Mehr bezahlen für Mac-Festplatten? Völliger Unsinn: Jede Festplatte lässt sich für MacOS formatieren – und wieder zurück. Wir zeigen, wie es geht.

Wer eine externe Festplatte, SSD, Speicherkarte oder einen USB-Stick für den Mac kauft, schließt diese an und speichert Daten. So weit, so gut. Doch sind die Festplatten in aller Regel nicht für den Mac optimiert, sondern arbeiten im kompatiblen FAT32-Format. Das hat jedoch einige Nachteile in Sachen Datensicherheit. Genau deshalb ist es sinnvoll, neue Datenträger vor der Benutzung erst einmal für den Mac zu formatieren. Auch anders herum ist es sinnvoll, etwa dann, wenn ein Austauschlaufwerk zwischen Mac, Windows und anderen Systemen erstellt werden soll.

Teure Mac-Festplatten braucht Ihr nicht!

Übrigens: Manche Hersteller haben bereits begriffen, dass Mac-Anwender das mit der speziellen Mac-Formatierung nicht wissen. Und bieten dedizierte „Mac-Festplatten“ an. Die sind bereits mit dem Mac-Dateisystem eingerichtet, ansonsten aber in vielerlei Hinsicht identisch mit ihren PC-Geschwistern. Übrigens: USB-C-Ports lassen sich mit einem Kabel für 8 Euro oder sogar oder einem noch preiswerteren Adapter dauerhaft mit USB-C oder Thunderbolt anbinden. Ihr müsst also nicht die 20-30 Prozent Aufschlag für „Mac-Festplatten“ hinnehmen, sondern einfach nur ein neues Kabel kaufen: Denn Ihr könnt jeden Datenträger auch mit MacOS benutzen.

1. Mac-Datenträger formatieren: Datenträger einstecken

Steckt den neuen Datenträger zunächst an einen freien USB- oder Thunderbolt-Port Eures Macs.

Steckt die Festplatte oder den Stick an den USB-Port oder die SD-Karte in den Kartenleser.

Steckt die Festplatte oder den Stick an den USB-Port oder die SD-Karte in den Kartenleser.

2. Festplattendienstprogramm richtig einstellen

Öffnet anschließend das Festplatten-Dienstprogramm aus dem Ordner /Programme/Dienstprogramme/ und klickt links oben auf „Darstellung“. Stellt sicher, dass „Alle Geräte einblenden“ aktiv ist, da das Festplatten-Dienstprogramm sonst beim Formatieren des neuen Laufwerks Probleme machen kann.

Wichtig: "Alle Geräte einblenden" muss aktiv sein.

Wichtig: „Alle Geräte einblenden“ muss aktiv sein.

3. Festplatte für MacOS formatieren

Ist alles richtig eingestellt, seht Ihr die Hardware-Festplatte und darunter in Baum-Ansicht die enthaltenen Volumes. Neue Datenträger sind normalerweise als eine große Partition mit NTFS oder FAT32 vorformatiert, was für den Einsatz unter MacOS suboptimal ist. Ihr könnt jetzt den physischen Datenträger anklicken und oben in der Leiste „Löschen“ anklicken. Daraufhin öffnet sich ein Menü, in dem Ihr die Parameter einstellen könnt. Grundsätzlich gilt: SSDs solltet Ihr mit APFS formatieren, sofern Ihr keine älteren Macs (vor MacOS 10.13 „High Sierra“) im Einsatz habt. Das neue Apple-File-System ist für SSDs optimiert. Klassische HDDs oder Datenträger, die Ihr auch mit älteren Macs nutzen wollt, könnt Ihr mit „Mac OS Extended (journaled)“, also als HFS+, formatieren. Wichtig: Wählt zunächst als Schema „GUID-Partitionstabelle“ aus, um die Mac-Formatierungsoptionen zu aktivieren. Klickt danach auf „Löschen“: Die Festplatte wird jetzt für MacOS formatiert.
Achtung: Alle Daten auf dem Laufwerk gehen dabei verloren!

Formatieren ist ein Kinderspiel.

Formatieren ist ein Kinderspiel.

3x. (Optional) Festplatte für MacOS partitionieren

Wenn Ihr die erste Formatierung erledigt habt, könnt Ihr die Festplatte noch Partitionieren. Partitionieren heißt, dass Ihr ein großes physisches Laufwerk in mehrere kleinere logische Laufwerke aufteilt. Unter MacOS ist das wenig sinnvoll, kann sich aber lohnen, wenn Ihr aus irgendeinem Grund Ordnung schaffen wollt: Der Datenträger erscheint dadurch unter MacOS wie mehrere Laufwerke. Klickt dazu erneut die Festplatte an und wählt jetzt „Partitionieren“.

Wählt die Platte erneut aus...

Wählt die Platte erneut aus…

Klickt im folgenden Fenster erneut auf „Partitionieren“.

Ein Klick noch...

Ein Klick noch…

Ihr seht jetzt ein Kuchendiagramm mit der Aufteilung der Festplatte. Klickt auf „+“, um eine zweite Partition zu erstellen, erneut auf „+“, um eine dritte zu erstellen und so weiter. Mit dem Kreisen im Kuchendiagramm könnt Ihr die Größe der Partitionen einstellen. Klickt die einzelnen Partitionen außerdem an, um Laufwerksnamen zu vergeben. Hier könnt Ihr auch die Größe feineinstellen. Wenn Ihr mit der Aufteilung zufrieden seid, klickt Ihr auf „Anwenden“. Das Festplattendienstprogramm fragt noch einmal nach: Klickt auf „Partitionieren“. Die Festplatte wird jetzt so aufgeteilt, wie Ihr sie haben wollt.

Teilt die Festplatte auf, wie Ihr sie haben wollt.

Teilt die Festplatte auf, wie Ihr sie haben wollt.

4. Mac-Laufwerk wieder für Windows, NAS, FritzBox, Linux usw. formatieren

Natürlich geht das alles auch anders herum: Falls Ihr einen für MacOS formatierten Datenträger wieder unter Windows, Linux oder anderen Systemen, etwa Eurem Autoradio oder einer Stereoanlage, einem Smart-TV oder sonstigen Gerätschaften verwenden wollt, könnt Ihr auch den umgekehrten Weg gehen. Achtung: Auch hierbei gehen alle Daten auf dem Laufwerk verloren!: Klickt einfach den Datenträger im Festplatten-Dienstprogramm an und klickt erneut auf „Löschen“. Wählt jetzt als Format „MS-DOS (FAT)“ und als Schema „Master Boot Record“. Klickt danach auf „Löschen“. Anschließend könnt Ihr den Datenträger für alle Systeme verwenden.

Natürlich geht's auch andersrum.

Natürlich geht’s auch andersrum.

Wofür das alles?

Zuguterletzt natürlich die Frage: Wofür der ganze Aufriss? Ganz einfach: Die MacOS-Dateisysteme HFS+ und APFS sind für den Einsatz unter MacOS optimiert. Das bedeutet, das zum Beispiel spezifische Betriebssystem-Funktionen mit diesen Dateisystemen besser und zuverlässiger laufen. Gleichzeitig ist FAT32 das „Arbeitspferd“, das Ihr für alle Betriebssysteme und Geräte verwenden könnt, um Daten auszutauschen. Allerdings ist es auch sehr anfällig für Fehler. Das bessere exFAT wird leider noch nicht von allen Systemen unterstützt. Mit dem Windows-Dateisystem NTFS kann MacOS leider nur wenig anfangen und nur davon lesen, es aber nicht beschreiben, weshalb es auch im Festplatten-Dienstprogramm als Option fehlt.

Über den Autor

Christian Rentrop

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und manchmal in der echten Welt unterwegs.
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