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Hardware

ThinkPad X13 Yoga: Bilder, Erfahrungen, Kaufberatung (vs. X230)

X13 Yoga: X390-Nachfolger und Alternative zumDell XPS 13 2-in-1 - bald offiziell mit Ubuntu!

Gleich vorweg: Das ist kein Testgerät, sondern mein neuester Hardware-Kauf – und ich kaufe sehr selten Laptops (1 neu, 2 gebraucht in 16 Jahren). Ein Tablet habe ich gar noch nie gekauft. Warum ich das erwähne? Weil ich viel zu loben habe, ich bin bislang völlig zufrieden. Mit den Dutzenden Zahlen, von Benchmarks über Taktraten, bis hin zu 60 verschiedenen Preisen werde ich Euch verschonen – die finden sich auch anderswo. Stattdessen: (Detail-)Bilder, ein Vergleich mit dem uralten X230 und ein wenig Erfahrungsbericht. Und ein etwas Kaufberatung: Welche Optionen sind zu beachten?

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Hardware-Konfiguration

Nur für den Fall, dass Ihr das X13 Yoga noch gar nicht kennt: Es ist ein Convertible, also Tablet und Laptop/Ultrabook. Es konkurriert mit dem Dell XPS 13 2-in-1 und indirekt dem MacBook Pro 13 (kein Convertible) – Gewichte, Abmessungen, Rechenleistung und Preise sind bei allen ziemlich irrelevant unterschiedlich. Die Leistung hängt freilich von der Konfiguration ab, zumindest für das X13 gibt es allerhand Optionen. Heißt: Ihr könnt es als Ultrabook nutzen, als Tablet (auch mit Stift) und im Tent-Modus für Filme, Präsentationen oder Ähnliches.

foto thinkpad x13 yoga
Zum Vergleich ein 8 Jahre älteres X230 – gebraucht ab 200 Euro zu haben.

Ein Wort zum Kauf: ThinkPads sind bei Amazon nicht gut zu kaufen und auch Media Markt, Saturn & Co. haben meist bestenfalls ein paar wenige vorkonfigurierte Modelle. Bei Cyberport sieht es deutlich besser aus. Wenn Ihr aber wirklich wählen wollt, shoppt einfach direkt bei Lenovo – Euer Vertragspartner sitzt dann allerdings in Irland. Und noch ein Alternativentipp: Das normale Lenovo Yoga ist zwar kein ThinkPad und bietet daher nur eine ordinäre Standardtastatur, aber in ungefähr gleicher Konfiguration ist zum Beispiel das C640 über 500 Euro günstiger als das ThinkPad-Yoga!

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Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.

Zunächst mal meine Konfiguration zum Endpreis von 1.749 Euro:

  • FHD-Display ohne PrivacyGuard
  • i7-10510U
  • LTE-Modul
  • 512 GB SSD
  • Windows 10 Pro

sowie

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  • 16 GB RAM
  • 720p-Webcam (samt Infrarot für Windows Hello)
  • USB: 2 x 3.2, 3 x Typ C (1 x mit Thunderbold 3)
  • HDMI
  • Ethernet-Erweiterung
  • Kensington Lock
  • Fingerabdrucksensor
  • Stift im Gehäuse

Die erste Liste zeigt Optionen, die zweite Standards – der Rest ist hier nicht so relevant. Was mir wichtig war:

FHD-Display ohne PrivacyGuard: Eigentlich das „schlechteste“ Display im Angebot. Alternativ gibt es ein 4k-OLED-Display und eine FHD-Variante mit PrivacyGuard, einem elektronischen Blickschutz. Der Blickschutz ist eine tolle Sache und macht diese ollen Folien überflüssig, wenn der Nachbar mal nicht mitlesen soll. Sie soll aber in alltäglicher Umgebung nicht so toll funktionieren und sie verbraucht Strom. Auch das UHD-Display ist wegen des erhöhten Stromverbrauchs rausgeflogen und bei 13 Zoll ist Full HD für mich völlig ausreichend. Selbst auf meinem 65-Zoll-Fernseher läuft meist nur HD. Und obendrauf ist es auch noch schwerer!

foto thinkpad x13 yoga
Der Blick von der Seite.

i7-10510U: Ich spare ungern am Prozessor, also das beste Modell gewählt. Nebenbei: Das X13 ohne Yoga gibt es auch als Ryzen-Version – deutlich schneller, scheint aber auch deutlich mehr Strom zu verbrauchen. Falls Ihr also damit liebäugelt …

LTE-Modul: Wenn schon ultraportabel, spart bloß nicht am LTE-Modul. Ja, das Smartphone kann wunderbar als Access Point dienen, aber es ist lästig und erhöht abermals den Stromverbrauch.

512 GB SSD: Ja, mehr wäre noch schöner, aber auf einem mobilen Gerät komme ich damit locker hin.

Windows 10 Pro: Lenovo will viele Modelle in den nächsten Monaten mit Ubuntu anbieten, derzeit hätte ich nur komplett verzichten können. Da ich aber noch nicht sicher bin, wie gut Debian oder meinetwegen Ubuntu mit dem Convertible-Zeugs oder Lenovo-spezifischen Dingen klarkommt, wollte ich ein Backup-OS drauf haben. Linux-Bericht folgt demnächst.

Abtörner

Ich fange mal an mit den nicht so schönen Dingen: 16 GB RAM – warum nicht 32? Keine Option, verlötet, also 16 GB friss oder stirb. Aus meiner Sicht Schwachsinn, beim Virtualisieren kommt man mit 16 GB doch arg zügig an die Grenzen. Aber es genügt natürlich für nahezu jeden Alltag.

Die Kamera bietet für ein knapp-2000-Euro-Gerät zu wenig – selbst bei bester Beleuchtung musste ich beim ersten Bild ein wenig schmunzeln. Naja, wenn Ihr Pickel habt, sieht man sie immerhin nicht so genau … Trotz der Hähme: Wenn Ihr nicht gerade täglich stundenlang im Vollbild videochattet oder damit Youtube-Clips produzieren wollt, genügt sie. Pluspunkt: Mit einem kleinen Plastikschieber könnt Ihr die Kamera physisch deaktivieren – super!

foto thinkpad x13 yoga
Die Webcam ist physisch abschaltbar – perfekt.

Highlights

Natürlich die Tastatur: Ich habe mir die Konkurrenz von Dell und sonstigen Anbietern (von Apple sowieso nicht) gar nicht erst angeguckt, ich wollte ein ThinkPad – die Tastatur (gemuldete Tasten mit ordentlich Hub) samt Trackpoint und den fetten Daumentasten ist einfach ein Traum. Insbesondere für Blindtipper. Zwar ist diese nicht mehr wie zum Beispiel beim X230 austauschbar, aber das kann man auch nicht erwarten bei der Größe – und dem Material.

foto thinkpad x13 yoga
Die Bedienung – dafür kauft man ThinkPads.

Auch das Material ist wunderbar – das ziemlich verwindungssteife Magnesiumgehäuse fühlt sich sehr gut an. Und darin eingelassen ist eben die Tastatur, daher nicht austauschbar.

Das waren die zu erwartenden Pluspunkte. Etwas überraschend muss ich aber feststellen, dass der im Gehäuse parkende Eingabestift ziemlich viel Spaß macht und sich gut als Mausersatz eignet.

foto thinkpad x13 yoga
Die Bedienung per Stift klappt reibungslos.

X13 Yoga vs. X230

Eigentlich war ich mit dem uralten X230 zufrieden: Text und Terminal laufen flüssig, mehr brauchte ich kaum. Gut, das Display ist nicht der Hit, die Akkulaufzeit trotz Riesenakku grausig. Aber für rund 200 Euro als Refurbished-Ware? Kann man immer noch gut kaufen und mit arbeiten. Also mit Linux zumindest.

foto thinkpad x13 yoga
Oben das kleinere (!) X230.

Es ist aber nicht so portabel, wie man es gerne hätte: Akkulaufzeit, Gewicht, kein WWAN. Und nun, wenn man doch etwas mehr als Bash, Git und Stackoverflow nutzen will … Von fehlendem Touch, Tablet- und Tent-Modus mal ganz abgesehen. Und den VGA-Anschluss brauche ich nicht mehr so recht.

Erste Frage zum Vergleich: Größe und Gewicht. Das X13 hat mehr Bildschirmdiagonale und ist auch tatsächlich etwas breiter und tiefer als das X230 – allerdings nur halb so dick! Beim Gewicht ist es einfach: Das X13 wiegt ein bischen weniger als das X230 ohne Akku. Zudem kann man das X13 dank des Gehäuses auch mit einer Hand an einer Ecke herumtragen, ohne dass gleich alles biegt und ächzt wie beim in die Jahre gekommenen X230 (das aber immer noch besser ist als manch modernes günstiges Gerät).

foto thinkpad x13 yoga
Das Chassis ist sehr steif und hochwertig.

Dass das X13 in absolut jeder Hinsicht (außer der Tastatur) besser ist, war ja logisch. Aber trotz ähnlicher Abmessungen fühlt es sich auch rein vom Gehäuse her wesentlich portabler an. Nach Zahlen klingt das nämlich gar nicht so beeindruckend, lediglich die halbierte Höhe fällt sofort ins Auge. Und die hat einen weiteren handfesten Vorteil: Es gib Hüllen dafür – für das gebrauchte x230 musste ich sie selbst nähen, in der Dicke gab’s zu der Zeit schon keine mehr. Nun, suchen müsst Ihr freilich nach MacBook-Hüllen, bei der Vermarktung von 13-Zoll-Sleeves hat Apple scheinbar alle Händler eingelullt :(

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Insofern: X13 vs. X230 nicht als Fragestellung verstehen ;) Aber falls Ihr ein X230 bis X290 habt und Euch fragt, ob nicht nur das Mehr an Leistung/Qualität, sondern auch das Mehr an Portabilität, vor allem im Laptop-Modus, relevant ist: Ja, der Unterschied ist riesig. Und die X13 Yoga beginnen bei 1.300 Euro – das beste gebrauchte X260 bei Luxnote liegt derzeit bei 430 Euro, mit FHD-IPS-Display, i5, 1,44 kg und 2 cm Höhe. Wenn Ihr nur drei mal im Jahr ein paar Stunden im Zug arbeiten wollt, ist das eine brauchbare günstige Alternative.

foto thinkpad x13 yoga
Live wirkt der Unterschied noch etwas drastischer.

Erfahrungen

Ich habe es angekündigt, bislang bin ich sehr zufrieden. Die Tastatur entspricht den Erwartungen, der Stift übertrifft sie, das Gehäuse funktioniert als Tent, Tablet und Laptop hervorragend und selbst der hier und da gescholtene Fingerabdrucksensor hat bislang fehlerlos funktioniert.

Das Einschalten aus dem Standby fühlt sich nicht mehr nach PC oder Laptop an, sondern nach Tablet/Smartphone – der Rechner ist einfach umgehend da, einfach Finger auflegen und das Bild ist umgehend wieder da.

Das Display mit geringerer Auflösung und zudem noch ohne den cleveren eBlickschutz zu wählen, hat mich ein paar Minuten Bedenkzeit gekostet, zumal das Teil auch Menschen erkennen kann, die Euch von Hinten über die Schulter gucken und den Schutz dann aktiviert – tolle Spielerei.

Gewicht und Akkulaufzeit waren mir aber wichtiger. Erfreulicherweise ist das Bild für meine Augen aber immer noch sehr gut und sehr hell. Persönlich hätte ich nichts gegen ein etwas verwindungssteiferes Display, aber es wirkt stabil genug und ist eben auch sehr dünn.

Eine Oberfläche, die nicht umgehend preisgibt, wo man überall Finger und Hände dran hatte, hat man bei Lenovo aber wohl noch nicht entwickelt. Jedenfalls nicht aus Magnesium.

Die Geräuschkulisse ist sehr beschaulich, selbst wenn die Lüfter mal ein wenig pusten müssen. Als kompletter Tablet-Ersatz wäre es gewohnten Tablet-Nutzern aber vermutlich zu viel sein. Die gewollten Geräusche hingegen sind durchaus brauchbar, die Minilautsprecher genügen hier und da auch durchaus für einen Film. Vor allem sind sie wesentlich lauter als zum Beispiel die im X230.

foto thinkpad x13 yoga
Die Lautsprecher.

Ansonsten kann man eigentlich nicht viel dazu sagen – es ist halt ein Laptop, der Rest ist eher eine Frage der Software. Ich würde es sofort wieder nehmen, aber ich habe auch kaum eine andere Wahl, zu sehr hängt die Entscheidung für mich an der Bedienung, sprich Tastatur und der Trackpoint-Daumentasten-Kombination. Ich tippe blind im Zehnfingersystem, sprich meine Hände liegen die ganze Zeit auf ein und derselben Position – und zwar auch, wenn ich etwas mit der „Maus“ mache. Trackpoint und Daumentasten sind auch zum Surfen oder so mein Favorit, aber die meisten dürften das Touchpad bevorzugen. Und wenn dem bei Euch auch so ist und Ihr beim Tippen sowieso auf die Tasten guckt, oder einfach nicht ständig tippt, dann könnt Ihr Euch sicherlich auch die Konkurrenz angucken.

x13 foto
Mit der Hand in der Standardposition kommt man bequem (auch wenns hier nicht so aussieht …) an die Maustasten und den Trackpoint.

Wie gesagt, ich hatte erst drei Laptops im Leben: 2004 ein Barebone zum selbst Bestücken, 2017 dann ein gebrauchtes ThinkPad W530 und 2018 das X230. Das W530 ist eine riesige Workstation, das X230 ein (damals) ultraportables Laptop – aber beide verwenden das exakt selbe Tastaturmodell. Ihr könnt die Tastaturen tatsächlich hin und her tauschen. Da sieht man ganz gut, dass auch Lenovo weiß, was sie da vor vielen Jahren an IBM-Erbe bekommen haben. Die Tastatur ist bei ThinkPads im Grunde der USP. Alles andere kann die Konkurrenz in sehr ähnlicher Manier.

Wenn Euch die Tastatur aber nicht derart fetischistisch interessiert: Die Daumentasten verbrauchen natürlich Platz. Und scheinbar gibt es allerlei Nutzer, die im Netz nach „lenovo trackpoint deaktivieren“ suchen.

Kaufen?

Es gibt im Detail natürlich noch Dutzende Dinge, die für einzelne Nutzer wichtig sein dürften, vom Smart-Card-Leser, über den TPM, bis hin zu irgendwelchen obskuren Treiberfragen. Aber da hilft dann nur ein Blick in die Specs der einzelnen Geräte und Anbieter. Und wenn es am Preis scheitert, schaut nach dem Lenovo Yoga, wenn es ein Convertible sein soll, oder nach einem gebrauchten ThinkPad, wenn es vor allem um die Tastatur geht. Das Gute an ThinkPads: Sie werden oft von Unternehmen genutzt und landen dann irgendwann wieder in großen Stückzahlen auf dem Markt – das Geschäftsmodell von Luxnote.

Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung für das X13 Yoga, wenn Ihr

  • Wert auf eine gute, „Desktop-mäßige“ Tastatur legt,
  • die ThinkPad-Touchpad-Alternative mindestens mögt,
  • Euch klar seid, dass es kein vollwertiger Tablet-Ersatz ist,
  • bereit seid, viel Geld für Haptik und Gewicht zu bezahlen,
  • mit Business-Understatement statt Hipster-Fancyness klarkommt und/oder
  • Ihr unbedingt mit Linux arbeiten wollt.
x13 foto
Hier nochmal die Tasten im Detail.

Das Dell XPS 13 2-in-1 scheint auf den ersten Blick nicht perfekt von Ubuntu unterstützt zu werden, obwohl es das reguläre XPS 13 sogar offiziell mit Ubuntu gibt. Bei einem MacBook wird es wohl gehen – aber die Frage stellt sich eher selten. Lenovo hingegen bringt bald selbst Yogas mit Ubuntu heraus, und das ist auch für mich persönlich ein sehr gutes Zeichen, dass der Umstieg wenn schon nicht direkt, dann in ein paar Wochen klappt. Windows auf Laptops brauche ich wirklich nicht im Leben.

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Mirco Lang

Freier Journalist, Exil-Sauerländer, (ziemlich alter) Skateboarder, Dipl.-Inf.-Wirt, Einzelhandelskaufmann, Open-Source-Nerd, Checkmk-Handbuchschreiber. Ex-Saturn'ler, Ex-Data-Becker'ler, Ex-BSI'ler. Computer-Erstkontakt: ca. 1982 - der C64 des großen Bruders eines Freunds. Wenn Ihr hier mehr über Open Source, Linux und Bastelkram lesen und Tutonaut unterstützen möchtet: Über Kaffeesponsoring via Paypal.freue ich mich immer. Schon mal im Voraus: Danke! Nicht verpassen: cli.help

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