Ihr wollt einen Monitor am MacBook oder iMac anschließen? Das ist kein Problem – wenn Ihr die richtigen Einstellungen und Kabel zur Hand habt.

Ob MacBook oder iMac, Apple-Hardware bietet traditionell verdammt gute Displays. Doch in vielen Situationen lohnt es sich trotzdem, einen oder gar mehrere externe Monitore zu verwenden. Ich hatte kürzlich für AllesBeste.de eine Reihe von 4K-Monitoren im Test und habe mich sehr an die Möglichkeit gewöhnt, mit zwei Displays zu arbeiten. Pratktisch alle Macs machen es einfach, einen oder auch mehrere externe Monitore anzuschließen. Damit diese auch richtig funktionieren, müsst Ihr aber einige Besonderheiten beachten. Wir zeigen Euch, wie Ihr Monitore am Mac optimal konfiguriert.

1. Monitor am Mac: Das passende Kabel finden

Um einen Monitor an Eurem Mac zu betreiben, braucht es logischerweise die passenden Kabel. Die gute Nachricht: Apple fährt hier keinen obskuren Sonderweg, sondern hält sich an Standards. Die schlechte: Welches Kabel Ihr genau braucht, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Welchen Mac wollt Ihr per Monitor erweitern?
  • Welche Anschlüsse bietet der Monitor?
  • Welche Auflösung wollt Ihr ansteuern?

Ein Beispiel: Ältere MacBooks (bis 2015) bieten einen Mini-Display-Port sowie einen HDMI-Ausgang. Wollt Ihr nun einfach einen FullHD-Monitor anstöpseln, genügt also ein popeliges HDMI-Kabel, das auch günstig sein darf. Wollt Ihr hingegen einen 4K-Monitor nutzen, solltet Ihr auf ein MiniDisplay-Port-Kabel zurückgreifen. Der Grund: Die älteren Macs schaffen in UHD-Auflösung von 3.840 x .2.160 Pixeln nur eine Bildrate von 30 Hertz, was in ruckelnden Bewegungen resultiert. Via DisplayPort erreicht Ihr hingegen flüssige 60 Hertz.

Die neueren MacBooks setzen hingegen komplett auf USB-C samt DisplayPort-Unterstützung. Heißt im Klartext: Über ein USB-C-auf-DisplayPort-Kabel könnt Ihr problemlos Monitore aller Art anschließen. An meinem iMac Pro betreibe ich einen etwas betagteren Dell-Monitor in FullHD über ein USB-C-auf-HDMI-Kabel. An einem Monitor mit HDMI-2.0-Unterstützung lässt sich damit ebenfalls das 4K-Spektrum nutzen. Jaaaa, ich weiß, klingt alles kompliziert, in der Praxis ist es aber gar nicht sooooo schlimm ;-) Einen Überblick über die verschiedenen Mac- und MacBook-Anschlüsse findet Ihr direkt bei Apple – Ihr müsst aber nicht unbedingt die dort verlinkten teuren Adapter kaufen ;-)

Das richtige Kabel ist das A und O für die Monitor-Nutzung am Mac. Im Bild ein USB-C-auf-HDMI-Kabel für neuere Macs sowie eine Mini-DisplayPort-auf-DisplayPort-Strippe, mit der auch ältere MacBooks die 4K-Auflösung ansteuern können.

2. Passende Skalierung finden

Das Kabel passt, der Monitor ist angeschlossen – und plötzlich ist alles viel zu klein? Dann habt Ihr vermutlich einen 4K-Monitor in Betrieb genommen. Um Texte und Symbole wieder lesbar zu machen, bietet macOS genau wie Windows die Anpassung der Skalierung an. Öffnet also die Systemeinstellungen und navigiert zum Punkt Monitor. Hier klickt Ihr neben Auflösung auf den Punkt Skaliert. Jetzt wählt Ihr unten eine der fünf möglichen Skalierungsoptionen, bis alles gut lesbar ist. Die Skalierung lohnt sich übrigens auch für das interne Mac-Displays.

macOS Monitor Skalierung anpassen

Wenn macOS auf einmal alles zu klein (oder auch zu groß) anzeigt, passt einfach die Skalierung an.

3. Monitore korrekt anordnen

Die Bildgröße passt – nun müsst Ihr nur noch die „Reihenfolge“ der Monitore anpassen. Steht der zweite Monitor links neben dem Mac, wollt Ihr natürlich auch, dass die Maus „links“ auf dem Bild auf den nächsten Schirm wandert. Um das zu gewährleisten, wechselt Ihr im Menü Monitor auf den Reiter Anordnen. Hier stilisiert macOS alle angeschlossenen Displays als blaue Kästen. Arrangiert die Kästen nun so über- oder nebeneinander, wie die Displays auf Eurem Schreibtisch stehen. Fahrt einfach mit der Maus zwischen den Monitoren hin und her, um die Anordnung zu testen. Übrigens: Falls Ihr das interne Mac-Display auf dem Monitor spiegeln wollt, aktiviert hier einfach den Punkt Bildschirme synchronisieren.

macOS Monitore anordnen

Die Anordnung der Bildschirme ist essenziell, um komfortabel mit mehreren Monitoren zu arbeiten.

4. Optional: Monitor am Mac kalibrieren

Abseits von sündhaft teuren Profi-Monitoren stellt kaum ein Display ab Werk alle Farben perfekt dar. Das ist im Office-Alltag kein Problem, wer aber Fotos oder Videos bearbeiten will, sollte auf Farbechtheit achten. Die Lösung ist das Kalibrieren des Monitors. Dabei passt Ihr Helligkeit, Farben und Kontraste an, um sie so nahe wie möglich an die Realität zu bringen. Am einfachsten funktioniert das mit speziellen Kalibriergeräten, etwa einem Kolorimeter. Ich habe seit einiger Zeit das Datacolor Spyder 5 Pro im Einsatz und will es nicht mehr missen. Vor allem die Möglichkeit, den Mac-Bildschirm und den angeschlossenen Monitor auf das gleiche Kalibrierniveau zu bringen, ist fein. Noch mehr Optionen bietet die Open-Source-Software DisplayCAL. Damit könnt Ihr nicht nur auch auf günstigere Versionen des Spyder 5 zugreifen und alle Funktionen nutzen, sondern auch eine große Anzahl anderer Kolorimeter nutzen. So oder so: das Kalibrieren lohnt sich. Übrigens müsst Ihr dafür nicht unbedingt in Hardware invenstieren. Eine Anleitung zum Kalibrieren Eurer Monitore mit Bordmitteln liefert beispielsweise das PC Magazin.

Spyder 5 Pro Monitor kalibrieren

Per Kalibrierung sorgt Ihr für realitätsnahe und einheitliche Farben auf allen Monitoren.

Ihr seht: Die Einrichtung externer Mac-Displays ist kein Hexenwerk. Bin ich doppelt so produktiv mit einem zweiten Bildschirm? Nö. Aber es macht die Arbeit deutlich komfortabler. Nutzt Ihr auch mehrere Bildschirme am Mac oder auch am PC? Wir freuen uns auf Eure Meinungen.

Noch mehr Mac-Tipps findet Ihr hier, allgemeine Hardware-Themen sammeln wir unter diesem Link für Euch.

Über den Autor

Boris Hofferbert

Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, am Desktop Apple- und unterwegs Android-Fan, zockt unter Windows, kann nicht ohne Musik (von Classic Rock über Ska bis Punk) und Hörbücher, schießt gerne Postkarten-Fotos, hat immer mindestens zwei Handys dabei und freut sich riesig über eine Kaffeespende ;-)

Wie und womit ich tagtäglich arbeite, erfahrt Ihr hier.

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1 Kommentar

  • Einer der Umstände, warum ich möglichst lange bei einer Mac-Generation bleibe, sind jedes Mal die viel zu teuren Adapterkabel. Ich habe privat und in der Firma Unmengen von Thunderbolt auf DVI, ~auf HDMI, ~auf VGA und die diversen anderen Anschlussvarianten herumfliegen.

    Ein Feature vermisse ich in Eurem Bericht: die Menüleiste lässt sich in den Systemeinstellungen > Monitore > Anordnen nämlich per Alt+Mausklick auf den bevorzugten Monitor verschieben…