
Berufseinstieg - nie ganz einfach. Mein großer Vorteil: Die Lehre vor dem Studium. Teil der drei Vorstellungstermine: "Probearbeit". Die ich sofort als Fettnäpfchen genutzt habe - sorry, Hendrik.
Zur Kolumne "Data Becker, 00er, PC Pr@xis".
Angefangen bei Data Becker habe ich als Produktmanager Heft-CD, habe mich also um die damals heiß geliebten Covermount-CDs gekümmert - (viel) mehr dazu später. Dazu gehörte auch: Texte für die CD-Seiten im Heft, Texte für die CD-Oberfläche und so weiter. Als Teil des Bewerbungsprozesses sollte ich ein Review einer der letzten Ausgaben abliefern.
Cool, Fehler finden und auflisten kann ich, Pedanterie ist eine meiner Superkräfte. Und meine Fresse was habe ich Fehler gefunden. Rechtschreibfehler, Grammatikfehler, falsche Versionsnummern, fehlende Angaben, technische Hakler und und und.
Im dritten Bewerbungsgespräch hatte der Verlagsleiter das Review dann schon begutachtet, für gut befunden, mich eingestellt und an den Typen übergeben, der mich einarbeiten sollte. Hendrik. Der einzige Nicht-Techie weit und breit, ein angehender Jurist, der auch nicht mehr lange da war - und natürlich der Typ, dessen Arbeit ich gereviewt habe ...
Hendrik war jetzt nicht sooo begeistert davon, dass da ein junger Typ ohne Ahnung in das Unternehmen platzt und eine mehrseitige Anprangerung seiner Fehler vor sich her trägt ;) Aber er hat nur mal kurz drauf hingewiesen, dass das nicht die feine Art sei. Und klar: Recht hatte er. Nur: Woher sollte ich das wissen?
Dieses Fettnäpfchen hat im Grunde der Herr Verlagsleiter aufgestellt - und ich weiß ehrlich nicht, wie ich dieses damals hätte umgehen sollen. Aus meiner Sicht nicht die einzige fragwürdige Entscheidung der Verlagsleitung. Aber mein Data-Leben begann mit einer solchen, und endete gut drei Jahre später wegen einer solchen.
Aber egal, erste Tage sind selten super toll. Kein Fettnäpfchen, aber doch ein Mini-Schäm-Moment aufgrund meiner eigenen Fehleinschätzung markierte auch meinen wörtlichen Eintritt bei Data, also dem Gebäude: Bei den Bewerbungsgesprächen war noch Sakko angesagt damals - und ich hasse diese Dinger wirklich, schon immer!
Also am ersten Arbeitstag ebenfalls: Sakko. Schon direkt an der Tür schien mir das eine krude Entscheidung. Da stand nämlich: Ein Typ mit rasiertem Schädel, Fred-Perry-Hooligan-Polo, Jeans, Stiefel, mürrischer Gesichtsausdruck, Zigarette im Mund - man wollte eigentlich fragen, ob man hier überhaupt rein darf ...
Das Sakko hatte sich als Fehler herausgestellt, hat aber nur verwundertes Schmunzeln bei den neuen Kollegen hervorgebracht. Und der Hool vor der Tür hat sich dann als der äußerlich am wenigsten klischeehaft schwule schwule Mensch ever herausgestellt. Super freundlich, stets zurückhaltend, die guten innerlichen Klischees passten dann doch ;) Fun Fact: Der Kollege hatte einen Whirlpool in der Bude, den er nie genutzt hat - Vormieterin war eine Prostituierte, der Pool war ihm nicht geheuer, konnte ich nachvollziehen.
Nun denn. Im nächsten Teil wird es dann weniger anekdotisch und informativer: Wie entsteht eigentlich eine Covermount-CD? Und zwar unter erschwerten Bedingungen, Stichwort Budget ...
Na, wie wäre es mit einem Stäpelchen? Naaa?? ;)







