Windows

Anleitung: Windows ohne Microsoft-Konto nutzen

Keine Lust auf die Zwangsanmeldung bei Microsoft? Dann lest hier, wie Ihr sie umgeht.

Schon seit Jahren will Microsoft, dass Ihr Euch bei der Windows-Nutzung mit einem Microsoft-Account anmeldet. Das hat durchaus seine Vorteile, etwa die einfache Nutzung von OneDrive und anderen MS-Diensten oder die Synchronisation von Einstellungen. Dennoch haben viele Menschen keine Lust auf noch ein Konto. Blöderweise drängt Microsoft seit einiger Zeit immer hartnäckiger auf die Online-Anmeldung – so sehr, dass bei der Installation einer aktuellen Windows-10-Home-Version scheinbar gar keine Chance habt, ohne Online-Anmeldung weiterzumachen. Doch es gibt Mittel und Wege, den Kontozwang von Windows auszutricksen. Wir zeigen Euch, wie Ihr ein frisches Windows 10 mit einem Offline-Konto anlegt.

Windows 10 Home: Keine Nutzung ohne Microsoft-Konto?

Dass Microsoft sehr erpicht darauf ist, Euch in die Account-Nutzung zu treiben, zeigt der aktuelle Stand einer Windows-10-Home-Installation: Der Einrichtungsassistent fordert Euch auf, Euch in Euren Microsoft-Account einzuloggen bzw. einen solchen einzurichten. Ein Möglichkeit, das Einloggen zu überspringen? Nope. Die Anmeldung über ein Offline-Konto? Ebenfalls in der aktuellen Windows-Version nicht mehr vorhanden. Scheinbar geht es tatsächlich erst dann mit der Einrichtung von Windows weiter, wenn Ihr Euch beim Microsoft-Konto angemeldet habt.

Bei der Installation von Windows 10 geht es mittlerweile nicht mehr weiter, wenn Ihr kein Microsoft-Konto hinterlegen wollt.

Immerhin: In den für den Unternehmenseinsatz ausgelegten Versionen Windows 10 Pro und Windows 10 Enterprise gibt es den Kontozwang nicht. Hier könnt Ihr unten links mit einem Klick auf den Link Offlinekonto ein wunderbar altmodisches, lokales Benutzerkonto einrichten. Allerdings müsst Ihr auch hier zunächst im zweiten Schritt einen Werbehinweis mit einem Klick auf Eingeschränkte Erfahrung wegklicken, um dann wirklich ein klassisches Offlinekonto einzurichten. Dass Microsoft diese Möglichkeit in der Home-Version gänzlich gestrichen hat, dürfte beim einen oder anderen Windows-Nutzer für Unbill sorgen. Doch es gibt – zumindest Stand Sommer 2021 – die Möglichkeit, auch in der Home-Version auf die Online-Anmeldung zu verzichten.

So umgeht Ihr den Account-Zwang bei der Windows-Installation

Es mag absurd klingen, aber zumindest Stand dieses Tutos gibt es bei Windows 10 Home nur eine zuverlässige Möglichkeit, die Einrichtung ohne Microsoft-Konto zu vollenden: Ihr müsst den PC bzw. den Laptop vom Internet trennen. Kann sich das System während der Installation nicht mit den Microsoft-Servern verbinden, bietet es zähneknirschend die Einrichtung eines Offline-Benutzerkontos an. Zieht also das Ethernetkabel ab, trennt das WLAN, flüchtet in einen Offline-Bunker oder oder oder. Hauptsache, er PC ist während der Installation nicht online.

Ohne Internet kein Anmelde-Zwang – zumindest während der Installation von Windows 10.

Ist der PC offline, könnt Ihr bei der Einrichtung von Windows 10 Home mit einem Klick auf Ich habe kein Internet die Online-Anmeldung übergehen. Nach einer weiteren Bestätigung landet Ihr dann im Dialog für die Einrichtung eines lokalen Benutzerkontos. War ja fast einfach…

Falls Ihr die teurere Pro-Edition von Windows 10 verwendet, könnt Ihr hingegen ohne größere Umwege ein Offlinekonto bei der Installation einrichten. Klickt dazu einfach im Schritt Konto hinzufügen auf den Link Offlinekonto unten links. Anschließend will Euch das System nochmals von den tollen Möglichkeiten eines Microsoft-Accounts überzeugen. Hat das bei Euch nicht funktioniert, klickt Ihr auf Eingeschränkte Erfahrung (sic). Nun könnt Ihr endlich einen vollständig offline verwendbaren Benutzer anlegen.

Benutzer von Windows 10 Pro „dürfen“ bei der Installation ein klassisches Offline-Konto einrichten.

Übrigens: Wie alle in diesem Tuto gezeigten Mittel und Wege beziehen sich die Informationen auf die im Sommer 2021 erschienene Windows-Version 21H1. Es kann durchaus sein, dass Microsoft in den kommenden Updates neue Mittel und Wege findet wird, Euch in die wunderbare Kontenwelt zu überführen oder gar eine Anmeldepflicht einführt – wundern würde es mich ehrlich gesagt nicht…

Alternative: Falsche Anmeldedaten verwenden

Zumindest Stand August 2021 gibt es noch eine zweite Möglichkeit, bei der ersten Einrichtung von Windows 10 die Anmeldung mit einem lokalen Offline-Konto zu ermogeln – und zwar sogar dann, wenn der PC mit dem Internet verbunden ist. Gebt dazu auf der Anmeldeseite einfach als Microsoft-Kontonamen windows an. Im nächsten Schritt gebt Ihr ein beliebiges, falsches Passwort ein.

Windows wird Euch nun darauf hinweisen, dass „Euer“ Benutzerkonto durch zu viele Falscheingaben des Kennworts gesperrt ist. Der Clou dabei: Klickt Ihr jetzt auf Weiter, erscheint automatisch die Einrichtung für ein lokales Benutzerkonto. Das funktioniert in unseren Tests sowohl bei Windows 10 Home als auch bei Windows 10 Pro. Es gibt noch eine Reihe weiterer gesperrter Konten, etwa billgates oder linux. Probiert es einfach aus!

Kein Microsoft-Konto…? Windows 10 wird Euch nerven…

Auch wenn Ihr die Verknüpfung mit dem Microsoft-Konto mit einer der gezeigten Methoden umschifft habt, seid Ihr noch lange nicht von entsprechenden Nerv-Anfragen befreit. Das System wird Euch an diversen Stellen auffordern, Euch doch bitte endlich anzumelden – und zwar wiederholt. Das gilt beispielsweise bei der Nutzung des neuen Microsoft-Edge-Browsers, den ja manch Kollege für den großen Wurf hält. Auch beim Microsoft Store „empfiehlt“d das Systeme eine Anmeldung. Die ist aber – zumindest im Moment – für die Nutzung kostenloser Windows-10-Apps nicht nötig.

Na kommt schon, meldet Euch doch bitte endlich an. Pretty please…

Nun gibt es in den diversen Windows-Foren eine Reihe von Tipps und Anleitungen, wie Ihr die aufploppenden Anmeldeaufforderungen umgehen könnt, etwa durch Eingriff in die Diensteverwaltung von Windows 10. Ich bin bei solchen Tipps aber generell skeptisch, halten sie doch erfahrungsgemäß oft nur bis zum nächsten Windows-Update vor. Falls Ihr aber andere Erfahrungen gemacht habt ODER die entsprechenden Tipps hier sehen möchtet, schreibt es einfach die Kommentare unten. Ich bin gespannt ;-)

Windows 11: Es wird wohl nicht besser…

Es mag den einen oder anderen ähnlich zynischen Beobachter der PC-Welt nicht überraschen, aber auch im kommenden Windows 11 wird Microsoft auf die Anmeldung in den Microsoft-Account pochen – nach aktuellem Stand der Dinge wohl sogar noch stärker als bei Windows 10… In der Betaversion von Windows 11 geht es jedenfalls bei der Ersteinrichtung ohne Einloggen ins Microsoft-Konto ebenfalls nicht weiter. Zumindest bislang funktioniert aber auch hier der Offline-Trick. Ob das auch in der finalen Version von Windows 11 bzw. den dann folgenden Updates so bleiben wird, vermag außerhalb von Redmond wohl niemand zu wissen ;-)

Windows 11 pocht bereits in der Vorabversion vehement auf die Microsoft-Anmeldung.

Sobald Windows 11 auf die Zielgerade einbiegt, werden wir prüfen, ob und in welchem Maße das „neue“ Windows die Einrichtung und Nutzung mit einem Offline-Konto erlaubt.

Wie seht Ihr das eigentlich? Ist der Quasi-Anmeldezwang für Euch ein Hindernis oder überwiegt der – ja durchaus vorhandene – Komfortzuwachs bei der Online-Nutzung von Windows 10 und Windows 11 die Nachteile? Ich bin wirklich gespannt, wie hier das Meinungsbild aussieht. Ich selbst bin aus Faulheit auf meinen echten Windows-Rechnern bei Microsoft angemeldet, da ich einige Funktionen wie OneDrive oder die Synchronisation von gekauften Inhalten mag. Die riesigen Vorzüge, die Microsoft aber auf Schritt und Tritt suggeriert, sehe ich ehrlich gesagt nicht.

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Noch mehr Tipps, Tricks, Anleitungen aber auch Gemecker rund um Windows gefällig? Findet Ihr hier. Wenn Ihr Euch langsam aber sicher mit den Alternativen beschäftigen wollt, schaut entweder hier oder hier vorbei.

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, am Desktop Apple- und unterwegs Android-Fan, zockt unter Windows, kann nicht ohne Musik (von Classic Rock über Ska bis Punk) und Hörbücher, schießt gerne Postkarten-Fotos, hat immer mindestens zwei Handys dabei und freut sich riesig über eine Kaffeespende ;-)

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