Eine Synology-NAS bietet nicht nur Speicherplatz im Netzwerk, sondern auch viele Extrafunktionen. Wir zeigen Euch die erste Einrichtung.

Das Thema NAS ist ein echter Dauerbrenner hier im Blog. Wer bereits so eine feine Netzwerkfestplatte zuhause oder im Büro verwendet, wird verstehen, warum und wieso das so ist. Für Neueinsteiger scheint so eine NAS hingegen auf den ersten Blick kompliziert – doch das muss nicht sein! Wir zeigen Euch Schritt für Schritt Beispiel der beliebten NAS-Systeme von Synology, wie Ihr eine NAS in Betrieb nehmt und wie die ersten Schritte gelingen. 

NAS und Festplatten: Welche brauche ich?

Vor den ersten Schritten steht freilich der Kauf eines passenden NAS-Laufwerks mitsamt Festplatte(n) an. Welche NAS nun die beste ist, lässt sich in der Kürze nicht ausreichend klären. Ich persönlich fahre seit Jahren sehr gut mit den NAS-Laufwerken von Synology und werde vermutlich auch so schnell nicht wechsel. Das liegt vor allem am sehr aufgeräumten Betriebssystem DiskStation Manager, kurz DSM. Nicht nur macht der DSM die Bedienung und Konfiguration der Synology-NASen recht einfach, er bietet in Form von Apps und Funktionen auch jede Menge Extras, die weit über die Funktion eines reinen Datengrabs hinaus gehen.

Alternativen gibt es natürlich zuhauf. Da wären zum Beispiel die NAS-Systeme von Qnap, die in Sachen Funktionsumfang meinen Favoriten kaum nachstehen. Und kürzlich habe ich in Form der NAS-Systeme von ASUSTOR eine hochinteressante Alternative entdeckt. Zu letzteren gibt es hier auch schon einige Tutos, beispielsweise zur Einrichtung einer virtuellen Maschine oder zur Ausführung von Kodi direkt auf dder NAS.

Einfacher als die Wahl des Netzwerkspeichers ist meiner Meinung nach die der Festplatten. Diese sollten vor allem für den NAS-Betrieb ausgelegt sein, sprich: Servertauglich. Ich persönlich setze hier seit Jahren auf den WD Red-Serie von Western Digital. Generell bringt eine Suche nach NAS-Festplatte bei Amazon oder Geizhals aber auch hier viele Alternativen zum Vorschein. Denkt nur daran: Die Fähigkeit zum „Dauerlauf“ ist bei der Festplattenwahl wichtiger als die Geschwindigkeit etc.

Soviel zum Mini-Exkurs in Sachen NAS-Auswahl – auf ans Eingemachte. Wir zeigen Euch anhand der extrem empfehlenswerten Synology DiskStation 216+ II, wie Ihr eine NAS ans Laufen bekommt.

1. Festplatten in NAS einbauen

Als erstes müssen natürlich die Festplatten Eurer Wahl in das NAS-Gehäuse eingebaut werden. Bei Synology ist das erfreulich einfach und funktioniert ohne Werkzeug. Folgt einfach der Schnellanleitung, um die Festplatten einzusetzen.

Synology NAS einrichten

2. NAS anschließen

Nun verbindet Ihr Euer NAS-System mit dem Strom sowie per Netzwerkstecker mit Eurem Router. Später könnt Ihr bei vielen NAS auch auf WLAN umstellen, besonders für die erste Einrichtung solltet Ihr aber auf ein Ethernet-Kabel setzen.

3. Synology-NAS im Netzwerk identifizieren

Schaltet die NAS nun ein und wartet, bis die Lämpchen aufhören zu blinken. Weiter geht es nun am PC oder Mac im Browser Eurer Wahl. Ihr müsst nun die IP-Adresse der NAS im Netzwerk herausfinden. Falls das Gerät diese nicht über ein Display verrät, habt Ihr zwei Möglichkeiten: Entweder, Ihr werft einen Blick in die Einstellungen Eures Routers, oder Ihr ladet Euch den Synology-Assistant herunter. Das Programm gibt es für Windows, Linux und macOS und ermittelt eine Synology-NAS im Netzwerk.

Startet das Programm, wartet, bis Eure NAS in der Liste erscheint, markiert sie und klickt auf „Verbinden“. Übrigens: Alternativ dazu könnt Ihr auch im Browser Eurer Wahl die Seite http://find.synology.com/# aufrufen, um die NAS im Netzwerk zu finden.

4. Synology-NAS einrichten: Die erste Konfiguration

Der Synology-Assistant öffnet nun Euren Standard-Browser und ruft die Login-Seite des DSM auf. Da dieser noch nicht eingerichtet ist, wählt Ihr den Menüpunkt „Einrichten“.

5. DiskStation Manager (DSM) installieren

Als erstes installiert Eure Synology-NAS nun die neueste Version des Betriebssystems DiskStation Manager (DSM). Dazu klickt Ihr einfach auf „Jetzt installieren“ und wartet ab, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Beachtet den Warnhinweis, dass dabei sämtliche Daten auf den eingebauten Festplatten gelöscht werden – da Ihr aber tendenziell neue Platten verwendet habt, sollte dies kein Problem sein 😉

6. Admin-Konto und weitere Einstellungen einrichten

Nach dem Neustart legt Ihr das Administratorkonto fest, über das Ihr später alle weiteren Einstellungen auf Eurer Synology-NAS vornehmen könnt. Außerdem vergebt Ihr hier einen Namen für die Netzwerkfestplatte. Dieser ist vor allem dann wichtig, wenn Ihr später via Windows-Explorer, Mac-Finder oder Smartphone-App auf die NAS zugreifen wollt.

7. DSM-Updates automatisch installieren lassen

Synology veröffentlicht häufig kleine oder größere Updates für den DiskStation Manager. Dabei spendieren die Macher nicht nur neue Funktionen, sondern schließen auch regelmäßig Sicherheitslücken – die Installation ist also Pflicht! Ihr könn die Installation auf Wunsch automatisch erledigen lassen. Legt in diesem Fenster einen Zeitplan für die Updates fest. Wollt Ihr das nicht, könnt Ihr den DSM natürlich auch manuell aktualisieren. Wie das geht, zeigen wir Euch in diesem Tuto. Außerdem bietet Synology einen Info-Service an, der er Mail über wichtige Neuerungen und Updates berichtet. Alles dazu findet Ihr in diesem Tipp.

Ach ja: Das Häkchen vor „S.M.A.R.T.-Tests….“ solltet Ihr unbedingt aktiv lassen. Die NAS prüft damit regelmäßig, ob die verbauten Festplatten noch funktionieren, wie sie sollen.

8. QuickConnect einrichten – via Internet auf Synology-NAS zugreifen

Der nächste Schritt ist vollkommen optional: Synology bitet Euch an, ein Synology-Konto und damit verbunden QuickConnect einzurichten. Dahinter steckt die Option, komfortabel von unterwegs auf eine NAS zuhaus zugreifen zu können. Wenn Ihr das wollt, richtet ein entsprechendes Konto ein oder meldet Euch mit einem bestehenden an.

Kein Interesse? Dann klickt unter dem Weiter-Button auf den (dezent versteckten 😉 ) Link „Diesen Schritt überspringen“. Ihr könnt die Einrichtung von QuickConnect und einem Synology-Konto auch jederzeit später über die DSM-Einstellungen vornehmen.

9. Empfohlene App-Pakete auf Synology-NAS installieren

Wie es sich für ein gutes NAS-System gehört bietet Synology eine Reihe von Paketen in Form von Apps, die die Funktionen des Netzwerkspeichers erweitern. In diesem Schritt könnt Ihr die wichtigsten Synology-Programme in einem Rutsch herunterladen und installieren. Auch hier könnt Ihr den Schritt überspringen und bei Bedarf später nachholen.

10. Profit!

Das war es auch schon! Ab sofort könnt Ihr Eure Synology-NAS im Netzwerk finden, Dateien darauf kopieren und mehr. Loggt Euch via Browser in das System ein, um weitere Einstellungen vorzunehmen, Benutzer mitsamt Rechten einzurichten, etcpp.

Wir zeigen Euch in den kommenden Wochen und Monaten viele weitere Tipps, Tricks und auch Grundlagen-Tutos rund um die Synology-NASen. Unseren aktuellen Fundus findet Ihr jederzeit auf unserer Übersichtsseite.

 

Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

Artikel kommentieren:

Kommentare

  • Hallo,

    ein schöner Beitrag über den Festplatteneinbau und Ersteinrichtung einer Synology NAS.
    so kann für Anfänger fast nichts mehr schief gehen.
    Auch deine anderen Beiträge im Synology bereich sind wirklich gelungen

    Werde deinen Blog sicherlich weiterverfolgen. Vielen dank für deine Mühe