10 Dinge, die Ihr auf einem neuen Steam Deck tun solltet

Das Steam Deck hat das PC-Handheld-Gaming salonfähig gemacht. Wenn Ihr mit dem Deck loslegt, gibt es viel zu beachten. Unsere Tipps helfen Euch dabei.

Das Steam Deck ist für mich eine der großen Hardware-Überraschungen des Jahres. Valve hat es tatsächlich geschaftt, nicht nur PC-Spiele in ein Handheld-Format zu pressen, sondern nebenbei auch noch mit Proton das Linux-Gaming zu revolutionieren. Mittlerweile gibt es das Steam Deck ohne lange Wartelisten und Scalper-Abzocke direkt bei Steam zu kaufen. Nicht nur das: Mit dem Steam Deck OLED ist ein in vielen Details verbessertes Upgrade-Modell erschienen, das noch mehr Freude macht. Wenn Ihr Euch die Konsolen-Alternative zulegen wollt, haben wir hier zehn Tipps, mit denen Ihr noch mehr aus dem Steam Deck herausholt.

Entsperrcode auf dem Steam Deck einrichten

Ungewöhnlich für ein Mobilgerät: Das Steam Deck ist ab Werk ohne Codesperre direkt verfügbar. Seid Ihr viel mit dem Deck unterwegs, solltet Ihr es Dieben daher nicht zu einfach machen, das gute Stück zur Dauerleihgabe zu machen.

steam deck Sicherheit PIN-Code einrichten.
Per PIN-Sperre macht Ihr es Langfingern schwerer, Euer Steam Deck zu knacken.

In den Einstellungen könnt Ihr im Bereich Sicherheit einen PIN-Code festlegen. Diesen gebt Ihr wahlweise über den Touch-Bildschirm des Decks oder auch über den Controller ein. Ihr habt die Wahl, ob der Code bei jeder Aktivierung, nur nach dem Neustart oder auch beim Wechsel auf den Linux-Desktop (mehr dazu weiter unten) abgefragt werden soll. So oder so gilt: Der Steam-Deck-PIN lohnt sich auf jeden Fall.

Solltet Ihr den PIN-Code vergessen, erlaubt Valve übrigens, ihn über Euer Steam-Konto zurückzusetzen.

Steam-Deck-Speicher erweitern: SD-Karte formatieren

Je nach Steam-Deck-Modell habt Ihr zwischen 64 GB und einem sportlichen Terabyte an Speicherplatz für Spiele zur Verfügung. Sollte das für Eure Sammlung nicht ausreichen, könnt Ihr glücklicherweise recht einfach für mehr Speicherplatz sorgen.

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Valve hat dem Steam Deck einen microSD-Kartenslot spendiert. Legt Ihr eine entsprechende Karte ein, könnt Ihr diese für die Installation von Spielen oder auch für sonstige Daten nutzen. Dazu müsst Ihr die Karte lediglich formatieren. Wechselt in den Einstellungen in den Bereich System und wählt SD-Karte formatieren.

Steam Deck SD-Karte installieren.
Mit einer SD-Karte erweitert Ihr den Speicher des Steam Deck einfach und kostengünstig.

Sobald Ihr die Formatierung bestätigt habt, könnt Ihr bei der Installation von neuen Steam-Spielen auswählen, ob diese auf der internen SSD des Decks oder auf die SD-Karte landen sollen.

Alternative Controller-Layouts ausprobieren

Die Kombination aus Gamepad-Steuerung, Touchscreen und Touchpads macht das Steam Deck unglaublich vielseitig. Tatsächlich spielen sich auch Shooter und sogar Strategiespiele teils überraschend gut auf dem Handheld – hier merkt man, dass Steam mit dem unglückseligen Steam Controller Erfahrungen gemacht hat.

Wenn Ihr mit der Tastenbelegung nicht zufrieden seid, könnt Ihr sie bis ins kleinste Detail anpassen.

Ein leicht zu übersehener Nebeneffekt dieser Entwicklung ist, dass Ihr die Tastenbelegung für jedes Spiel frei anpassen könnt. Drückt dazu die Steam-Taste und wählt in den Spieleinstellungen den Punkt Controllereinstellungen. Hier könnt Ihr die Tasten, aber auch die beiden Mauspads und sogar die Gyroskop-Steuerung des Steam Decks nach Belieben neu belegen. Je nach Spiel kann sich das wirklich lohnen – vor allem dann, wenn der Titel ab Werk nicht perfekt fürs Gamepad ausgelegt ist.

Community-Layouts für das Steam Deck herunterladen

Der erste Punkt ist zwar cool, aber häufig gar nicht nötig. Insbesondere bei populären Spielen haben andere Steam-Deck-Besitzerinnen und Besitzer häufig schon passende Controller-Einstellungen erstellt und mit der Community geteilt. Ihr findet diese in den Controllereinstellungen. Tippt hier unter Aktuelles Tasten-Layout auf das große

Schaut Euch hier die verschiedenen Layouts an. Steam listet dabei auch auf, wie viele Stunden andere bereits damit gespielt haben und erlaubt auch eine Bewertung. So bekommt Ihr schon einmal einen ersten Eindruck davon, wie gut – oder eben nicht – ein Layout funktioniert.

Steam Deck Community-Layouts verwenden.
Die Steam-Community erstellt für viele Spiele Steuerungsprofile, die besser funktionieren als die Standardeinstellungen.

Mein Tipp: Schaut Euch vorwiegend bei Spielen, die nicht bereits ab Werk für die Controller-Steuerung ausgelegt sind, hier um. Teilweise gibt es hier auch Tastenbelegungen, die insbesondere die Bewegungssteuerung des Steam Deck auf clevere Art und Weise einbinden. Auch für die beiden Touchpads findet die Community nicht selten interessante Lösungsansätze, etwa in Form von speziellen Menüs.

Leistungseinstellungen des Steam Decks anpassen

Valve hat dem Steam Deck einige Tricks verpasst, damit auch grafisch anspruchsvolle Spiele auf dem Ding laufen. Dazu gehören unter anderem die Möglichkeit, die Bildrate, die Leistungsaufnahme und andere Faktoren für ein runderes Spielerlebnis anzupassen.

Öffnet im Spiel über die Optionstaste die Einstellungen und wechselt in den Bereich Batterie. Hier könnt Ihr diverse Funktionen anpassen. Je nach Spiel kann es sich beispielsweise lohnen, die FPS auf einen Wert von 30 oder 40 zu begrenzen, um weniger Mikroruckler zu sehen. Auch Funktionen wie das Zulassen von Screen-Tearing oder die Beschränkung der Leistungsaufnahme zur Verlängerung der Akkulaufzeit stehen zur Wahl.

Steam Deck Spiele optimale Einstellungen finden.
Mit den richtigen Einstellungen laufen auch grafisch anspruchsvolle Spiele auf dem Steam Deck. Die Community hilft auch hier weiter. (Screenshot: https://sharedeck.games)

Auch mit den anderen Einstellungen könnt Ihr je nach Spiel entweder mehr Performance oder auch eine längere Akkulaufzeit herauskitzeln. Wie bei den Tastenbelegungen könnt Ihr aber auch hier auf die Erfahrungen anderer Steam-Decker zurückgreifen. Eine gute Anlaufstelle für die passenden Einstellungen (sowohl auf dem Steam Deck selbst als auch in den Spielen) liefert sharedeck.games. Hier findet Ihr wachsende Spiele-Datenbank mit Tipps für die optimalen Einstellungen.

FPS und mehr anzeigen lassen

Wenn Ihr genau sehen wollt, wie gut ein Spiel auf dem Steam Deck läuft, könnt Ihr das so genannte Leistungs-Overlay von Steam OS einschalten. Ihr findet es, wenn Ihr im Spiel auf die Drei-Punkte-Taste drückt und in den Bereich Leistung wechselt.

Steam Deck Leistungs-Overlay anzeigen.
Über das mehrstufige Overlay könnt Ihr leicht herausfinden, mit vielen Bildern pro Sekunde ein Spiel über den Deck-Bildschirm huscht.

Hier findet Ihr den Punkt Stufe des Leistungs-Overlay. Aktiviert Ihr es, seht Ihr die Bilder pro Sekunde, mit der die Spiele gerade über den Bildschirm laufen. Je weiter nach rechts Ihr den Regler schiebt, desto mehr nerdige Informationen zeigt das Steam Deck, etwa zur Auslastung von Prozessor und Grafikkarte oder zur Speicherbelegung. Damit könnt Ihr leicht ablesen, was die Tuning-Maßnahmen oder die Anpassungen der Details im Grafikmenüs des Spiels bringen.

Nicht-verifizierte Spiele auf dem Steam Deck spielen

System- und hardwarebedingt laufen bei Weitem nicht alle Spiele auf dem Deck. Valve hat sich aus diesem Grund ein insgesamt recht gut funktionierendes System ausgedacht, mit dem Ihr prüfen könnt, ob und wie gut Euer Wunschtitel auf dem Handheld läuft.

Verifizierte Spiele laufen auf dem Steam Deck flott und lassen sich auch gut steuern. (Screenshot: Steam.com)

Faustregel: Seht Ihr in Steam den Hinweis „Verifiziert für Steam Deck“, müsst Ihr Euch weder über die Performance noch über die Bedienung mit den Möglichkeiten des Decks größere Sorgen machen. Auf einer eigenen Seite listet Valve die neuesten Spiele auf, die für das Deck freigegeben wurden. Das Deck selbst listet die kompatiblen Spiele in einem separaten Bereich Eurer Steam-Bibliothek auf.

Spiele auf dem Steam Deck in der Proton DB.
Die Proton Database liefert gute Hinweise darauf, ob Spiele trotz nicht optimaler Verifizierung auf dem Steam Deck funktionieren. (Bild: protondb.com)

Doch das heißt nicht, dass Ihr nicht verifizierte Spiele nicht auf dem Deck zocken könnt. Gerade die als „eingeschränkt spielbar“ deklarierten Titel laufen in vielen Fällen wunderbar auf dem Gaming-Handheld. In den Details könnt Ihr ablesen, woran es in diesem Fall hapern. Oft wird unter anderem die Schrift etwas zu klein dargestellt oder es ist gelegentlich der Griff zur Tastatur vonnöten.

Gerade letzteres könnt Ihr aber beispielsweise mit der Bildschirm-Tastatur über Steam-Taste + X oder auch einer externen Tastatur umgehen. Probiert es einfach aus. Alternativ dazu helfen Euch Webseiten wie die hervorragend gepflegte Proton DB bei der Suche nach inoffiziell spielbaren Titeln.

Desktop-Modus des Steam Deck nutzen – Linux ftw!

Das Steam Deck funktioniert standardmäßig wie eine Konsole: Ihr startet es, meldet Euch in Eurem Steam-Benutzerkonto an, installiert die ersten Spiele und zockt drauflos. Doch in dem guten Stück steckt auch ein vollwertiger Linux-PC. Valve hat sein Steam OS mit einem KDE-basierten Desktop ausgestattet.

It’s a Unix System ;-)

Über den Desktop könnt Ihr nicht nur Spiele aus Steam-fremden Stores wie GOG.com installieren, sondern auch alles tun, was Ihr so mit einem PC macht. Vor allem in Kombination mit einem Dock und externen Geräten wird aus der Handheld-Konsole dann ein Produktivgerät.

Um den Desktop-Modus des Steam Deck zu öffnen, klickt Ihr auf die Steam-Taste, wählt Ein / Aus und dann Zum Desktop-Modus wechseln. In der Linux-GUI steuert Ihr die Maus mit dem rechten Trackpad, mit Steam + X blendet Ihr eine Bildschirm-Tastatur ein.

Deutlich komfortabler wird es aber mit Maus und Tastatur. Idealerweise kombiniert ihr diese mit einem externen Monitor, den Ihr wiederum idealerweise über eines der diversen Steam-Deck-Docks verbindet. Darüber könnt Ihr natürlich auch Maus und Tastatur anschließen. Mit einem Doppelklick auf die Desktop-Verknüpfung Return to Gaming Mode oder den Deck-Neustart über das Startmenü kehrt Ihr wieder in die „richtige“ Steam-Deck-Umgebung zurück.

Bluetooth-Geräte mit dem Steam Deck verbinden

Wollt Ihr das lieber drahtlos erledigen? Kein Problem! Ihr könnt recht einfach eine Bluetooth-Maus oder Tastatur mit Eurem Deck verbinden. Am einfachsten funktioniert das im Spielemodus. Wechselt hier nach Druck auf die Steam-Taste in den Abschnitt Bluetooth.

Hier sucht das Deck bei aktiviertem BT-Funk automatisch nach kopplungsbereiten Geräten. Tippt das entsprechende Eingabeding in der Liste an, um es mit dem Deck zu nutzen. Das funktioniert künftig sowohl in Spielen als auch auf dem Linux-Desktop von Steam OS. Übrigens könnt Ihr natürlich auch noch andere Bluetooth-Geräte mit dem Steam Deck verbinden, etwa kabellose Kopfhörer.

SSH zur Datenübertragung auf das Steam Deck einrichten

Wo wir gerade doch schon so schön auf dem Desktop unterwegs sind: Ihr könnt mit wenigen Handgriffen einen SSH-Zugang zu Eurem Deck einrichten. Beim Steam Deck ist das hauptsächlich für die Dateiübertragung interessant. Wollt Ihr etwa von Eurem PC oder Mac Dateien auf das Steam Deck übertragen oder auch herunterladen (etwa Screenshots aus Steam-Spielen), könnt Ihr das mit Tools wie WinSCP oder Putty sehr viel einfacher erledigen. Dazu müsst Ihr im oben erwähnten Desktop-Modus zunächst das Terminal auf dem Steam Deck öffnen.

Hier vergebt Ihr mit Eingabe von

passwd

ein sudo-Passwort. Das benötigt Ihr über kurz oder lang ohnehin, wenn Ihr tiefer in die Möglichkeiten der Linux-Basis von Steam OS abtauchen wollt.

Anschließend aktiviert Ihr den SSH-Zugang durch Eingabe von

sudo systemctl start sshd

Wollt Ihr den SSH-Zugang dauerhaft, also auch nach einem Steam-Deck-Neustart nutzen? Dann verwendet den folgenden Befehl:

sudo systemctl enable sshd

Ab sofort könnt Ihr Euch über einen SSH-Client wie Putty jederzeit mit dem Dateisystem Eures Steam Deck verbinden. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, ist ein solcher SSH-Zugriff beispielsweise für Freunde der gepflegten Spiele-Emulation hilfreich, etwa mit dem rundheraus grandiosen Emu Deck.

Mit diesen Tipps seid Ihr bereits gut gerüstet, mit dem Steam Deck das PC-Gaming neu zu entdecken. Natürlich gibt es noch mehr über den Allround-Handheld zu berichten. Falls Ihr weitere Tipps oder auch Fragen habt, lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen. Ansonsten findet Ihr hier noch mehr Tipps zu Gaming-Themen aller Art. Happy Zock!

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, am Desktop Apple- und unterwegs Android-Fan, zockt unter Windows, kann nicht ohne Musik (von Classic Rock über Ska bis Punk) und Hörbücher, schießt gerne Postkarten-Fotos, hat immer mindestens zwei Handys dabei und freut sich riesig über eine Kaffeespende ;-)

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