Mit dem Raspberry-Pi-Emulator für MacOS und Linux könnt Ihr Anwendungen entwickeln oder Software testen, ohne den Raspberry-Kabelsalat aufzubauen.

Was lange währt, wird endlich gut: Nachdem ich jahrelang auf einen Raspberry-Pi-Emulator gewartet habe, ist er jetzt endlich seit verfügbar. Da ich mich in den letzten Monaten nur wenig mit dem Bastelcomputer befasst habe, bin ich allerdings jetzt erst auf das wunderbare RaspiEmu-Projekt gestoßen: Unter Linux und MacOS kann damit ein Raspberry Pi emuliert werden – ideal, wenn man Software ausprobieren oder entwickeln möchte, ohne sich ständig mit dem Kabelsalat herumzuschlagen. Der Emulator verlangt allerdings auf dem Mac ein bisschen Einrichtungsarbeit.

1. Rasperry-Pi-Emulator auf dem Mac installieren

Der Raspberry-Pi-Emulator kommt als ZIP-Datei, die Ihr ganz normal auf Euren Mac herunterladet und entpackt. Ihr solltet ihn wie üblich ins Programme-Verzeichnis verschieben. Nach dem Start meldet sich der Emulator mit einer simplen Oberfläche. Allerdings muss er zunächst eingerichtet werden: Ein Terminal-Fenster öffnet sich, in dem Ihr Euer Mac-Admin-Passwort eingeben müsst. Der Emulator installiert sich jetzt selbst. Danach solltet Ihr den Emulator einmal neu starten oder Euch besser einmal komplett ab- und wieder anmelden.

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Nach dem ersten Start will RaspiEmu zunächst die QEMU-Runtime installieren.

2. Raspbian im Emulator herunterladen

Nach dem Neustart könnt Ihr den Raspberry Pi 1 oder 2 auswählen. Im daraufhin erscheinenden Terminal-Fenster wird nun das Raspbian-Image geladen, was aufgrund der Größe durchaus eine Weile dauern kann. In der Zwischenzeit könnt Ihr Euch ja einen Kaffee machen oder ein wenig im Web surfen, wichtig ist nur, dass Ihr den Rasperry-Emulator in der Zwischenzeit nicht stört.

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Nach dem Klick auf einen der beiden Pis lädt der Emulator das Image herunter.

3. Raspbian im Emulator installieren

Sobald Euer Terminal-Fenster „Prozess beendet“ meldet, ist Raspbian auf Euren Mac heruntergeladen und im Emulator installiert. Klickt jetzt erneut auf „Start V1“ bzw. „Start V2“, um den Emulator zu starten. Wenn Ihr oben links ein Raspberry Pi-Icon seht, ist alles paletti: Der Emulator läuft. Es kann eine Weile dauern, bis weitere Hinweise auf dem Desktop erscheinen. Raspbian bootet anschließend direkt in den Fenstermodus, was gerade für Einsteiger praktisch ist. Et voilá: Der Raspberry läuft virtuell in einer QEMU-Umgebung auf Eurem Mac.

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Der emulierte Raspberry Pi braucht ein wenig, ist dann aber voll da.

Leider wird meine Freude an der Software momentan dadurch getrübt, dass ich weder die Maus, noch die Tastatur oder SSH nutzen kann. Ich vermute ein Problem mit der USB-Weiterleitung innerhalb von QEMU, stehe aber gerade auf dem Schlauch – eventuell kann hier einer der Leser helfen?

Über den Autor

Christian Rentrop

Technikjournalist und Schreiberling aus Überzeugung. Schon als Zweitklässler 1986 mit dem Amstrad CPC angefixt, habe ich mich immer für Computer und Technik interessiert und finde: Computer sind nichts, wovor man Angst haben sollte.

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