eures USB-Datenträgers. Wenn Ihr diesen anklickt, öffnet Ihr die Dateien auf dem Stick beziehungsweise der Festplatte, die an der FritzBox angeschlossen ist. Hier legt die FritzBox automatisch einen Ordner „FRITZ“ an, den Ihr ignorieren könnt. Legt jetzt wie aus Finder und Explorer gewohnt Ordner an, die Ihr braucht, indem Ihr neue Ordner erstellt.

Auf der FritzNAS könnt Ihr Ordner jetzt so anlegen, wie Ihr es von Windows und MacOS kennt.

Benutzerrechte auf FritzNAS vergeben

Jetzt kommt der Clou: Ihr könnt zum Beispiel eine „Home“-Hierarchie erstellen oder einen Austauschordner definieren und die verschiedenen Benutzer nur auf diese speziellen Ordner zugreifen lassen. Öffnet dazu erneut die FritzBox-Administrationsoberfläche und klickt hier auf „Benutzer“ und „Benutzer hinzufügen“. Erstellt jetzt neue Benutzer und setzt den Haken bei „Zugang zu NAS-Inhalten“. Hier könnt Ihr jetzt mit „Verzeichnis hinzufügen“ den Zugriff auf einen (oder mehrere) Unterordner beschränken. Dadurch sorgt Ihr nicht nur für zusätzliche Sicherheit, sondern verhindert auch bei unerfahrenen Nutzern, dass sie sich im Dateisystem der FritzNAS „verlaufen“.

Wenn Ihr den Zugriff auf die Ordnerhierarchie beschränken wollt, müsst Ihr Ordner dediziert freigeben.

FritzNAS-Freigabe dauerhaft in Windows und MacOS einbinden

Zuguterletzt könnt Ihr noch dafür sorgen, dass die Freigaben der FritzNAS dauerhaft in Windows und MacOS auftauchen, auch nach einem Neustart. Unter Windows geht Ihr dazu folgendermaßen vor: Klickt mit der rechten Maustaste im Explorer auf Fritz.NAS. Wählt „Weitere Optionen“ und danach „Netzlaufwerk verbinden“. Ihr könnt der FritzNAS jetzt einen Laufwerksbuchstaben zuordnen und sofern verfügbar, wird die NAS automatisch unter Windows verbunden.

FritzNAS verbinden Windows
So fügt Ihr die FritzNAS unter Windows dauerhaft hinzu.

Unter MacOS könnt Ihr unter Einstellungen -> Allgemein -> Anmeldeobjekte (MacOS „Ventura“ oder neuer) bzw. unter Einstellungen -> Benutzer:Innen & Gruppen -> Anmeldeobjekte (ältere MacOS-Versionen) die FritzNAS hinzufügen, indem Ihr auf das Plus-Symbol klickt und die Freigabe hinzufügt. Anschließend wird diese bei jedem Systemstart gemountet. Achtung: Wenn Ihr den Rechner außerhalb Eures WLANs hochfahrt, meckert er vielleicht, dass die Freigabe nicht vorhanden ist. Entscheidet also am besten selbst, ob Ihr die FritzNAS manuell oder automatisch verbinden wollt.

FritzNAS verbinden Mac
Unter MacOS muss die NAS in die Anmeldeobjekte.

Mehr Datensicherheit für die FritzNAS? RAID-Festplattensystem!

Übrigens: Die FritzNAS ist zwar praktisch, aber im Vergleich zu dedizierten NAS-Systemen wie denen von QNAP und Synology ist sie natürlich nicht besonders leistungsfähig. Zudem sollte Eure FritzBox einen USB-3.0-Anschluss haben, erkennbar am blauen USB-Port an moderneren FritzBoxen, sonst ist die Geschwindigkeit eher mau. Der große Vorteil ist natürlich, dass Ihr keine großartige Extra-Hardware benötigt.

Was gegenüber einer NAS mit zwei oder mehr Festplatten definitiv ein Thema ist, ist die Sicherheit der dort gespeicherten Daten: Raucht die Festplatte ab, sind alle Daten futsch. Dagegen hilft der Einsatz eines Dual-HDD-RAID-Gehäuses für den USB-Anschluss: Hierbei handelt es sich um ein Festplattengehäuse, das zwei Festplatten enthält und ein RAID 1 bilden kann: Dabei spiegelt Festplatte 2 automatisch den Inhalt von Festplatte 1. Stirbt diese, ist immer noch eine Kopie aller Daten auf der zweiten Platte vorhanden.

Christian Rentrop

Diplom-Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Schreiberlin in Totholzwäldern und auf digitalen Highways unterwegs. Manchmal auch auf der Vespa GTS oder mit dem Wohnwagen unterwegs. Seit 2020 Tochtervater, dementsprechend immer sehr froh über eine kleine Kaffeespende.

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3 Kommentare

  1. Ich habe da mal was für die „fstab“ vorbereitet. Wer es noch nicht wusste, man kann eine Cloud gleich als Ordner mit mounten und spart sich dieses Web-DAV.
    //192.168.178.001/fritz-nas /mnt/fritz-nas cifs username=xxx,password=yyy,uid=pi,gid=pi,noserverino
    <– muss alles in 1 Zeile
    Wer eine alte Fritzbox hat muss evtl. den Parameter „,vers=1.0“ anhängen für die alte Samba-Version.

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