Nach gut zwei Jahren habe ich die Schnauze voll vom Amazon Fire TV. Acht gute Gründe, aus denen das Nvidia Shield TV die bessere Investition ist.

Seit der ersten Verkaufswoche bin ich Besitzer eines Amazon Fire TV, mittlerweile in der zweiten Generation. Zwischendurch hatte ich absurderweise zwei Fire TV-Kisten UND einen Fire TV Stick im Haus. Das ist jetzt vorbei. Ich habe mich von Amazon losgesagt. Keine Fire TV-Tutos mehr von mir. Nope. Ab sofort verrichtet ein Nvidia Shield TV mitsamt Android TV bei mir seinen Dienst als Settop-Box, Medienstreamer, Gaming-Zentrale und mehr. Warum das so ist? Lest einfach weiter!

Das Nvidia Shield TV ist so etwas wie der Mercedes unter den TV-Boxen. Das Ding liefert hervorragende, pfeilschnelle Hardware, unterstützt alle aktuellen (und einen Haufen zukünftiger) TV-Standards und liefert – vor allem für Gamer – ein grandioses Gesamtpaket. Ich habe kürzlich über Amazon die 16 Gigabyte-Version (mehr dazu weiter unten) inklusive Controller und Fernbedienung für rund 180 Euro geschossen. Eine Menge Geld angesichts der Tatsache, dass Amazon sein Fire TV für unter 100, den kleinen Fire TV Stick sogar für weniger als 40 Euro anbietet.

Aber das Nvidia Shield TV will mehr sein, als „nur“ eine Streaming-Box. Und meiner Meinung nach klappt das auch! Hier sind ein paar gute Gründe dafür, dass sich die Mehrkosten für die Nvidia-Box gegenüber der Amazon-Lösung absolut lohnen.

Das Nvidia Shield TV bietet praktisch alles, was ich bislang beim Fire TV vermisst habe

Das Shield TV bietet ein vernünftiges App-Ökosystem

So sehr sich Amazon auch bemüht: In Sachen Apps wird das abgezwackte Amazon-System immer dem offiziellen von Google hinterherhinken. Während ich auf dem Shield TV auf weite Teile des gigantischen Google Play Stores zurückgreifen kann, muss ich bei Amazon auf ein wesentlich kleineres App-Ökosystem beschränken. Toll: Obwohl mir die Startseite des Android-TV-App-Stores nur TV-optimierte Anwendungen anzeigt, kann ich über die Web-Version des Play Stores fast alle Apps aufs Shield TV schubsen.

Endlich brauchbare TV-Apps

Shield TV ist WIRKLICH für 4K gerüstet

Ich persönlich habe keinen 4K-Fernseher und werde mir nach Möglichkeit auch keinen kaufen, eh meine treue 2011er-Glotze von LG ihren Geist aufgibt. Wenn der Wechsel aber dann doch mal ansteht, kann ich mir mit dem Nvidia Shield TV sicher sein, dass die passenden 4K-Inhalte auch alle ankommen. Zwar ist auch die aktuelle Fire TV-Generation fit für 4K, sie bietet aber keinen HDMI 2.0-Anschluss – das Shield TV hingegen schon, natürlich mit Unterstützung für HDCP 2.2. Damit ist auch die Übertragung von kopiergeschützten Inhalten kein Problem.

Netflix und Co. in 4K und demnächst sogar mit HDR – auf dem Shield TV kein Problem

Google-Apps und ChromeCast mit an Bord

Zusammen mit dem echten Play Store sind natürlich auch alle relevanten Google-Apps an Bord. Das bedeutet: Eine offizielle YouTube-App, Musikstreaming über Google Play Music (immer noch mein Favorit, trotz Spotify, Apple Music und Co.) und mehr. Besonders cool: Wie jedes Android TV-Gerät bietet auch das Shield TV die Funktionen von Google Chromecast. Das bedeutet: Ich kann ganz einfach Videos, Fotos und Musik vom Smartphone auf den Fernseher streamen (und nebenher meinen bisherigen Chromecast in Rente schicken – Gerätereduktion ist immer gut 😉 ). Da es immer mehr Google Cast-fähige Apps gibt, bin ich ein großer Fan dieser Eigenart.

Eure Fotos und Videos könnt Ihr ganz einfach aufs Shield TV streamen

Anschlüsse und Speichererweiterung for the win!

Ich habe mir das Nvidia Shield TV in der „kleinen“ Version mit 16 GB internen Speicher geschossen. Warum? Weil ich hier massenhaft USB-Sticks und microSD-Karten rumfliegen habe. In der aktuellen Version 6.0 kann Android auch unter Android TV angestöpselten Speicher ohne Umschweife für Apps und mehr verwenden. Ich habe das Shield TV derzeit mit einer 64 Gigabyte großen microSD-Karte bestückt, was für’s erste ausreicht. Für Emulatoren oder große Videos stöpsel ich bei Bedarf eine externe Festplatte an, die problemlos von der Box erkannt wird. Auch erkannt das Shield TV Game-Controller, Tastaturen und Mäuse bislang ohne jedes Murren, und zwar sowohl via Bluetooth als auch via USB. Das Ding ist halt im Herzen ein PC – und das macht es so vielseitig.

Über die USB-Anschlüsse könnt Ihr Festplatten oder Eingabegeräte verbinden

Gaming auf dem Shield TV macht wirklich Laune

Das Fire TV konnte mich trotz diverser Ambitionen nie wirklich für seine Gaming-Möglichkeiten begeistern. Ganz anders das Shield TV! Nicht umsonst liefert Nividia seine Settop-Box direkt mit einem (insgesamt sehr guten) Gamecontroller aus. Nicht nur liefert Google im Android TV-Shop jede Menge netter und vor allem Gamepad-tauglicher Games, auch sorgt Nvidia selbst auf zwei Fronten für Nachschub: Einerseits gibt es da die Spiele im Nvidia Shield Hub, wo Nvidia optimierte Titel für das Shield TV präsentiert. Und dann gibt es da noch Geforce Now. Hier wollen die die Macher eine Art „Netflix für Spiele“ etablieren: Für nen Zehner im Monat lassen sich eine Reihe von Games unbegrenzt auf die Nvidia-Box streamen, was in der Praxis top funktioniert. Fairerweise ist die Auswahl nicht besonders aktuell, ich habe aber im Testzeitraum unter anderem das hervorragende Sleeping Dogs und das ebenfalls nicht üble Alpha Protocol durchgespielt – es gibt durchaus schlechtere Angebote.

Geforce Now ist meine persönliche Überraschung beim Shield TV

Top für alle, die schon einen brauchbaren Gaming-PC im Arbeitszimmer parken: Nvidia Game Stream. Damit hole ich die Spiele von meinem PC via WLAN auf den Fernseher. Das klappt in der Praxis erstaunlich gut, selbst mit 1080p und 60 Bildern pro Sekunde. Besonders durch die Möglichkeit, Tastatur und Maus mit dem Shield TV zu verbinden, wird die Wohnzimmer-Glotze damit zur Gaming-Zentrale. Fairerweise sei gesagt, dass das Fire TV die Funktion dank Moonlight ebenfalls nutzen kann, aber eben nicht ab Werk.  Das Shield TV hat durch die Kombination aus den drei Gaming-Faktoren bei mir die Playstation 4 als Haupt-Zockerkiste abgelöst.

Dank Nvidia GameStream zocke ich meine PC-Spiele auf dem Fernseher – und die PS4 verstaubt

Das Shield TV eignet sich perfekt für Emulatoren

Und wo wir gerade beim Thema Gaming sind: Für Fans der gepflegten Retro-Zockerei ist das Shield TV ebenfalls eine tolle Spielwiese. Vom Atari 2600 bis zu Nintendo 64 oder GameCube läuft so ziemlich jede Konsole auf der Kiste, die ich bislang ausprobiert habe. Der Play Store strotzt nur so vor Emulatoren, und die fühlen sich wohl bei Nvidia. Super Mario und Co. laufen problemlos auf dem Shield TV, was vor allem am tollen Controller liegt. Als bislang einzige Android-Kiste konnte ich hier auch mit RetroArch glücklich werden: Der Multi-Emulator liefert auf dem Shield TV ein schickes Frontend, was Retro-Gamer geradewegs ins Nirvana schickt. Das Thema Emulatoren ist komplex genug für einen Haufen eigene Tutos, aber lasst Euch gesagt sein: Freunde von Old School-Spielen werden mit dem Shield TV glücklich. Und zwar VERDAMMT glücklich 😉

Ihr habt noch nen Haufen Module im Keller? Holt Sie auf’s Shield TV!

Kodi und SPMC direkt im Play Store!

Und dann ist da natürlich noch unser aller Lieblings-Mediacenter Kodi. Was auf dem Fire TV durch Amazons fragwürdige App-Politik nur umständlich via Sideloading und anderem Gefrickel realisierbar ist, erfordert auf dem Shield TV lediglich einen kurzen Besuch im Play Store. Nicht nur läuft Kodi auf der Nvidia-Kiste wie eine Eins, ich kann mit SPMC sogar noch auf eine hochinteressante Kodi-Alternative zugreifen, die mit speziellen Android-Optimierungen punktet. Kurzum: Im Zusammenspiel von Plex, Kodi und den diversen Streaming-Apps aus dem Play Store ist das Shield TV für mich der heilige Gral, wenn es um das Thema Medienstreaming im Wohnzimmer geht.

Das Nvidia Shield TV wird immer besser

Nvidia ist in Sachen Android-Updates absolut vorbildlich. Nicht nur läuft bereits Android 6 auf dem Shield TV, weitere Updates sind bereits angekündigt. So soll in Zukunft Netflix und co. in 4K-HDR dabei sein, außerdem haben die Macher kürzlich die Möglichkeit angekündigt, das Shield TV als Plex-Medienserver einzurichten. Da der verbaute Tegra X1-Chipsatz scheinbar auch noch eine Menge Leistungsreserven bietet und Nvidia sich als einer der wenigen Android-Hersteller kontinuierlich um seine Geräte kümmert, bin ich ziemlich sicher, auf das richtige Pferd gesetzt zu haben 🙂

Nvidia versorgte seine Hardware zuverlässig mit Android-Updates und neuen Funktionen

Jap, Nividia macht mit dem Shield TV fast alles richtig. Ich habe in den Wochen, seitdem die kleine Box bei mir im Betrieb ist, festgestellt, wie altbacken das Amazon Fire TV im direkten Vergleich wirkt. Natürlich erfüllt das Fire TV dennoch seinen Zweck und macht das, was es tut, nicht schlechter, aber die Nvidia-Alternative wirkt dank echtem Android und Top-Features einfach ungleich moderner. Ja, mir fehlt die Option, Prime Video direkt auf dem Nvidia Shield TV zu nutzen – aber das liegt nun mal einfach an Amazons sturer Blockadehaltung. Im Gegenzug punktet das Shield TV neben den genannten Aspekten mit noch mehr Funktionen

Meiner Meinung nach ist die Nvidia-Lösung den Aufpreis gegenüber der Amazon-Box wert. Im Bundle mit Controller und Fernbedienung habe ich es für 179 Euro geschossen und es bis heute nicht bereut. Klar: Wer „nur“ ein paar Filme streamen will, für den reicht auch ein Amazon Fire TV Stick. Doch wer mehr will, kommt meiner Meinung nach nicht ums Shield TV rum, das meiner Meinung nach übrigens auch das aktuelle Apple TV WEIT hinter sich lässt. Für Enthusiasten gibt es derzeit nichts besseres. Ihr bleibt trotzdem lieber beim unterlegenen Fire TV? Dann haben wir einen ganzen Haufen an praktischen Tipps und Anleitungen für Euch vorbereitet – einfach hier  entlang.

Shield TV bei Amazon bestellen und uns unterstützen

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Über den Autor

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, schreibt über Windows, Smartphones, Games und eine Menge anderen Kram

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