Check_MK-Serie Teil 1: Installation, Instanzen einrichten, Hosts aufnehmen, Dienste überwachen und Monitoring Agents installieren. Kein Vorwissen nötig!

Im ersten Teil der Check_MK-Serie geht es vom Download der richtigen Version bis hin zum Überwachen von Windows- und Linux-Hosts. Die weiteren Teile, Infos zur Serie und zu Check_MK findet Ihr in der Übersicht.

1. Check_MK installieren

Ladet Euch zunächst die Raw-Edition (CRE) von Check_MK herunter. Das ist die Open-Source-Version, die Enterprise-Version bringt mehr Komfort und ein paar neue Funktionen, grundsätzlich leisten aber beide das selbe. Hier läuft ein Debian 9, aber Check_MK gibt es für etliche Linuxe, natürlich auch sämtliche Ubuntus. Vieles müsst Ihr mir root-Rechten ausführen – sei es mit su oder über sudo. Installiert anschließend über gdebi:

$ su
root@debian: gdebi install check-mk-raw-1.4.0p19_0.stretch_amd64.deb

Und das war es auch schon. (Wenn su nicht installiert ist, könnt Ihr auch „sudo su -“ verwenden, oder eben su nachinstallieren. Auch gdebi ist nicht immer vorhanden.)

check_mk_installation

Bei der Installation werden auch alle Abhänigikeiten mit installiert.

2. Site anlegen

Eine Site, hier meinesite – und damit gleichzeitig einen System-Benutzer „meinesite“ -, legt Ihr ganz einfach mit einem omd-Kommando an:

$ su
root@debian: omd create meinesite

Wichtig: In der Ausgabe bekommt Ihr das generierte Passwort für den erstellten Check_MK-Nutzer (für die Anmeldung an der Web-Oberfläche) cmkadmin zu sehen, also nicht einfach weiterklicken … Ihr seht ebenso die Adresse für den Aufruf im Browser, grundsätzlich genügt aber auch localhost/meinesite. Am besten ändert Ihr direkt das Passwort in etwas merkbareres. Das macht Ihr als Betriebssystem-Benuzter meinesite:

root@debian: su - meinesite 
OMD[meinesite]:~$ htpasswd -m ~/etc/htpasswd cmkadmin

Im Terminal seht Ihr nun auch den omd-Prompt – achtet darauf, ob Ihr im normalen Dateisystem oder in dieser chroot-Umgebung seid!

check_mk_installation

Wichtig: Passwort merken!

3. Site starten

Immer noch als Nutzer meinesite könnt Ihr nun die erstellte Site starten und anschließend den Status abfragen:

OMD[meinesite]:~$ omd start
OMD[meinesite]:~$ omd status

Wenn Ihr nicht als meinesite angemeldet seid, sondern als root, könnt Ihr auch einzelne Sites starten und den Gesamtstatus abrufen:

root@debian: omd start meinesite
root@debian: omd status 
check_mk_installation

Die Monitoring-Instanz läuft.

4. An Web-Oberfläche anmelden

Ruft nun im Browser localhost/meinesite auf und meldet Euch mit cmkadmin und Eurem gewählten Passwort an.

check_mk_installation

Einloggen am localhost.

5. Host hinzufügen

Als ersten zu überwachenden Host legt Ihr den Check_MK-Server selbst, also den localhost an. Der Monitoring Agent ist hier bereits installiert! Klickt dazu in der Navigation auf Hosts und dann auf Create new host. Der Hostname ist ein beliebiger Name für den Rechner – hier bietet sich aber localhost an. Wenn Ihr hier die echten Netzwerknamen von Rechnern verwendet, werden sie allein anhand des Namens gefunden. Ihr könnt aber auch einfach die zugehörige IP-Adresse unter IPv4 Address eintragen. Bestätigt dann über Save & go to Services.

check_mk_installation

Als erstes wird der localhost aufgenommen.

Übrigens: In den Screens ist bisweilen die Enterprise-, nicht die Raw-Version zu sehen – macht aber nichts, funktioniert alles auch in der Raw.

6. Dienste überwachen.

Ihr seht nun eine Liste mit Services – Infos, die der Monitoring Agent ausspuckt. Damit diese auch wirklich überwacht werden, aktiviert einzelne über den grünen Button davor oder alle über die Schaltfläche „Monitoring“ über der Liste. Ihr seht nun oben links einen organge-farbenen Hinweis – unter Check_MK müssen Änderungen nochmals bestätigt werden, um wirklich aktiv zu werden (wie man es zum Beispiel von Partitions-Managern kennt) – klickt darauf.

check_mk_installation

Hier sind die Services bereits ins Monitoring übernommen.

7. Änderungen bestätigen

Unter Pending seht Ihr die anstehenden Änderungen – bestätigt. Wenn etwas nicht funktioniert, kommt an dieser Stelle auch eine Warnmeldung, erfreulicherweise äußerst selten. Das war’s, ein erster Server wird samt Diensten überwacht. Wie daraus ein konkreter Check wird, seht Ihr im zweiten Teil der Serie.

check_mk_installation

Änderungen müssen immer manuell bestätigt werden.

8. Monitoring Agent herunterladen

Um nun andere Hosts genauso aufnehmen zu können, müsst Ihr jeweils einen Monitoring Agent installieren. Am besten ruft Ihr die Check_MK-Oberfläche dazu auf den jeweiligen Rechnern auf. Die Agenten-Seite findet Ihr dann links in der Navigation unter Monitoring Agent. Hier gibt es die Agenten in installierbarer Form zum Herunterladen, sprich eine EXE für Windows, DEB für Ubuntu und Debian und so weiter.

check_mk_installation

Einfache Installation über fertige Pakete.

9. Agenten installieren

Hier gibts keine Überraschungen: Die Installation verläuft sowohl unter Linux als auch Windows wie jede andere auch – einfach durchlaufen lassen. Wichtig: Die Kommunikation mit den Agenten läuft standardmäßig über die Software Xinetd – installiert sie also gegebenenfalls mit sudo apt-get install xinetd nach. Alternativ kann der Agent die Daten auch über SSH in Richtung Check_MK-Server schicken – wie, zeigen wir hier. Nützlich ist das zum Beispiel für NAS-Geräte.

check_mk_installation

Auch unter Windows – alles wie immer.

10. Agenten manuell installieren

Wenn die automatische Installation über die Website nicht funktioniert, sei es, weil der zu überwachende Host keine grafische Oberfläche hat oder die Pakete nicht funktionieren, könnt Ihr das auch super einfach vom Terminal aus erledigen. Loggt Euch am Host ein, zum Beispiel per SSH, und führt folgende Befehle aus:

$ cd /usr/local/bin
$ sudo wget http://ip-eures-check-mk-servers/meinesite/check_mk/agents/check_mk_agent.linux
$ sudo mv check_mk_agent.linux check_mk_agent
$ sudo chmod 755 check_mk_agent

Ihr ladet also einfach die Datei check_mk_agent.linux von Eurem Check_MK-Server in das Verzeichnis /usr/local/bin, entfernt die Dateiendung „.linux“ und macht die Datei dann per chmod ausführbar.

11. Agenten testen

Zwei Dinge solltet Ihr nun sicherstellen: Dass der Agent läuft und dass Daten beim Check_MK-Server ankommen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Zunächst solltet Ihr den Host hinzufügen – also wieder die Schritte 5 bis 7 durchspielen, nur eben mit der Adresse des neuen Hosts. Wenn alles funktioniert, müsst Ihr auch nicht weiter testen. Falls nicht, führt zunächst den Agenten auf dem Host aus. Unter Linux:

$ check_mk_agent test

Und unter Windows:

"C:\Program Files (x86)\check_mk\"check_mk_agent.exe test

Wenn nun eine Ausgabe kommt, läuft der Agent. Kommt dennoch nichts am Check_MK-Server an, klappt vielleicht etwas mit dem Standard-Port 6556 nicht. Versucht mal, ob über

$ telnet localhost 6556

eine Ausgabe kommt. Wenn diese Kommunikation nicht klappen will, versucht es mit SSH statt xinetd.

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Agent läuft, Port läuft, alles gut.

Und natürlich lässt sich auch in der Web-Oberfläche testen:

check_mk_installation

Und auch in der Web-Oberfläche gibt es Testmöglichkeiten für Agenten.

Über den Autor

Mirco Lang

Mirco Lang

Am Anfang war der C-64 des großen Bruders des besten Freundes in der Grundschule …

Der echte Technikwahn kam dann mit einer Ausbildung bei Saturn – als Computer noch erklärt werden mussten, Soundkarten benötigten, ein gutes Monatsgehalt kosteten und das Internet nur bei Nerds und mit 38 kbp/s lief, bestenfalls.

Ein Studium der Informationswirtschaft und ein paar Jahre als Redakteur bei Data Becker später, sitzt hier ein freier Journalist, der auf Old-School-Computing (cli ftw!), Free Software, Frickelei, Kodi und „Hundedinger“ steht – und Grauseligkeiten wie Bild und Heftig.co zutiefst verabscheut.

Und sonst so? Sauerländer, Ex-BSI’ler, untalentierter Musikinstrumentebesitzer und seit 26 Jahren Skateboarder, ein ziemlich alter. Und manchmal kommt das abgebrochene Philo-Studium wieder durch …

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