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Windows 11: Ist Euer PC kompatibel?

Windows 11 kommt gratis - aber Stand jetzt wohl nur für recht neue PCs...

Tjoa, da hat Microsoft halt mal Windows 11 angekündigt. Der Nachfolger zum vermeintlich letzten Windows überhaupt erscheint schon im Spätherbst 2021 und ist zumindest zum Start als kostenloses Upgrade für alle Windows-10-PCs geplant. Alle Windows-10-PCs, hmmm? Zumindest, wenn man dem Kompatibilitäts-Check von Microsoft vertraut, könnte der Wechsel auf Windows 11 auf vielen PCs zum Problem werden…

PC Health Check zeigt, ob Euer PC fit für Windows 11 ist – oder auch nicht

Direkt nach der Vorstellung von Windows 11 hat Microsoft eine umfassende Infoseite rund um das neue System ins Netz gestellt. Hier findet Ihr auch die so genannte PC Health Check App oder zu deutsch die PC-Integritätsprüfung (direkter Downloadlink). Das Programm prüft nicht nur Eure aktuelle Systemkonfiguration auf Fehler (etwa abgeschaltete Windows-Updates), sondern checkt in der neuesten Version auch, ob Euer PC mit Windows 11 klarkommen wird.

windows 11 nicht kompatibel
Windows 11 kann auf diesem PC nicht ausgeführt werden – eine Meldung, die dieser Tage über Millionen von Bildschirmen flattert…

Spoiler: Die Chancen stehen leider derzeit sehr gut dafür, dass Euer PC als nicht Windows-11-tauglich klassifiziert wird. Leider hält sich das Tool vornehm mit Informationen darüber zurück, wieso und weshalb das der Fall ist. Tatsächlich sind die Windows-Foren und Kommentarspalten voll von Windows-Usern, die scheinbar vom kostenlosen Wechsel auf das neue System abgehalten werden. Warum das so ist? Nun, das ist Stand jetzt noch etwas undurchsichtig…

Windows 11 und die Systemanforderungen: Macht Microsoft einen auf Apple?

Eine der Hauptgründe dafür, dass Windows 11 angeblich nicht auf Eurem PC funktionieren wird, ist die angebliche Voraussetzung eines TPM-2.0-Moduls. Diese Sicherheitschips wurden erst 2013/14 eingeführt und vor allem anfangs nur in hochpreisigen PCs und Laptops verbaut. Mehr Infos dazu bekommt Ihr beispielsweise bei den Kollegen von Heise. Laut offiziellen Angaben verlangt Windows 11 ein solches TPM-2.0-Modul.

windows_11_systemanforderungen
Eigentlich klingen die Systemanforderungen für Windows 11 recht moderat – der Teufel steckt aber im Detail.

Möglicherweise wird das neue System aber auch auf Computern mit den älteren TPM-1.2-Chips funktionieren. Eine technische Supportseite zeigte zwischendrin nämlich an, dass Windows 11 auch auf solchen PCs installiert werden kann. Mittlerweile hat Microsoft die Seite aber auf die umstrittene 2.0-Voraussetzung abgeändert.

Dennoch stehen die Chancen meiner Meinung nach und auch der von anderen Beobachtern nicht schlecht , dass es sich bei der TPM-2.0-Anforderung um eine so genannten Soft-Level-Anforderung handelt. Das sind Anforderungen, die zwar empfohlen, nicht aber zwingend nötig sind. Ein Beispiel dafür? Nun, offiziell benötigt das derzeitige Halbjahres-Update für Windows 10 (Windows 21H2) mindestens einen Intel-Core-i-Prozessor aber der Generation 5xxx. Auf meinem etwas betagten Vierkerner Intel Core i7 4770 ließ sich das Update dennoch problemlos installieren.

WIndows 11 Geräte
Windows 11 soll eigentlich überall laufen – aber vielleicht macht Microsoft ernst und schließt alte PCs vom Upgrade aus. (Bild: Microsoft)

Für Windows 11 gibt Microsoft derzeit noch den den Core-i-8xxx als Mindestkonfiguration an – das würde bedeuten, dass PCs, die älter als vier Jahre sind, vom Wechsel auf das neueste Windows ausgeschlossen ist. Heidewitzka. Auf AMD-Seite wären übrigens die immer noch mehr als flotten Ryzen-CPUs er ersten Generation ausgeschlossen. Ich wiederhole: Heidewitzka…

Sollte Windows 11 wirklich WIRKLICH einen TPM-2.0-PC samt entsprechender CPU von mindestens 2017 voraussetzen, würde Microsoft Millionen von PCs vom Upgrade auf das neueste Windows ausschließen. Vielleicht irre ich mich auch und Microsoft macht mit Windows 11 wirklich so radikal Tabula Rasa, dass selbst Apple nicht mithalten könnte.

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Dieser PC, auf dem gerade Windows 11 läuft, kann Windows 11 eigentlich gar nicht ausführen – das ist fast schon zuuuuuu klassisch Windows (und ja, es ist nur die superfrühe Leak-Version, aber dennoch ;-)

Das würde mich aber gleich in mehrfacher Hinsicht wundern, denn mit einem solchen Cut hätte MS sich auch gleich von Altlasten wie der Unterstützung für 32-bit-Programme oder generell den Support uralter Hardware trennen können – das würde Windows meiner bescheidenen Meinung nach durchaus gut tun. Man darf wirklich gespannt sein, wie sich diese Nummer in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt.

Ach so: Als faktisch sicher gilt, dass Microsoft für Windows 11 die Unterstützung von Secure Boot erfordert. Die entsprechende Option müsst Ihr im BIOS/UEFI Eures PCs aktivieren. Falls der PC die Funktion nicht unterstützt, seid Ihr tatsächlich vom Upgrade ausgeschlossen.

Ein kleiner Austausch über TPM und Secure Boot…

Ob Eure aktuelle Windows-Installation mit UEFI-Secure-Boot vorgenommen wurde, lässt sich leicht prüfen. Öffnet über Windows-Taste + R und Eingabe von msinfo32 die Systeminformationen. Steht hier unter Systemübersicht rechts bei BIOS-Modus der Punkt Vorgängerversion, wurde Eure Installation mit dem klassischen Bootmodus erstellt. Ein direktes Upgrade auf Windows 11 ist dann tatsächlich nicht möglich.

windows-systeminformationen-bios-modus
Der BIOS-Modus „Vorgängerversion“ (im Englischen „legacy“) bedeutet, dass Secure Boot nicht unterstützt wird. In diesem Fall erfordert Windows 11 eine Neuinstallation.

Es gibt zwar Möglichkeiten, eine Windows-10-Installation auf Secure Boot umzustellen, diese sind aber potenziell fehleranfällig und erfordern dann eine Menge Bastelei samt Einsatz von Drittanbieter-Software. Ich habe damit in der Vergangenheit eher durchwachsene Erfahrungen gemacht und würde daher einen sauberen Neustart mit Windows 11 vorziehen.

Windows 11 läuft wirklich nicht? Tja…….

Okay, was nun aber tun, wenn Windows 11 am Ende wirklich nicht auf Eurem PC installiert werden kann? Nun, dann müsst Ihr wahlweise auf einen Trick hoffen, der die Kompatibilität aushebelt, einen neuen PC kaufen oder eben bei Windows 10 bleiben. Microsoft hat zugesichert, das „ewige“ Windows immerhin noch bis Ende 2025 mit Updates zu versorgen.

windows 10 großartige Version
Na bitte, Windows 10 ist eine „großartige Version von Windows“ – wenn das der Mirco wüsste ^^ (Screenshot: Microsoft.com)

Wenn dann damit Schluss ist, wird es vielleicht wirklich Zeit für einen neuen Rechner. Oder aber, Ihr schaut Euch bei den diversen Alternativen zu Windows um und macht einen kleinen Paradigmenwechsel – das kann durchaus schön sein ;-)

Mir persönlich macht das Update-Bohei von Windows 11 die ohnehin schon überschaubare Vorfreude auf das System zunichte, wenn ich auch einige der Neuerungen durchaus nett finde (etwa das verbesserte Fenster-Management und die kleineren Windows-Updates). Sollte Microsoft wirklich alte PCs vom Upgrade auf Windows 11 ausschließen, dann… Tja, bleibt meine Windows-Kiste halt noch ein paar Jahre auf Windows 10. Hey, vielleicht wird Windows 10 ja bald das neue Windows 7 – es wäre durchaus zum Schmunzeln.

Windows 10 Desktop
Soooooo schlimm ist das gar nicht, oder ;-) ?

Was sagt Ihr: Freut Ihr Euch auf Windows 11 oder geht Euch das fancy Update am Allerwertesten vorbei? Erzählt es uns in den Kommentaren! Ach so: Teilt doch bei der Gelegenheit gleich mal mit, ob Euer PC ein Okay mit dem Microsoft-Tool ein Okay für Windows 11 abgibt. Wir haben hier drei Windows-Kisten im Haus und auf keiner soll das System funktionieren – daran glaube ich aber ehrlich gesagt erst, wenn es im Herbst wirklich soweit ist ;-)

Übrigens: Sehr viel mehr Tipps und Tricks rund um alles, was nah oder entfernt etwas mit Windows zu tun habt, findet Ihr unter diesem Link. Alternativ haben wir hier eine Menge Hardware-Tutos für Euch versammelt. Und hier jibbet Lifehacks. Lifehacks sind ja immer gut, nicht wahr?

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Boris Hofferbert

Freier Journalist, seit seligen Amiga-Tagen technikbegeistert, am Desktop Apple- und unterwegs Android-Fan, zockt unter Windows, kann nicht ohne Musik (von Classic Rock über Ska bis Punk) und Hörbücher, schießt gerne Postkarten-Fotos, hat immer mindestens zwei Handys dabei und freut sich riesig über eine Kaffeespende ;-)

5 Kommentare

  1. Bin auf Linux umgestiegen. Niemals wieder Microsoft. Habe bis Windoof 10 alle BS gekauft! Alles Orginale! Und, was hat es mir gebracht? Mit jeder neuen Version wurde der User an die Kette gelegt. Nix Freiheit, nix offenes System. Das wird die Quittung sein: Viele Menschen werden wechseln oder gleich ein anderes BS verwenden, sei es ein Linuxsystem, oder BS von Google oder wenn man Geld über hat ein Mac. Wer braucht schon Windoof 11? So ein Schmutz kommt mir nicht mehr auf mein Device. Ich habe mir eine Flasche Sekt gekauft, und in der CoolBox eingelagert für den Tag, an dem MS Insolvenz anmeldet und Windoof für immer verschwindet.

  2. Microsoft ist und war schon immer eine Dauerbaustelle und wird es auch bleiben.
    Wegen irgendwelchem neuen Sicherheitsquatsch leg ich mir kein neues Mainboard zu,da bleib ich lieber bei Win 7 bzw Win 10
    MS sollte sein System lieber modular aufbauen,d.h. ein Grundgerüst und jeder kann das was er wirklich braucht (oder auch nicht ) selbst bestimmen und downloaden,wäre viel sinnvoller als ein Windows mit 1000 Bugs und Fehlern.

  3. Natürlich wird MS die Struktur nicht großartig angefaßt haben. Übertrieben formuliert erscheint der entsprechende Murks nur in einem neuen kalten Design plus noch mehr Zwang. Win 10 ist für mich schon nicht in Frage gekommen und Win 11 wird es – wie ich jetzt weiß – auch nicht. Als Privatanwender bin ich auch nicht bereit, mir wegen eines neues OS gleich einen neuen Rechner zu kaufen. Ich bin so froh, bei Win 7 inkl. aktueller Updates geblieben zu sein.

  4. Dass die das glauben, weiß ich sehr wohl ;) Allein, die Heckenpenner haben Unrecht, so.

    An allzu drastische Anforderungen glaube ich aber auch nicht. Mit i8-Anforderung dürften allein schon etliche Großkunden raus sein, kann ja keiner wollen.

    Aber mir ging schon Windows 10 auf den Keks, allein das Versprechen auf das letzte Windows aller Zeiten hat mich leicht beruhigt. Und jetzt … Ich gehe jede Wette ein: Die ganzen ernsthaften Baustellen werden immer noch nicht angefasst. Die Speicherverwaltung wird anfällig bleiben, die Verwaltung von VIELEN USB-Geräten wird versagen, die Update-Automatiken werden nerven, es wird zwei unterschiedliche UI/UX-Konzepte nebeneinander geben, der Store wird der Store bleiben … Aber bestimmt blinkt irgendwas. Oder es gibt nen Dock. Oder sonst einen Spielkram. Schon traurig.

    Viel spannender: Beim BSI gibt es viel Stoff zum Thema TPM
    https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Publikationen/Studien/SiSyPHuS_Win10/AP5/SiSyPHuS_AP5_node.html

  5. Uff. Es sind SO! VIELE! Baustellen bei Microsoft. Und diese Pflicht zum Internet und MS-Konto für die Anmeldung ist doch verrückt. Alleine schon die diversen Backends für Admins bei MS Office sind eine Qual. Auch finde ich die neue Designsprache nicht ausreichend. Die Schriften sind mir zu fizzelig, undeutlich, dieses Glas-Design viel zu asiatisch, das passt alles noch nicht und ist wirklich kein Anreiz für einen Umstieg. Jetzt steige ich selber gerade um auf Big Sur auf einem MBAirM1 und sehe bei meinen macOS-Kunden, dass die jahrelang mit den alten Kisten & OS unterwegs sind. Es geht also auch so und da wird Win11 schon bissi mehr bieten müssen außer diese Zwänge, um Leute wie mich zum Umstieg bzw. „Upgrade“ zu bringen. Zwang geht ja immer bei den gekapselten Geräten. Für so zusammengeklebte MS Surface Books für den Consumerbereich mag das alles Sinn machen, aber für Corporate IT? Nee. Sorry.

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