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15 Online-Kalorien-Rechner im Vergleich (Radfahren)

Wer sich mit Fitness oder Abnehmen beschäftigt, stolpert vermutlich schnell über einen Kalorienverbrauchsrechner. Gewicht angeben, Dauer der Tätigkeit – aha, 1.000 Kilokalorien bei einer Stunde Sex. Die eigentliche Frage ist so simpel wie im Detail kompliziert: Wie viel Kalorien verbraucht man bei welcher Betätigung? Mich hat vor allem interessiert: Wie viel Energie verbrauche ich beim Fahrradfahren? Viele Kalorien-Rechner-Anbieter scheinen jedenfalls wenig Energie in ihre Produkte zu stecken – knapp die Hälfte ist OK, nur einer überzeugt wirklich. Alle Links findet Ihr am Ende des Artikels.

Inhalt

Fragestellung
Zusammenfassung
Empfehlungen und Fazit
Auswertung
Quellen

Die Fragestellung

Kalorientabellen gibt es überall, häufig finden sich dort aber nur Aussagen der Tiefe „60 Minuten Radfahren = 500 Kalorien“ – was natürlich Quark ist. Der fehlende Faktor Geschwindigkeit fällt wohl jedem sofort ins Auge. Und vielleicht das Gewicht? Wie sieht es mit dem Geschlecht aus? Solche Listen dienen kaum als Übersicht.

Besser sind da schon die Kalorien-Rechner: Ihr gebt besagte Faktoren ein und erhaltet eine Schätzung über den Verbrauch. Schaut man sich die Dinger mal an, erkennt man aber sehr schnell sehr viel Elend: Teils lässt sich neben dem allgemeinen Fahrradfahren nur Gewicht und Dauer angeben – das ist wirklich ein Witz! Wenn ein 1,80 m großer 70-Kilo-Profi-Radler eine Stunde lang 15 km/h fährt, nimmt er vermutlich zu – bei einer 1,50 m kleinen Couch-Potato und 30 km/h könnte das vielleicht etwas anders sein.

Und das ist auch der Kern meiner Frage: Was leisten die Online-Rechner und wie viel verbrauche ich nach ihnen? Wie gut und exakt die Rechenmodelle dahinter sind, lässt sich ohne echte Testreihe und Laborwerte partout nicht sagen. Jedoch: Nach einigen Ergebnissen dürfte ich nur noch Haut und Knochen sein – weit gefehlt. Aber Ergebnis und Auswahl der Faktoren lassen sich durchaus vergleichen. Und da sollte man zumindest erwarten:

  • Gewicht
  • Größe
  • Alter
  • Geschlecht
  • Geschwindigkeit
  • Zeit
  • Und nicht-wahnsinnige Ergebnisse …

Natürlich gibt es weitere Faktoren, aber das wäre für kostenlose Online-Rechner vielleicht zu viel des Guten:

  • Strecke (Rundkurs? Gefälle? Belag?)
  • Fahrrad (Reifen, Sitzposition, Rennrad, Mountainbike)
  • Fitnessstand (zum Beispiel Herzfrequenz)
  • Wetter (Wind, Temperatur, Niederschlag)

Auch die Frage, wie genau man die einzelnen Dinge eingeben darf ist spannend. Wer regelmäßig Fahrrad fährt (ich rede von Sport!) dürfte wissen, dass es nicht ganz einfach ist, sein übliches Tempo mal eben um auch nur ein, zwei km/h zu erhöhen. Oder was es für einen enormen Unterschied macht, ob man nun mit weichen Mountainbike-Stollen über Schotter oder mit stahlharten Rennradpneus über Asphalt fährt. Spoiler: Ja, das ist wohl zu viel des Guten ;) Fast!

Übrigens: Dennoch ist Quantität nicht gleich Qualität. Die Apotheken-Umschau bietet einen Rechner für den Tagesverbrauch samt Grundumsatz, bei dem sich beliebig viele Haushalts-, Freizeit- und Sportaktivitäten angeben lassen. Wenn ich dort mal meine Sportzeiten auf Tage runtergerechnet eingebe plus einen normalen Tagesablauf, komme ich auf einen Verbrauch von 3.380,3 Kalorien. Wenn ich mich mal richtig gehen lasse, werfe ich mir vieleicht 2.500 Kalorien am Tag ein. Alles darüber hinaus dürfte kaum ein halbes Dutzend mal im Jahr vorkommen. Demnach hätte ich also locker ein Defizit von rund 800 Kalorien täglich. Und das ist meine Winterrechnung. Im Sommer wären es wesentlich mehr Sport und rund 2.000 Kalorien pro Tag. Gut, hier spielen auch Faktoren wie Stoffwechsel eine Rolle (Schilddrüse führt ein Eigenleben), aber es müsste auf Haut und Knochen hinauslaufen. Und wie gesagt: Nö. Absolut nö. Ich finde die Angaben generell zweifelhaft: Eine Stunde Büroarbeit macht 114 Kalorien, eine Stunde im Netz surfen 142,5 Kalorien – WTF?! Büroarbeit heißt meist vorm Rechner zu sitzen, wie beim Surfen. Und jede andere Büroarbeit dürfte deutlich anstrengender sein, wie Kaffe machen, an Meetings teilnehmen, durchs Gebäude latschen und so weiter. Hintergrundinfos zu den Berechnungen? Fehlanzeige.

Update: Wenn Ihr einen plausiblen Tagesverbrauchsrechner sucht, der nicht einfach nur Aktivitäten addiert, schaut mal bei Rennrad-Braunschweig vorbei: Die Angabe von Tätigkeiten ist allgemeiner gehalten, was für diesen Zweck auch deutlich sinnvoller ist, und die Ergebnisse liegen durchgehend im vernünftigen Rahmen. Zum Vergleich: Mit weitgehend identischen Angaben spuckt die Apothekenumschau 4479 Kalorien aus, der Rennrad-Braunschweig-Rechner wesentlich glaubwürdigere 3182 Kalorien.

Ich habe jedenfalls folgenen virtuellen Charakter (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen … Ihr wisst schon.), sagen wir Franz von Fahrrad, auf die Rechner losgelassen:

  • Männlich
  • 44 Jahre
  • 1,78 m
  • 95 kg (Winter, geschätzt und aufgerundet)
  • 25 km/h (Winter)
  • 60 min
  • Rundkurs, eben mit Asphalt/Schotter
  • Mountainbike-Stollen, weich
  • Fitness: Gut (Winter)

Nebenher, zu obigem Couch-Potato-Vergleich: Der Typ im Video hat ungefähr die hier angegebenen Maße – ob ihn wohl sein besorgniserregend hoher BMI beunruhigen sollte? ;)

https://www.youtube.com/watch?v=mRlZ0hqHrww

Zusammenfassung

Es handelt sich freilich um Näherungswerte – und häufig erlauben schon die wenigen Stellschrauben keine wirklich guten Resultate. Mal gibt es für den Fahrer nur das Gewicht, mal gibt es zum Fahren nur die allgemeine Angabe „Radfahren“. Vor allem die Art des Fahrens ist häufig schwer zu bestimmen. Franz fährt zwar Mountainbike, aber dort, wo eigentlich Rennrad oder „normal“ gefahren wird, sprich auf dem flachen Land. Meist lässt sich aber nur die Sportart auswählen, nicht aber das Rad! Und was zum Geier soll mittleres Fahren sein? Selbst das Tempo lässt sich teils nicht wählen. Oder ist das gar besser, da fitte und unfitte Fahrer unterschiedlich viel Aufwand für eine fixe Geschwindigkeit aufwenden müssen? Jedenfalls lassen sich die Ergebnisse auch nur als Näherung vergleichen. Ich habe versucht, den für Franz realistischsten Wert zu bekommen.

Die größte Ernüchterung liegt in den ermittelten Werten: Die obige Strecke verbrennt je nach Rechner zwischen 380 und 1544 Kalorien. Dieser Riesenunterschied liegt jedoch daran, dass sich bei dem 380er-Kandidaten (Apotheken-Umschau) nur 15 km/h auswählen ließen. Und beim 1544er nur 40 km/h (Edeka).

Dort, wo sich die gewünschten 25 km/h genau/einigermaßen einstellen ließen, lag die niedgrigste Auswertung bei 676 Kalorien (Kreuzotter.net), die höchste bei 1188 (RTL). Den mit Abstand besten Eindruck macht Kreuzotter.net: Kein kommerzielles Projekt, präzise Einstellungsmöglichkeiten bis hin zu Wetter, Bereifung, Sitzposition, Höhenmeter oder der Trittfrequenz. Dazu gibt es reichlich Formeln – auf der ansonsten wohl verwaisten, uralten aber symphatischen Webseite.

kreuzotter screenshot
Das macht doch einen ordentlichen Eindruck – auch wenn es nach uralter Open Source Software aussieht. Ist es auch ;)

Das Alter fragen 8 von 15 Rechnern ab, die Größe und das Geschlecht 7 Seiten, das Gewicht alle und nur eine Seite (Desired) bietet überhaupt keine Auswahl zur Geschwindigkeit. Eine wirkliche Auswahl von Geschwindigkeiten in Zahlen bieten allerdings nur 6 Betreiber!

Bei einigen Anbietern lässt sich zum Fahrrad immerhin die Sportart auswählen – wie auch immer das im Detail einfließen mag. Fitrechner.de packt die Kategorie Mountainbike/BMX in die Auswahl – im Grunde nutzlos, schaut man sich die vielen Disziplinen der beiden Sportgeräte an. Cross Country und Dirt dürften sich kaum vergleichen lassen. Bei Edeka gibt’s nur Rennrad mit 40 km/h oder Citybike, auch keine ernsthafte Auswahl. Kalorientabelle.net liefert immerhin eine ganze Reihe von Kombinationen von Fahrrädern und Geschwindigkeiten. Wirkliche Einstellungen zum Rad an sich, unabhängig von der Sportart, gibt es nur bei Kreuzotter.

Auch beim Wetter steht Kreuzotter wie schon erwähnt allein, hier könnt Ihr immerhin Wind und Temperatur angeben; zudem die Höhenlage über NN (nicht die zurückgelegten Höhenmeter).

Empfehlungen und Fazit

Empfehlungen: Ich würde gleich zu Kreuzotter raten, aber auch einige andere Rechner verfügen über brauchbare Tempoeinstellungen und Ergebnisse im vernünftigen Bereich: Fitrechner.de mit 6 Tempoeinstellungen und einem Resultat von 769 Kalorien. Kalorienzone.net kommt auf 760 Kalorien und die Einstellmöglichkeiten langsam, mittel, schnell, Wettbewerb – nicht optimal, aber einigen gefällt vielleicht diese in Richtung Fitnessgrad gehende Einstellung eher. Genauso handhabt es auch der Bergfreunde-Shop, der auf 785 Kalorien kommt. Meine-Gesundheit.de und Sportunterricht.ch bieten je 4 zahlenmäßige Einstellungen und berechnen 703 und 855 Kalorien – wobei die Schweizer damit schon ziemlich hoch liegen.

Am coolsten ist eigentlich Fit for Fun: Alter, Geschlecht und Größe spielen keine Rolle und mit gerade mal mittlerer Geschwindigkeit kann Franz ganze 912 Kalorien in der Stunde verbrennen. Wobei: Bei RTL zählt auch nur das Gewicht und 25 km/h brächten stolze 1188 Kalorien. Solche Abnehmwunder nehme ich doch gerne ;)

Fazit: Viele Rechner sind kaum mehr als nette Gimmicks zur Illustration von Artikeln, einige nichtmal das. Aber immerhin 6 von 15 Kandidaten kann man halbwegs ruhigen Gewissens eine Empfehlung aussprechen, das ist nicht so schlecht. Zudem gibt es auf vielen Seiten noch reichlich zusätzliche Informationen, etwa Hintergründe und auch Hinweise auf die vielen weiteren Faktoren, die die Rechner nicht berücksichtigen (können).

Tipp: Sucht Euch einfach mindestens drei Rechner heraus, die die für Euch wichtigen Einstellungen bieten – dann bekommt Ihr im Ergebnis einen ungefähren Bereich des zu erwartenden Kalorienverbrauchs. Wenn Ihr es genauer wissen wollt, müsst Ihr halt messen – aber Fitnesstracker, Pulsmonitore & Co. sind wieder ein anderes Thema.

Auswertung

Hübsche Tabellen in der Größe funktionieren hier in Wordpress nicht sonderlich gut, daher die Datentabelle hier als Screenshot – wenn sie jemand warum auch immer als Dokument haben will: Einfach Kommentar hinterlassen.

Zusammengenommen ergibt sich durchaus ein Bild – vermutlich zwischen 700 und 900.

Quellen

Und hier die Screenshots und Links, der Übersicht halber getrennt:

Apotheken-Umschau.de – Besonderheit: Gesamttagesumsatzrechner.
Fitrechner.de – Besonderheit: Man kann Listen mit Verbräuchen anlegen.
Fit for Fun – Besonderheit: Weitere Tabellen.
Fahrradmagazin.net – Besonderheit: Längerer Artikel.
Desired.de – Besonderheit: Nüschts.
Kalorienzone.de – Besonderheit: Weitere Tabellen.
RTL – Besonderheit: Superdiät ;)
Meine-Gesundheit.de – Besonderheit: Heimtrainer separat.
Gesünder abnehmen – Besonderheit: Berücksichtigung des Windschattens.
Bergfreunde.de – Besonderheit: Weitere Infos + hübsch.
Edeka – Besonderheit: 40 km/h!
Kalorientabelle.net – Besonderheit: Sehr niedriges Ergebnis.
Fitbook – Besonderheit: Nüschts.
Sportunterricht.ch – Besonderheit: Recht hohes Ergebnis.
Kreuzotter.net – Besonderheit: Nicht kommerziell, Einstellmöglichkeiten.
Einstiegsbild

P.S.: Im Alles-ist-Smart-Zeitalter gibt es aber freilich auch kostenpflichtige Gadgets, die um Eure Gunst beim Abnehmen und Monitoren buhlen:

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Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help

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11 Kommentare

  1. Super-Aufstellung, vielen herzlichen Dank!

    Vielleicht noch zur Aufklärung, weshalb 1 Stunde Büroarbeit am PC weniger Kalorien verbraucht als 1 Stunde im Netz surfen: Bei letzterem ging man wohl davon aus, dass die Maus als Rechtshänder mit der linken Hand bedient wird… ;-)

  2. Hallo Mirco,

    Dein Vorstellung, man könne den Kalorienverbrauch exakt berechnen, wenn man nur genügend Daten exakt genug eingibt, ist etwas naiv :-) Der Kalorienverbrauch während einer Belastung ist stets ein Vielfaches des Grundumsatzes. Und da bereits der Grundumsatz nicht exkat sondern höchstens mit einer Ungenauigkeit von 500 kcal abgeschätzt werden kann, ist jede weitere Kalorienrechnerei noch viel ungenauer und vager. Daher betreibt jeder Rechner Augenwicherei, der vermeintlich exakte Daten anfordert (Geschwindigkeit, Steigung, Gegenwind, Lufwiederstandbeiwert, Gewicht des Rades, Gewicht der Kleidung usw. – all das sind Faktoren, die einen Einfluss auf den Kalorienverbrauch haben).

    In der Wissenschaft wird daher mit sog. metabolischen Äquivalenten gerechnet. Diese machen unterschiedliche Tätigkeiten einigermaßen vergleichbar. Und genau das ist der einzige Sinn von Online Rechnern: die Kalorienverbräuche unterschiedlicher Tätigkeiten zu vergleichen. Mehr wäre nur möglich mit Hilfe einer Spiroergometrie, aber sicher nicht mit Pulsuhren, Online Rechnern oder Fitnesstrackern.

    1. Exakt wäre in der Tat naiv – aber im Artikel kommen auch die Begriffe Näherung, Schätzung und ungefährer Bereich vor … Und dass solche Rechner keinen Laborbesuch ersetzen scheint mir doch arg selbstverständlich.

      Was das Mehr an Daten angeht: Da muss ich vehement widersprechen. Natürlich sind das alles Schätzungen – aber Schätzungen werden besser, wenn man mehr Daten hat. Vor allem aber, wie Du auch sagtest, geht es um den Vergleich. Mich interessiert es schon, wie sich der Kalorienverbrauch in etwa verändert, wenn ich 5 km/h schneller fahre oder ausschließlich gegen den Wind. Es ist ja nicht so, als hätte Fahrradfahren immer den gleichen MET-Wert, oder? Auch wenn der Einfachheit häufig genau solche Pauschalen zu finden sind – selbst die Deutsche Diabetes Hilfe gibt dafür nur einen einzigen Wert an. Und Ihr selbst macht doch auch Unterschiede – Lasten die Treppe hoch tragen, mit winzigen Schwankungen beim Gewicht. Warum solche Details, wenn das nur Augenwischerei ist? Geht es bei der Abfrage von Details nicht genau darum, die am genauesten passende Aktivität und den entsprechenden MET-Wert zu finden (sofern diese für die Berechnung herangezogen werden)? Online-Rechner könnten das natürlich auch erklären, aber Transparenz … also auf Anhieb sehe ich die Formel der Berechnung bei Euch nicht. Und auch sonst eher selten. Auch nicht, ob mit MET-Werten gearbeitet wird. Immerhin gibt es den Hinweis auf Ungenauigkeiten – allerdings auch nicht wie groß, obwohl das Wissen ja scheinbar vorhanden ist …

      Daher bleibe ich dabei: Wenn ich die Wahl habe, beim Fahrradfahren Dinge wie Tempo und Wind bei der Suche nach einem passenden MET-Wert für die Berechnung zu berücksichtigen, oder mich einem pauschalen „Fahrradfahren“ zufrieden geben muss, wähle ich die detailliertere Variante – für bessere Schätzungen, nicht, weil ich ein Ergebnis erwarte, das auf die letzte Kalorie stimmt! Und eine Kategorie „Mountainbike/BMX“, bei allem Respekt, ist völliger Schwachsinn. Ich fahre Mountainbike und bin früher BMX gefahren – schon mal auf einem BMX gesessen? Und dann was? Downhill? Dirt? Flatland? Racing? Wenn Du mir glaubhaft erklären kannst, wie zum Geier Racing und Flatland auf den selben MET-Wert kommen sollen, bin ich schwer begeistert. Flat (Belastung wechselt im Sekundentakt) und Racing (Belastung ist halbwegs konstant) sind nicht nur völlig unterschiedliche Sportarten, es sind völlig unterschiedliche Kulturen. Von daher wäre BMX als Kategorie selbst ohne Mountainbike zu 100 Prozent sinnlos.

      Aber gut, Du hälst Details für Augenwischerei, weil sie vermeintlich genaue Ergebnisse implizieren sollen. Ich halte Überpauschalisierung und den völligen Verzicht auf Transparenz eher für Augenwischerei. Aber klar, ob eine bestimmte Person mit hart aufgepumpten Rennradreifen über Asphalt fährt oder mit dicken Offroad-Pneus mit wenig Druck durch den Wald, macht bestimmt kaum einen Unterschied … (könnte man denken, bis man es mal ausprobiert hat ;) ).

      Vor allem geht es beim Artikel aber auch darum, ob die Rechner überhaupt im Rahmen des Akzeptablen berechnen – und einige fallen ja nun mal völlig aus der Welt der Vernunft. Ihr erfreulicherweise nicht.

      TLDR:
      Aber hey, ich bin kein Sortwissenschaftler, doch Ihr verlinkt ja dankbarerweise eine wissenschaftliche Quelle, die sich auf das Compendium of Physical Activities bezieht. Und siehe da, beziehungsweise hier, es werden allein fürs Fahrradfahren MET-Werte von 5,3 bis 16 angegeben. Und zu versuchen, diese Spanne mittels Detailfragen einzugrenzen ist Augenwischerei? Sorry, aber da unterstellt Du der Konkurrenz doch etwas viel.

      Mein Tipp: Wenn Ihr der beste Kalorienrechner überhaupt sein wollt, dann erklärt erstmal transparent, was und wie Ihr berechnet, seht zu ALLE verfügbaren MET-Werte möglichst genau aus einer Datenbank zu ziehen und erklärt auch über-pauschale MET-Werte-Kategorien wie zum Beispiel BMX – die sich leider auch im verlinkten Kompendium finden. Und richtig super wäre natürlich, noch dazu zu schreiben, dass das alles auf maximal 500 kcal genau sein soll (was ich jetzt nicht geprüft habe). Marketingtechnisch wäre das aber vielleicht nicht so toll ;)

  3. Du bist ein super Typ!
    Dass du das gleich so schnell überprüfst!
    Ich werde den Rechner weiter überarbeiten. Die Schwierigkeit liegt darin, dass es 1. mehrere Seiten sind um es übersichtlicher zu gestalten, und dass 2. zwei voneinander getrennte Berechnungen durchgeführt werden.
    Eine Möglichkeit, den Grundumsatz zu übernehmen wäre schön, ja!
    Die Buttons werde ich alle noch einmal prüfen.
    Zum Glück hat der Rechner kein Caching-Problem.
    Ich bleibe am Rechner dran. Und bleibe auch an deiner Seite dran :)
    Viele Grüße

    1. Hi Kristjöf (ich bleibe mal bei dieser Schreibweise ;) ), würde ich gerne, macht auch einen guten Eindruck – aber sowohl in Chrome als auch Firefox (je ohne Adblocker natürlich) bekomme ich unter „Dein tatsächlicher 24 Stunden Gesamtumsatz:“ kein Ergebnis, es verbleibt immer nur die 0, sobald der 24-Stunden-Hinweis verschwindet.

        1. Ah, ein paar Versuche später hat’s nun geklappt. Wenn man den Grundumsatz nicht kennt, wird er ja berechnet – und genau an dem Schritt hapterte es: KLickt man dort auf „Weiter“, kommt der Rest des Rechners, aber der Grundumsatz wird nicht übernommen. Nur wenn man auf „Zurück zum Anfang“ klickt und dann den berechneten Umsatz manuell eingibt, funktioniert es. Das ist nicht so wirklich erwartungskonform ;) Man sollte den Grundumsatz schon automatisch übernehmen können; zumindest aber müsste der Weiter-Button unter dem Grundumsatz verschwinden, der führt ja nur ins Leere.

          So ganz passt der Rechner natürlich nicht ins Raster, da der Tagesbedarf berechnet wird und mich im Wesentlichen interessierte, wieviel Kalorien ich beim eigentlichen Fahrradfahren verbrauche. Wenn ich das rausrechne, komme ich bei einer mittleren Belastung mit dem Rechner auf 684 kcal – das ist nah an dem Kreuzotter-Wert und klingt ziemlich plausibel. (Nach Pulsrechnern sollte ich zwischen 660 und 706 kcal/h liegen – passt also ziemlich perfekt.)

          Auch der Tageswert scheint mir recht plausibel: Bei der Apothekenumschau komme ich mit – soweit möglich – identischen Angaben auf einen Tagesumsatz von 4479.75 Kaloreien. Bei Dir auf 3182. Dieser kleine Unterschied dürfte daher kommen, dass die Apothekenumschau die Umsätze aus den Aktivitäten schlicht und ergreifend auf den Grundumsatz addiert. Und solche Leute informieren halb Deutschland über die Gesundheit …

          Naja, aber selbst dieser seriöse Tagesrechner ist gemein: Demnach müsste ich ständig abnehmen :( Ich befürchte, mein persönlicher Grundumsatz ist unterdurchschnittlich. Oder Zero-Getränke haben mehr Kalorien als sie zugeben ;)

          Ich habe jedenfalls mal einen Hinweis in den Artikel gebaut.

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