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Router richtig aufstellen: Nie wieder WLAN-Probleme

Die Qualität des WLAN-Empfangs hängt vom Ort Routers ab. Wir zeigen Euch, wie Ihr durch die richtige Router-Postition WLAN-Probleme vermeiden könnt, um in Zukunft im ganzen Haus besten WLAN-Empfang zu haben.

Guter WLAN-Empfang ist nicht selten eine Sache von Zentimetern. Doch wie könnt Ihr den Router so aufstellen, dass Eure Wohnung oder Euer Haus optimale WLAN-Versorgung erhält? Der naheliegendste Platz ist dabei meist nicht der beste – wir zeigen Euch, worauf Ihr achten solltet.

1. WLAN-Router erhöht aufstellen

Der wohl wichtigste Punkt für optimalen WLAN-Empfang ist das erhöhte Aufstellen des Routers. Legt ihn nicht auf den Boden, sondern stellt ihn auf einem Sideboard auf oder hängt ihn am besten auf zwei Meter Höhe an die Wand. WLAN-Router strahlen ihr Signal kugelförmig ab, weshalb Ihr bei zu niedriger (oder zu hoher) Position Raum innerhalb dieser Kugel verschenkt. Also: Hoch das Ding! Eine gute Position ist zum Beispiel oben auf einem Regal.

2. Raus aus der dunklen Ecke

Die meisten WLAN-Router sind leider alles andere als hübsch und dezent. Deshalb neigen viele Nutzer dazu, sie in Schränken oder unter Regalen verschwinden zu lassen oder sie irgendwo versteckt aufzuhängen. Das Problem dabei: Wände und vor allem wasserreiche Materialien wie etwa Holz-Schränke dämpfen das WLAN-Signal massiv – und Euer Empfang wird deutlich schlechter. Der Router sollte außerdem an einem zentralen Punkt der Wohnung stehen und nicht irgendwo am Rand. Dadurch stellt Ihr sicher, dass das Signal in allen Richtungen maximal weit reicht. Bei Einfamilienhäusern oder mehrstöckigen Wohnungen ist es natürlich sinnvoll, Ethernet-Kabel zu ziehen und/oder einen Repeater einzusetzen. Dazu mehr in Punkt 5.

Das Router-Signal läuft kugelförmig. Das solltet Ihr beim Aufstellen im Kopf behalten (Bild: Gerd Altmann/Pixabay)
Das Router-Signal läuft kugelförmig. Das solltet Ihr beim Aufstellen im Kopf behalten (Bild: Gerd Altmann/Pixabay)

3. Nicht von der Kabellänge einschränken lassen

Übrigens solltet Ihr Euch bei der Aufstellung des WLAN-Routers nicht von der Kabellänge beeinflussen lassen: Längere Kabel sind für kleines Geld bei Amazon zu haben. Steckdosen lassen sich verlängern, Router-Internetkabel ebenfalls. Selbst für das blöde Wiclic-System, das manche Kabel-Provider wie etwa Netcologne verwenden, gibt es längere Kabel. Die lassen sich vortrefflich mit im Baumarkt erhältlichen Kabelführungen oder selbstklebenden Kabelhalterungen in der Wohnung verlegen.

4. Zusätzliche Funk-Quellen entfernen

Wer einen Router aufstellt, ist natürlich geneigt, diesen in der Nähe von Endgeräten aufzustellen. Das ist grundsätzlich auch nicht verkehrt, allerdings sollten Endgeräte wie Drucker, Settop-Boxen, Smart-TV oder der PC dann per Ethernet-Kabel angeschlossen und deren WLAN ausgeschaltet werden. Denn jeder WLAN-Empfänger ist auch ein WLAN-Sender – und stört gegebenenfalls das Signal des Routers. Es gibt übrigens sehr flache und lange Ethernet-Verlegekabel, die sich ohne Weiteres durch Türrahmen, Fußleisten oder unter dem Teppich führen lassen. Weitere Funkquellen sind alle Geräte, die im 2,4- bzw. 5GHz-Band senden, darunter viele Elektrogeräte, die gar kein WLAN haben, etwa Mikrowellen ferngesteuertes Spielzeug und Funktelefone.

Wenn irgendwie möglich, solltet Ihr immer Ethernet verwenden (Foto: Marijn Hubert/Pixabay)
Wenn irgendwie möglich, solltet Ihr immer Ethernet verwenden (Foto: Marijn Hubert/Pixabay)

5. Mesh-Repeater nutzen – aber mit Bedacht

Wenn das Signal trotz aller Maßnahmen nicht weit genug reicht, kann es sinnvoll sein, einen Mesh-Repeater einzusetzen. Wichtig: Sowohl der Router, als auch der Repeater sollten Mesh unterstützen. Zudem müssen (!) beide Geräte vom gleichen Hersteller sein, sonst funktioniert es nicht. Das Mesh-WLAN wird wie ein Netz aufgebaut, der Router sollte dabei die Zentrale aufstellen. Auch ein zweiter Router des Herstellers kann, etwa bei AVMs FritzBoxen, als Mesh-Repeater abkommandiert werden. Die dient dann auch gleich als kabellose Telefonbuchse. Allerdings gibt es bei Mesh-Repeatern noch etwas zu beachten: Diese sollten zwar in Reichweite des Hauptgeräts angeschlossen werden – jedoch nicht zu nah, da sich die Signale sonst stark überlappen. In der Mitte zwischen beiden Geräten kann es dann trotz gutem Empfang zu Problemen kommen.

6. Weg mit unnötigem WLAN- und Netzwerk-Firlefanz

Zuguterletzt solltet Ihr darauf achten, dass der Router so steht, dass er nicht von anderen Geräten gestört wird. Das sind neben WLAN-Endgeräten auch andere Router und Repeater. So manches praktische Gerät spannt nämlich selbst ein WLAN-Netzwerk auf, was wiederum das Hauptnetz stören kann. Zudem gilt die Regel „Weniger ist mehr“: Je weniger Netzwerkgeräte für die Übertragung – also Router, Repeater und Powerline-Adapter – Ihr habt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Problemen kommt. Und um so einfacher ist die Fehlersuche, wenn das WLAN kollabieren sollte. Wir haben in der Praxis gemerkt, dass sich zum Beispiel die viel beworbenen Powerline-Adapter nur in wenigen Anwendungszenarien wirklich eignen: Stromkabel sind oft schlecht geschirmt, die Übertragungsraten kommen in der Praxis nicht einmal ansatzweise an die einer WLAN-Brücke per Repeater heran. Falls Ihr dennoch Stockwerke überbrücken oder eine sehr große Wohnung versorgen müsst, ist es daher sinnvoll, Ethernet-Kabel zu ziehen – und dann per Mesh und Repeater das WLAN per LAN-Brücke zu erweitern.

Christian Rentrop

Freier Journalist, Baujahr 1979. Erste Gehversuche 1986 am Schneider CPC. 1997 ging es online. Seither als Blogger und Journalist in Totholzwäldern, auf digitalen Highways und mit der Vespa GTS 300 oder meinem Hund in der echten Welt unterwegs. Neuerdings Girldad. Spendier‘ mir einen Kaffee.

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